„Ladies in Black“ starten Dienstag in die neue Saison

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Geht in seine dritte Trainersaison in Aachen: Marek Rojko sieht seine „Ladies in Black“ als Mannschaft mit Überraschungspotenzial. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Mit einem Berliner Doppelspieltag starten die „Ladies in Black“ Aachen in der kommenden Woche in die neue Saison der Volleyball-Bundesliga. Nach dem Auftritt beim VCO Berlin (Di., 18.30 Uhr) folgt nur einen Tag später das Kräftemessen mit dem SC Potsdam (19.00). Vor dem Auftakt sprach Roman Sobierajski mit Marek Rojko, der seiner dritten Saison als Trainer in Aachen entgegensieht.

Sind Sie mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden?

Rojko: Ja. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren haben wir ein ganz anderes Team, viel mehr junge Spielerinnen. Das bedeutet mehr frische Energie, mehr Motivation, mehr Bereitschaft, sich zu verbessern.

Allerdings auch weniger Erfahrung...

Rojko: Das ist richtig. Wir müssen aus dieser jungen Gruppe die Spielerinnen herausfiltern, die jetzt schon bereit sind für die Aufgaben. Auch wenn einige Spielerinnen erst 22 oder 23 Jahre alt sind, sind sie doch schon bei der Europameisterschaft angetreten oder haben in internationalen Wettbewerben gespielt. Unter dem Strich fehlt uns zwar Erfahrung, aber ich mag diese Kombination aus gestandenen Spielerinnen und jungen, die bereit sind zu lernen.

Ein Problem in der vergangenen Saison war, dass die Diagonalangreiferin erst kurz vor Saisonbeginn zur Mannschaft kam, nun fehlt Kapitänin Laura Weihenmaier.

Rojko: Tatsächlich hatte Laura ein paar freie Tage nach der fast fünfmonatigen Abstellung zur Nationalmannschaft, jetzt ist sie bei der Mannschaft. Die Aufgabe wird sein, sie schnell an unsere Zuspielerin Britt Bongaerts zu gewöhnen, nachdem sie jetzt auf Mareen Apitz und Kathleen Weiß eingestellt war. Das wird seine Zeit brauchen. Aber Laura kennt schon einige aus ihrer ersten Zeit in Aachen.

Wo sehen Sie die Stärken der Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison?

Rojko: Wir sind bei beiden Zuspielerinnen besser aufgestellt, und die Außenangreiferinnen haben eine höhere Qualität, nicht unbedingt von den individuellen Fähigkeiten her, aber im Verbund.

Tatiana Crkonova, die bislang als Mittelblockerin eingesetzt wurde, ist als Diagonalangreiferin vorgesehen. Ist das ein Experiment?

Rojko: Ich experimentiere doch nicht herum in der Bundesliga. Nein, ich habe Tatiana auf dieser Position auch schon in der slowakischen Nationalmannschaft ausprobiert, und es hat gegen einen starken Gegner wie Aserbaidschan funktioniert. Es ist interessant, eine Ein-Bein-Angreiferin auf dieser Position zu haben. Sie wird keine Monster-Angriffe initiieren wie Maja Burazer oder Jordanne Scott, aber sie spielt clever und mit viel Übersicht, arbeitet gut mit dem Team zusammen. Ich wollte nicht eine einzige herausragende Angreiferin, sondern Balance im Team. Wir sind dann schwerer auszurechnen.

Die Annahme war ein Schwachpunkt in der abgelaufenen Spielzeit.

Rojko: In der Vorbereitung hatten wir keine großen Probleme, aber das war Vorbereitung. Gerät man im Wettkampf unter Druck, muss man reagieren können, das kann man in Tests nicht simulieren.

Wie optimistisch starten Sie in die neue Saison?

Rojko: Es ist schwer, vorauszusagen, wo wir genau stehen. Wir haben jetzt drei Spiele in fünf Tagen: VCO Berlin spielt ohne Druck gegen uns. Potsdam bestreitet sein erstes Saisonspiel – und das vor eigenem Publikum, die werden entsprechend motiviert sein. Und dann empfangen wir Vilsbiburg. Dass wir zum Auftakt auswärts antreten, ist in meinen Augen ein Vorteil. Wir haben uns jetzt zwei Jahre hintereinander direkt für die Play-offs qualifiziert, so dass ich vom Verein keinen Druck spüre.

In welcher Rolle sehen Sie Ihr Team?

Rojko: Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr die Überraschungsmannschaft sein werden. Die Möglichkeiten sind da, es kommt nur darauf an, sie auch auf dem Platz umzusetzen. Wenn wir uns jeden Tag verbessern, bin ich zufrieden. Die Spielerinnen sind in besserer körperlicher Verfassung als im letzten Jahr, größer und dynamischer.

Das Ergebnis individuellen Trainings?

Rojko: Wir haben bei der Auswahl und der Verpflichtung der Spielerinnen viel Wert darauf gelegt, dass sie körperlich gut drauf sind, in einer Altersgruppe, in der sie sich noch verbessern können und nicht schon dem Ende ihrer Karriere entgegen blicken.

Apropos Karriereende: Glauben Sie, dass Laura Weihenmaier ihre Rolle als neue Kapitänin ausfüllen kann?

Rojko: Sonst hätte ich ihr dieses Amt nicht anvertraut. Sie kennt einen Teil der Spielerinnen bereits, und ich kenne sie. Sie ist Nationalspielerin, kann Vorbild für die Jüngeren sein.

Es ist also reiner Zufall, dass die Nummer 13 nicht neu vergeben worden ist?

Rojko (lacht): Die Nummer 13 hat schon eine besondere Tradition in diesem Verein. Ich mag das. Karolina Bednarova war immerhin sechs Jahre lang das Gesicht der Mannschaft. Das Ende dieser Geschichte war schlecht, so wie es sich dargestellt hat. Wenn ich das ausblende, sehe ich aber auch, dass der Klub ihr auf diese Art Respekt erweist. Ob sie das akzeptiert, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Wie sieht denn die Zukunft des Trainers der „Ladies in Black“ in Aachen aus? Ihr Vertrag läuft über drei Jahre, und Sie stehen jetzt vor Ihrer dritten Saison nach dem dritten Platz in der Meisterschaft und dem Erreichen des Pokalfinales.

Rojko: Mein Vertrag läuft zwar bis Juni, ich hätte aber gerne eine Entscheidung bis Weihnachten, falls man mit mir nicht weitermachen will. Das ist fair, denn Trainer werden immer zuerst verpflichtet und suchen dann mit die neuen Spieler aus. Ich könnte also nicht bis Ende Mai warten. Aber auch, wenn ich Aachen nach der Saison verlassen sollte, werde ich bis zum letzten Tag alles geben.

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