„Ladies“ verlieren, sind aber Gewinner des Spieltags

Von: rom
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Überzeugende Blockarbeit der „Ladies in Black“: Eine der Stärken, mit denen man den MTV Stuttgart vor Probleme stellen kann. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Exakt um 21.37 Uhr hatten die „Ladies in Black“ Aachen ihr Saisonziel in der Volleyball-Bundesliga erreicht, auch wenn die Partie gegen den MTV Stuttgart gerade auf eine Niederlage hinauslief. Aber da der USC Münster – letzter Konkurrent um Tabellenplatz sechs, der die direkte Qualifikation für die Play-offs bedeutet – gerade parallel gegen Vilsbiburg verloren hatte, schmerzte auch das 1:3 (21:25, 26:24, 22:25, 20:25) gegen den Tabellenzweiten nicht mehr ganz so sehr.

„Es war ein Kampf bis zur letzten Minute, zudem haben wir jetzt gesehen, dass Stuttgart nicht unschlagbar ist“, freute sich die gesundheitlich angeschlagene Kapitänin Karolina Bednarova mit Blick auf das Pokalfinale am kommenden Sonntag – ebenfalls gegen Stuttgart.

Taktische Experimente

Tatsächlich taten sich die „Ladies“ im ersten Durchgang schwer gegen den Überflieger der Saison. Die Aachenerinnen konnten vor 1189 Zuschauern mit den eigenen Aufschlägen zu wenig Druck aufbauen und leisteten sich zu viele Fehler. Der Verlust des ersten Satzes war die logische Folge, und auch im zweiten Durchgang lagen die „Ladies“ bereits mit 13:18 zurück, als Mittelblockerin Simona Kosova ihre Mannschaftskolleginnen mitriss.

Die 22-Jährige ließ in einer „One-Woman-Show“ die Teamstärken aufblitzen, machte drei Punkte in Folge durch einen Angriff im ersten Tempo und zwei Killblocks – und stellte die Weichen auf Satzgewinn. „Das war ein sehr emotionales Spiel für mich, das auch Auftrieb für das Pokalfinale gibt“, freute sich die Slowakin, die folgerichtig als wertvollste Spielerin auf Aachener Seite ausgezeichnet wurde. Im dritten Satz hatten die Hausherrinnen ebenfalls gute Chancen, leisteten sich dann aber beim Stand von 21:21 zwei unnötige, unbedrängte Fehler und gerieten ins Hintertreffen.

Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten aber bereits beide Trainer an einigen taktischen und personellen Experimenten – aus der Not heraus und vielleicht auch, um die gegnerischen Scouts ins Grübeln zu bringen. So agierte Aachens Trainer Marek Rojko zeitweise mit drei Mittelblockerinnen, da die etatmäßige Diagonalangreiferin Maja Burazer nicht den allerbesten Tag erwischt hatte und Romana Stankova mit einer Sprunggelenksblessur nicht einsatzbereit war.

Weitgehend zufrieden war der 37-Jährige anschließend beim Blick auf die Statistik: „Wir hatten uns vorgenommen, möglichst viele Punkte aus der Annahme heraus zu machen, das ist gelungen. Zudem hatten wir heute drei gute Aufschlägerinnen. Haben wir beim Pokalfinale in Halle vier oder gar fünf, haben wir durchaus Chancen.“ Dass man auf Augenhöhe in das anstehende Kräftemessen mit Stuttgart geht, war wohl auch das eigentliche Ergebnis dieses letzten Saisonspiels.

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