Aachen - „Ladies in Black“: Viertelfinale ins belgische Maaseik verlegt

„Ladies in Black“: Viertelfinale ins belgische Maaseik verlegt

Von: Roman Sobierajski
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„Umzugsbeauftragter“: Bastian Heckert, Geschäftsführer der „Ladies in Black“.

Aachen. Manchmal hat man einen großen Plan – und dann hat sich der Teufel wieder mal als Eichhörnchen verkleidet. Das Play-off-Viertelfinale der „Ladies in Black“ Aachen gegen den Schweriner SC am kommenden Mittwoch ins benachbarte Belgien nach Maaseik verlegen?

Gerne, in Zeiten der offenen Grenzen in Europa und der euregionalen Zusammenarbeit kein großes Problem. Aber wo bekommt man eine Schiedsrichterstuhl-Prüfplakette her, wenn man mal dringend eine braucht? „Die Verantwortlichen von Noliko Maaseik sind sehr freundlich und entgegenkommend und haben gesagt: ‚Ihr kommt und seid unsere Gäste‘“, schildert Bastian Heckert das angenehme Klima der Zusammenarbeit.

Seit rund sechs Wochen ist der Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH der „Ladies in Black“ damit beschäftigt, den Umzug der Spielstätte der Aachenerinnen für diese eine Partie zu organisieren, da die Halle an der Neuköllner Straße für Play-off-Spiele durch die Volleyball-Bundesliga nicht lizenziert ist.

Also heißt es umziehen, ins 40 Kilometer entfernte Maaseik in Limburg, wo das Champions-League-Team von Noliko seine Partien austrägt. So war die Genehmigung der Halle mit 3000 Zuschauern kein Problem, nur konnten die Verantwortlichen der „Ladies“ guten Gewissens kein Häkchen im Abnahme-Protokoll bei der Schiedsrichterstuhl-Prüfplakette machen, da die Belgier das Ding kurzerhand selbst gebaut hatten. „Mittlerweile ist der Fall erledigt. Wir müssen entweder das Risiko tragen, oder wir bringen unseren eigenen Stuhl mit“, zieht Heckert einen Schlussstrich unter das Thema.

Aber die Liste, die abgearbeitet werden muss, wenn man den „Hexenkessel“ verlegen will, ist lang: Wo bekommt man die notwendigen Einlaufkinder und Ballroller her? Wie kriegt man die Werbung an den Seitenlinien vom bisherigen Rollbandensystem auf die 70 Meter LED-Bande umgepackt, die Noliko Maaseik bereithält? „Wir haben letzte Woche Dienstag eine Generalprobe gefahren. Fast alles hat gut geklappt“, sagt Heckert: Der elektronische Spielbericht konnte übermittelt werden, die Live-Übertragung des Spiels per Internet-Stream hat funktioniert.

Auch der Untergrund bereitet kein Problem, da der „Lotto Dome“ in Maaseik als reine Volleyball-Halle konzipiert wurde und der Gerflor-Spielboden dauerhaft verlegt ist. Nur das Ballnetz konnte nicht aufgespannt werden, weil das Flaschenzug-System in Belgien ein anderes ist. „Aber das werden wir auch noch in den Griff kriegen“, ist Heckert optimistisch.

Neben den organisatorischen und technischen Fragen ist allerdings die größte Herausforderung, wie man aus der fremden Spielhalle einen eigenen „Hexenkessel“ macht: Wie bekommt man also die Fans und Zuschauer, die für die gegnerischen Teams ein größerer Schrecken sind als die fehlende Höhe über dem Spielfeld, nach Belgien? „Wir hoffen, dass wir mehr als 500 Zuschauer haben werden, damit diese riesige Halle nicht allzu leer aussieht“, rührt der Geschäftsführer für die Partie auch die Werbetrommel in Belgien und den Niederlanden.

„In Zeiten, in denen auch in Europa wieder Zäune aufgebaut werden, wollen wir, dass der Sport über die Grenzen hinweg verbindet und die Euregio das vorlebt“, misst Heckert dem Dreiländereck eine tragende Rolle bei.

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