Aachen - „Ladies in Black“: Zwei Spiele der Entscheidung

„Ladies in Black“: Zwei Spiele der Entscheidung

Von: Roman Sobierajski
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Platz für weitere Einträge? Mittelblockerin Ivona Svobodnikova will sich den möglichen Pokalerfolg nicht auf dem Oberarm verewigen lassen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Nein, ein weiteres Tattoo ist nicht geplant, auch wenn die „Ladies in Black“ Aachen am 1. März tatsächlich als Pokalsieger aus Halle zurückkehren sollten. „Wenn du an dich selbst glaubst, kannst du deine Ziele erreichen“, prangt in Englisch auf dem rechten Oberarm von Aachens Mittelblockerin Ivona Svobodnikova.

Und Platz für die Auflistung von sportlichen Erfolgen wäre noch reichlich: zweimal tschechische Vizemeisterin, Pokalfinalistin in Tschechien und der Schweiz, Gewinnerin der Europaliga und 44-fache Nationalspielerin würde auf jeden Fall noch draufpassen.

„Das Tattoo ist ja auch schon ein paar Jahre alt“, meint die 23-Jährige, „und gemeint sind damit ebenso berufliche wie persönliche Ziele.“ Mit Blick auf die Profi-Karriere war der Wechsel vom französischen Erstligisten Évreux Volley-Ball nach Aachen auf jeden Fall der richtige Schritt, auch wenn die Erwartungen der mit 1,91 Meter größten Aachener Spielerin nicht zwangsläufig nahe an den Sternen angesiedelt waren. „Ich bin erst im Juni als letzte Spielerin verpflichtet worden, und der Trainer hat mir gesagt, dass ich um meinen Platz im Team kämpfen werden muss“, erinnert sich Svobodnikova, die sich schon fast damit abgefunden hatte, wieder in die tschechische Liga zurückkehren zu müssen. Es folgte das erhoffte Angebot aus Aachen, „aber ich wusste auch nicht, was hier möglich ist, vor allem nicht nach dem schlechten Start“.

Vier Wochen lang verletzt

Dass die Mannschaft vor dem letzten Spiel der Hauptrunde am Samstag in der Volleyball-Bundesliga das direkte Erreichen der Play-offs in Reichweite hat, das eine Woche später gegen denselben Gegner MTV Stuttgart das Pokalfinale wartet, dass Svobodnikova als beste Mittelblockerin der gesamten Liga geführt wurde, bevor sie eine Schulterverletzung vier Wochen aus dem Training und dem Ligabetrieb nahm, ist für die 23-Jährige umso schöner, auch wenn sie sich zunächst aufgrund von Ansprüchen für die Bundesliga entschieden hat, die nicht nur auf den ersten Blick irgendwie typisch deutsch klingen. „Ich bin jemand, der das regelmäßige, harte Training zweimal am Tag mag und braucht. Und ich mag es, wenn man sagt, wir machen jetzt erst das, danach das und abschließend das. Ich glaube, die italienische Liga wäre nichts für mich.“

Genauso akribisch geht Ivona Svobodnikova die Vorbereitung auf die beiden Spiele gegen Stuttgart an, wobei das erste Aufeinandertreffen schon mehr als nur ein Fingerzeig auf den folgenden Titelkampf ist. „Das Schlimmste wäre, wenn wir am Samstag in drei Sätzen nach nur einer Stunde vom Platz gefegt würden“, denkt die Mittelblockerin nicht nur an die endgültige Platzierung in der Hauptrunden-Tabelle, sondern auch an die psychologischen Auswirkungen. „Aber, wenn wir gewinnen oder nur knapp geschlagen werden, könnte man sich in Ruhe auf das Pokalfinale vorbereiten, überlegen, was gut war und was man ändern muss.“

Ob es für die Blockspezialistin, deren Vertrag am Saisonende ausläuft, noch eine weitere Spielzeit in Aachen geben wird, ist noch offen, abgeneigt wäre sie jedenfalls nicht. „Die Stadt gefällt mir, hier sind viele Studenten, das Publikum ist begeisterungsfähig.“ Und Italien ist keine Konkurrenz.

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