Lautstarke Anfeuerung wird nicht belohnt

Von: Jörg Abels und Franz Sistemich
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Die mitgereisten „Moskitos” gaben in der Generali Sportarena alles und feuerten Evivo beim 1:3 bis zum letzten Ballwechsel lautstark an.

Unterhaching/Düren. Sie trommelten wie verrückt, schrieen sich die Kehle gegen die Übermacht der rund 800 Hachinger Fans in der Generali Sportarena aus dem Hals und fieberten in jeder Aktion mit, die Christian Dünnes & Co. auf dem Feld hinlegten - am Ende vergeblich.

Stefan Kriebs, Udo Stadler, Markus Schnitzler und Rudi Bartgens hatten sich mit dem Auto auf die 640 Kilometer lange Fahrt nach Unterhaching gemacht, um „ihre” Jungs von Evivo Düren im dritten Playoff-Halbfinale um die Deutsche Volleyballmeisterschaft so lautstark wie eben möglich anzufeuern.

Für sie eine Selbstverständlichkeit - trotz des 0:2-Rückstands in der Serie „Best of Five” und des drohenden Ausscheidens. „Wenn das Team einen Lauf hat, braucht es unsere Unterstützung ja nicht”, betonte Kriebs, der ganze zwei Auswärtsspiele in dieser Saison verpasst hat. Bei Bartgens waren es vier.

„Keine Modefans”

„Wir sind halt keine Modefans. Die Jungs haben sich unsere Unterstützung einfach verdient. Sie haben eine tolle Saison gespielt”, erinnerten die „Moskitos” an das große Verletzungspech, das der neu formierten Mannschaft das Zusammenwachsen nicht gerade leichter gemacht hatte und auch gestern Abend wieder zuschlug: Mittelblocker Renzo Verschuren droht nach einer Schulterverletzung eine mehrmonatige Zwangspause.

Und dennoch: An ein vorzeitiges Playoff-Aus hatte das Quartett während der gut siebenstündigen Fahrt keinen Gedanken verschwendet. Im Gegenteil: „Der bayrische Himmel weint schon, weil Haching heute verliert”, flachste Markus Schnitzler, als auf der A3 am Nachmittag Regen einsetzte. Und Rudi Bartgens stellte selbstbewusst fest: „Letzte Woche hat Evivo verloren, weil keiner von uns vieren da war.”

Und diesmal: Kurz nach 20 Uhr war die Welt der „Moskitos” noch in Ordnung: Der verlorene erste Durchgang (18:25) war vergessen. Mit einer starken kämpferischen Leistung in der Block- und Feldabwehr hatte Evivo den Satzausgleich geschafft. Die Hoffnung auf ein viertes Spiel am Freitag in Düren wuchs - nicht nur bei den vier „Moskitos”. Und sie wich auch im dritten Satz nicht, als der Pokalsieger wieder davonzog und mit 2:1 in Führung ging.

„Wir drehen das noch”, war sich nicht nur Udo Stadler sicher, zumal Evivo den vierten Durchgang bis zum 12:12 wieder ausgeglichen gestaltete. Unaufhörlich hämmerten die Moskitos auf ihre Trommeln; auch noch, als sich Generali vorentscheidend absetzte. Ein Aufschlag-As von Sebastian Schwarz, ein geschickt gelegter Ball von Armin Drews über den Dürener Block und ein erfolgreicher Angriff von Junioren-Nationalspieler Denis Kaliberba sorgten für die Drei-Punkte-Führung, die die Oberbayern nicht mehr abgeben sollten. „Schade, die Jungs haben alles gegeben”, waren sich die „Moskitos” nach Spielschluss einig, spendeten noch aufmunternden Beifall, bevor sie die lange, traurige Rückfahrt antraten.

Auch wenn die Saison für Evivo Düren jetzt beendet ist: Die „Moskitos” haben noch ein Ziel vor Augen: Sie wollen die deutsche Nationalmannschaft im Sommer bei der WM unterstützen und nach Triest fahren. „Wäre toll, wenn Christian Dünnes, der Nowitzki von der Rur, dann dabei wäre”, wünschte sich Bartgens.

Dünnes war auch gestern wieder Evivos bester Mann - wie in der gesamten Saison. Doch auch der beste Angreifer der Liga konnte nicht verhindern, dass Generali Haching im dritten Spiel bereits den Sack zumachte.
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