Düren - Lautstärke in der Arena gleicht einem Orkan

Lautstärke in der Arena gleicht einem Orkan

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Der Jubel ist riesengroß: Evivo schafft vor heimischer Kulisse die Pokalsensation. Spieler und 3000 Zuschauer geraten völlig aus dem Häuschen.

Düren. Damit hatte niemand gerechnet. Die Betreiber der Arena Kreis Düren nicht, denn sie hatten nicht genug Bier vorrätig, um die Feier nach dem großen Sieg zu versorgen.

Die Journalisten aus Friedrichshafen nicht, denn sie hatten den Bericht über den Einzug des VfB Friedrichshafen bereits vor dem Spiel angefertig. Und Sven Anton, der Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren auch nicht.

Doch das, womit viele nicht gerechnet hatten, ist Realität geworden: Evivo Düren hat den großen Favoriten VfB Friedrichshafen im Halbfinale 3:1 ((25:22, 14:25, 25:16, 25:22) geschlagen und steht jetzt im Pokalfinale. Am 7. März treffen die Volleyballer von der Rur im westfälischen Halle auf den Titelverteidiger Generali Haching.

„Was ist hier los? Ich fass das nicht”, stammelte ein ungläubiger Dürener Kapitän, nachdem eines der spektakulärsten Spiele in der Dürener Volleyball-Geschichte zu Ende gegangen war und der Hexenkessel der 3000 begeisterten Zuschauer sich in einen Minuten langen Jubel-Orkan verwandelte.

Irgendwie war es so wie im Frühjahr 2005. Damals war Evivo gegen den amtierenden Meister SCC Berlin der krasse Außenseiter. In einer hoffungslos überfüllten Arena Kreis Düren gewann Evivo damals und schaffte die erste von drei Finalteilnahmen in der Meisterschaft in Folge.

Tragende Säule im Dürener Spiel damals: Ein 2o-Jähriger namens Christian Dünnes. Der hat Düren danach in Richtung Italien verlassen und ist wieder zurück. „Jetzt bin ich wieder da, und die Halle ist wieder rappelvoll”, sagte der 2,07 Meter-Riese und grinste dabei kurz, um zu signalisieren, dass er den hergestellten Zusammenhang nicht erst gemeint hat.

Der 25-Jährige hat die Angriffslast auf seine breiten Schultern geladen und Evivo ins Finale getragen. „Zu seiner Leistung kann ich nur ein Wort sagen: Wow”, meinte Co-Trainer Keith Hansen, der vor dem Spiel wieder nach Düren zurückgekehrt ist und für den Rest der Saison bleibt.

50 Bälle hat Dünnes angegriffen, nur sechs seiner Bälle wurden zu Punkten für den Gegner, 25 versenkte er direkt im Feld des VfB. „Wir haben ihn nie in den Griff bekommen”, musste Friedrichshafens Meistertrainer Stelian Moculescu anerkennen. Nach den Spitzenteams Generali Haching und dem SCC Berlin hat Dünnes jetzt auch den VfB zerlegt.

Obwohl die Evivo-Truppe neu formiert ist, beweist sie eine beispiellos starke Moral. Gegen Haching, Berlin und jetzt gegen den VfB hat sie sich nicht davon schocken lassen, wenn der Gegner sie phasenweise an die Wand gespielt hat.

„Das ist ein Verdienst unserer erfahrenen Spieler”, so Hansen. Moculeswcu gratulierte fair, schimpfte aber lauthals und mit Recht in Richtung Schiedsgericht. Die Unparteiischen spielten eine Rolle, benachteiligen den VfB mehrfach.

In Düren sind die Gedanken jetzt in die Zukunft gerichtet. In der Nacht nach dem Finale trudelten per Mail die ersten Anfragen für Endspieltickets ein. „Wir werden wieder etwas auf die Beine stelle”, kündigte Evivo-Geschäftsführer Rüdiger Hein an.

2008, als Düren im Finale 2:3 gegen den VfB verloren hat, gab es einen Zug der Dürener Kreisbahn, der die Fans ins Gerry-Weber-Stadion nach Halle gebracht hat.
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