„Ladies“-Trainer Marek Rojko: „Wir finden wieder zurück“

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Feinarbeit an der Seitenlinie: Auch während des laufenden Spiels vermittelt Aachens Trainer Marek Rojko den Spielerinnen intensiv seine Vorstellungen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Gegen den Schweriner SC kassierten die „Ladies in Black“ Aachen ein deutliches 0:3, gegen den amtierenden Meister Dresdner SC schnupperte die Mannschaft nur wenige Tage später an einem Pokalerfolg, um dann in der Volleyball-Bundesliga gegen Hamburg wieder eine Leistung abzuliefern, die viele Fragezeichen aufwarf.

Mit Aachens Trainer Marek Rojko sprach Roman Sobierajski.

Nach der Partie Ihrer Mannschaft gegen Hamburg waren Sie sehr erregt, haben nach kurzer Zeit die Halle verlassen. Wie sieht Ihre Einschätzung mit ein paar Tagen Abstand aus?

Rojko: Das war sicher nicht das normale Niveau meiner Mannschaft, das wir gegen Hamburg gezeigt haben. Ich habe vom ersten Moment an gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Zwei Wochen zuvor waren wir noch Tabellenzweiter, aber schon nach dem Spiel gegen Schwerin hatte ich das Gefühl, etwas läuft in die falsche Richtung. Das zu analysieren und abzustellen fällt natürlich in meinen Verantwortungsbereich als Trainer.

Was ist unternommen worden, um wieder in anderes Fahrwasser zu kommen?

Rojko: Der Klub hat zu persönlichen Gesprächen mit den Spielerinnen, aber auch mit den Trainern eingeladen. Wir hatten zudem lange Diskussionen und Analysen mit allen Beteiligten mit dem Ziel, eine Lösung für die zu Tage getretenen Probleme zu finden, die es, das muss auch gesagt werden, plötzlich und nur über eine kurze Zeit und nicht etwa über Wochen oder Monate hinweg gegeben hat.

Wie kann man die Atmosphäre bei den Gesprächen bezeichnen? Krisenstimmung?

Rojko: Wir haben aufrecht und klar miteinander gesprochen, mit dem Ziel, schnell eine Lösung zu finden, damit die Spielerinnen schnell auf unserem bislang gezeigten Niveau weiterspielen können. Dafür haben wir uns viel Zeit genommen, die letzte Gesprächsrunde ging bis in die frühen Morgenstunden.

Das Hamburg-Spiel war als letzte Heimpartie in diesem Jahr allerdings auch der schlechteste Moment, sich derart zu präsentieren.

Rojko: Das ist mir klar, aber in den kommenden Wochen werden dafür wohl nur noch schlechte Gelegenheiten kommen. Das Hamburg-Spiel war jetzt das letzte Beispiel, aber ich möchte die Probleme nicht allein daran festmachen. Ergebnis unserer Gespräche ist jedenfalls, dass wir von Seiten der Mannschaft und der Team-Verantwortlichen mit großer Motivation daran gehen werden, schnell wieder zu einer guten Verfassung zurückzufinden. Im Profisport ist es nicht ungewöhnlich, dass man von Zeit zu Zeit ein Tal durchschreiten muss. Aber wir fühlen uns stark genug, wieder auf einen positiven Weg zurückzufinden. Dieses Gefühl haben wir alle, sonst hätte mich der Klub entlassen oder ich wäre freiwillig gegangen.

Welchen Einfluss hat die wirtschaftliche Situation?

Rojko: Seit Beginn dieser Saison ist das Thema eigentlich allgegenwärtig. Dennoch waren wir stark genug, das auszublenden und tolle Spiele abzuliefern. Aber es kann natürlich vorkommen, dass es irgendwo einen Knacks gibt, wenn alles auf einmal zusammenkommt.

Sie haben nach dem letzten Spiel Konsequenzen angekündigt. Wie werden diese aussehen?

Rojko: Konkret werden kann ich erst in zwei, drei Tagen. Wir werden versuchen, Druck von einzelnen Spielerinnen zu nehmen. In den letzten zwei Wochen hat es zudem einige Missverständnisse zwischen den Spielerinnen gegeben, die haben wir ausgeräumt.

Ist Ihre eigene Rolle bei den Gesprächen als Trainer ebenfalls hinterfragt worden?

Rojko: Selbstverständlich. Und der Verein hat mir sein Vertrauen ausgesprochen, sonst würde ich hier nicht mehr sitzen. Wir werden vor dem Spiel in Dresden noch ein abschließendes Gespräch haben, mit dem Ziel, uns wieder zusammengehörig und stark präsentieren zu können. Wir finden wieder zurück, finden wieder heraus aus dieser Situation.

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