„Ladies in Black” verpassen die Überraschung knapp

Von: Max Eckstein
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Fast den Meister bezwungen: Aa
Fast den Meister bezwungen: Aachens Kapitänin Karolina Bednarova. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der Heimnimbus ist gebrochen! Alemannia Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen verloren am Freitagabend in der vierten Partie vor eigenem Anhang mit 2:3 (25:20, 15:25, 25:21, 17:25, 15:17) gegen den Schweriner SC.

Der Deutsche Meister aus Mecklenburg-Vorpommern war dabei vor 905 Zuschauern an der Neuköllner Straße nicht das bessere Team, sondern das glücklichere.

Von einer „hoch emotionalen Angelegenheit” sprach Aachens Cheftrainer Stefan Falter, als er berichtete, wie seine Mannschaft darauf reagiert hatte, als sie über den Wechsel von Angelina Grün nach Moskau informiert wurde. „Es bestand absolute Einigkeit: Wir verlieren nicht nur eine Top-Spielerin, sondern auch einen großartigen Menschen”, ging der Coach ins Detail.

Wer befürchtet hatte, den Gastgeberinnen werde es nun an Konzentration mangeln, sah sich schnell getäuscht. Mit einer kompakten Leistung trat man dem amtierenden nationalen Meister entgegen. Der bewies zwar seine Klasse, sah sich aber mit 2:6 ins Hintertreffen. Nachdem es dann 6:10 gestanden hatte, kam der Gast aus der Landeshauptstadt von „Meck-Pomm” nie näher als auf drei Zähler heran. Unter anderem mit drei Assen - zwei von Angelina Grün, eins von Barabara Degi - sicherte man sich den ersten Abschnitt, wobei ein vergebener Aufschlag des SSC den Schlusspunkt bedeutete.

Im zweiten Durchgang geriet jedoch Sand ins Getriebe, was der Meister genüsslich ausnutzte. Als die Alemannia auf 5:7 verkürzte, keimte zwar Hoffnung auf, die der Gegner jedoch mit sieben Punkten in Serie schnell zunichte machte. Die Gastgeberinnen ließen danach keineswegs die Köpfe hängen. Aber auch ihre bekannte Kampfmoral trug diesmal nicht genug Früchte. Man schaffte lediglich Ergebnis-Kosmetik, musste den Satz aber glatt abgeben.

Selbst das brachte die Aachenerinnen nicht aus ihrem Grundkonzept. Wie schon im Eröffnungssatz lag das Team mit 6:2 vorne, schien beim 11:5 und 14:10 alles im Griff zu haben. Da hatte man allerdings die Rechnung ohne Schwerin gemacht, das wieder sieben Punkte hintereinander holte. Das weckte erneut Aachens Kampfgeist, für den sich Kapitänin Karolina Bednarova und ihre Mitspielerinnen dann auch belohnten. Den Satzball verwertete die einmal mehr souverän agierende Mittelblockerin Anke Borowikow.

Aus dem Wechselbad der Gefühle war man damit allerdings keineswegs heraus. Plötzlich dominierten die Gäste wieder und brachten die Alemanninnen gehörig in Zugzwang. 2:6, 4:9, 10:15 und 12:16 waren aber keine Rückstände, die Aachens Moral brachen. Mehr als ein Verkürzen auf 15:16 gelang jedoch nicht mehr. Zum zweiten Mal nach dem Saisonauftaktspiel in Vilsbiburg musste der Tiebreak entscheiden.

Bei Schwerin lief alles, bei Aachen fehlte das Quäntchen Glück. Man schnupperte an der Überraschung und schaffte sie nicht . . .
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