„Ladies in Black“: Standpauke nach dem letzten Ballwechsel

Von: Roman Sobierajski
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Aachener Gipfeltreffen: (v.l.) McKenzie Adams setzt sich gegen Jule Langgemach und Britt Bongaerts durch, die noch in der vergangenen Saison das Trikot der „Ladies“ trugen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Ein paar neue Übungen für die Trainingswoche“ kündigte Saskia van Hintum an – und nicht nur der Tonfall der Trainerin der „Ladies in Black“ machte klar, dass das Wort Wellness in diesem Zusammenhang nicht vorkommen würde.

Die Aachenerinnen hatte in der Volleyball-Bundesliga gerade mit 1:3 (25:11, 22:25, 13:25, 12:25) gegen den USC Münster verloren – und was war nicht die Tatsache, sondern die Art und Weise, die die 46-Jährige dazu veranlasste, direkt nach dem letzten Ballwechsel ihre Spielerinnen einzusammeln und in der Kabine die Standpauke rauszuholen. „Wer nicht kämpft, der kann nicht gewinnen“, fasste van Hintum die 128 Minuten Spielzeit zusammen und klang dabei reichlich enttäuscht.

Denn im ersten Satz dominierten die Gastgeberinnen vor 895 Zuschauern klar, blieben in allen Spielelementen fast fehlerfrei, während die USC-Spielerinnen überhaupt kein Rezept gegen die Aachener Angriffe fanden. Es war lediglich einer starken Aufschlagserie von Münsters Leonie Schwertmann zu verdanken, dass der Durchgang für das Team von Trainer Andreas Vollmer nicht einstellig blieb.

Doch dann fing der USC an zu kämpfen, kam immer besser in Aufschlag/Annahme hinein –und im selben Tempo rauschte das Aachener Spiel in den Keller. Sechs Aufschlag-Fahrkarten sorgten dafür, dass Münster beim insgesamt 51. gespielten Punkt überhaupt erstmals in Führung ging, auf drei Punkte Vorsprung davonzog – und diesen dann auch beim 25:22 über die Linie brachte.

Doch damit nicht genug: Nach der Zehn-Minuten-Pause sahen die Zuschauer ein Spielgelbild des ersten Satzes, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Die „Ladies“ verkrampften zusehends, versuchten aber nicht, dem Spiel mit Kampfgeist und klaren Spielzügen noch eine neue Wendung zu geben, sondern die einmal entstandene Unsicherheit zog sich dann durch alle Spielelemente und führten zu komplizierten Konstruktionen, die nur selten von Erfolg gekrönt waren.

„Uns war klar, dass Aachen die Wucht aus dem ersten Satz nicht über die gesamte Spieldauer würde aufbringen können“, sah USC-Coach Andreas Vollmer sein Team immer mehr von der Überlegenheit der „Ladies“ wegknabbern. Eine fröhliche Trainingswoche dürfte jedenfalls nicht auf die Mannschaft von Saskia van Hintum warten.

Aachen: Dowd (Neuhaus), Adams(Oude Luttikhuis), Stoeten, Baciu (Whitson), Daalderop (Polder), Kalinovskaya, Knip

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