„Ladies in Black“: Yvon Bëlien und Femke Stoltenborg erstmals dabei

Von: Roman Sobierajski
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Mittelblockerin mit der Nummer 4: Yvon Bëlien. Foto: Steindl
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Zuspielerin mit der Nummer 2: Femke Stoltenborg. Foto: Steindl

Aachen. Natürlich wohnen die beiden gemeinsam in einem Appartment, was in Aachen einen doppelten Vorteil hat. „Wir können dann miteinander Niederländisch reden“, listet Yvon Bëlien, 19-jährige Mittelblockerin der „Ladies in Black“ den ersten auf, während Femke Stoltenborg, als Zuspielerin die zweite Niederländerin im Team des Volleyball-Bundesligisten, den für Aachen typischen nachliefert: „In der ersten Zeit haben wir uns hier dermaßen oft verfahren“, schüttelt die 22-Jährige schon bei der Erinnerung daran den Kopf, „dann kommt man wenigstens zusammen zu spät“.

Dass die beiden Niederländerinnen, die als erste Neuzugänge für die kommende Saison in Aachen unterschrieben hatten, als Letzte zur Mannschaft gestoßen sind, hängt nicht damit zusammen, dass sich Femke Stoltenborg und Yvon Bëlien auf dem Weg zur Halle verfahren haben.

Vielmehr waren die beiden niederländischen Nationalspielerinnen monatelang mit dem Team Oranje unterwegs, bestritten erst den World Grand Prix, beim dem Stoltenborg zur besten Zuspielerin des Turniers gewählt wurde.

Dann folgte anschließend die Europameisterschaft, wo unter anderem die deutsche Auswahl in Halle/Westfalen als Gruppengegner wartete – und Femke Stoltenborg trotz überragender Leistung im Tiebreak als Verliererin vom Platz schickte.

Der Ärger über diese Niederlage, die die Niederländerinnen in das Entscheidungsspiel über die Viertelfinal-Teilnahme gegen Kroatien zwang, das ebenfalls mit 2:3 verloren ging, ist noch nicht ganz verraucht.

„Wir haben zum Ende der Partie gegen Deutschland einfach unsere Punkte nicht mehr auf den Boden bekommen“, trauert Stoltenborg der 2:0-Satzführung ein wenig nach und verkündet trotzig: „Aber beim nächsten Mal, da schlagen wir sie.“

Ohnehin sind die deutschen Spielerinnen und die Bundesliga keine großen Unbekannten für die 22-Jährige: 2011 wechselte die 1,90 Meter große Zuspielerin zum Dresdner SC, hatte auf ihrer Position aber die überragende Mareen Apitz gegen sich.

Auch der Wechsel zu Aurubis Hamburg in der Folgesaison stand zunächst unter keinem guten Stern. „Drei Tage vor Saisonbeginn habe ich mir einen Finger gebrochen. Deshalb habe ich auch nicht mit Hamburg in Aachen gespielt.“ Aber an ihren Auftritt mit dem Dresdner SC kann sie sich noch gut erinnern: „Die Halle in Aachen tobte, selbst wir als Gästespielerinnen wurden mit Namen begrüßt. Ich hatte Gänsehaut.“

Zumindest diese Erfahrung hat sie ihrer Mitbewohnerin Yvon Bëlien voraus, denn der Weg der 19-Jährigen, die bereits vor vier Jahren als 15-Jährige im Aufgebot des Zweitligisten Summa Peelpush stand und dann mit dem VC Weert zweimal den niederländischen Supercup gewann.

Über regionale Auswahlmannschaften und Jong Oranje schaffte Bëlien den Sprung in die A-Nationalmannschaft, in die sie in diesem Jahr erstmals berufen wurde. Und so konnte die 1,88 Meter große Mittelblockerin die für Oranje unglücklich verlaufene Europameisterschaft auch eher genießen, als die Stammkraft Stoltenborg.

Anders als andere europäische Spitzenspielerinnen hat die Top-Zuspielerin Femke Stoltenborg die Europameisterschaft nicht genutzt, um zu pokern und den Marktwert zu testen – und vielleicht erst auf den letzten Drücker auf ein Angebot von einem Spitzenklub zu spekulieren. „Ich möchte gerne Sicherheit“, räumt die 22-Jährige ein, „erst nach der EM zu unterschreiben, wäre für mich viel zu spät gewesen.“

Eine Abwärtsentwicklung mit den Stationen Dresden, Hamburg und nun Aachen kann und will Stoltenborg nicht entdecken: „Ich wollte unbedingt in einer Mannschaft spielen“, hat die Zuspielerin für sich als Hauptpunkt ausgemacht, nachdem es zwei Jahre lang nicht wirklich gut lief. „Ich brauche keinen Aufstieg, das wichtigste ist, dass ich spiele, spiele, spiele.“

Die Entscheidung für Aachen fiel dann nicht nur „wegen der schönen Nähe zu Holland“ (Stoltenborg), sondern vielmehr auf Anraten des Spielerberaters Theo Hofland, der auch die Nationalmannschaft managt.

Nach der Abstellung für die Nationalmannschaft blieben für Bëlien und Stoltenborg gerade einmal zehn Tage Urlaub, dann stießen beide vor zweieinhalb Wochen zur Mannschaft, um die Mechanismen einzuschleifen. „Die Aufnahme durch die anderen Spielerinnen war sehr herzlich“, sieht sich Yvon Bëlien angekommen bei den „Ladies in Black“ – auch wenn anfangs ein paar Ehrenrunden nötig waren, um zum Ziel zu kommen.

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