Aachen - „Ladies in Black“ leisten viel Widerstand in Stuttgart

„Ladies in Black“ leisten viel Widerstand in Stuttgart

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
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An der Überraschung knapp vorbeigeschrammt: Die „Ladies in Black“ Aachen bringen den neuen Tabellenführer Stuttgart an den Rand einer Niederlage. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Hätte ein Wagemutiger vor diesem Spieltag der Volleyball-Bundesliga die richtigen Ergebnisse getippt – er hätte ein reicher Mann werden können: Tabellenführer Schwerin kassierte seine zweite Niederlage (in Vilsbiburg), Suhl setzte sich in drei Sätzen in Wiesbaden durch.

Und weil die „Ladies in Black“ die Sensation beim MTV Stuttgart trotz großartiger Leistung knapp verpassten, lösen die Frauen vom Männerturnverein Schwerin an der Tabellenspitze ab – und Aachen rutscht auf einen Abstiegsplatz. Mit 1:3 (12:25, 25:19, 22:25, 23:25) mussten sich die Spielerinnen von Aachens Trainerin Saskia van Hintum geschlagen geben.

Und dass Stuttgarts Coach Guillermo Hernandez die Aachener Trainerin tröstend und erleichtert zugleich in den Arm nahm, zeigt, welche Last angesichts des unerwarteten Widerstands vom Spanier abfiel.

Perfekte Blockarbeit

Dabei ließ der erste Satz eher den Verdacht aufkommen, dass die Begegnung zu einem kurzen Abend für die Zuschauer werden würde: 25:12 lautete das eindeutige Ergebnis. Die „Ladies“ lagen zur zweiten technischen Auszeit mit sechs Punkten in Rückstand, die Überkopf-Zuspiele von Femke Stoltenborg wollten nicht funktionieren, so dass der Rückstand noch größer wurde.

Van Hintum nahm beim Stand von 11:22 zwar noch einmal eine Auszeit, doch danach störten sich zwei Aachener Annahmespielerinnen gegenseitig, dann nahm Nicole Oude Luttikhuis einen gegnerischen Aufschlag schlecht an – und der MTV brachte den Auftaktsatz locker nach Hause.

Wer nach diesem Beginn „kurzen Prozess“ befürchtete (oder erwartete), sah sich in der Folge allerdings getäuscht. Die „Ladies“ leisteten sich kaum Fehler bei ihren druckvollen Aufschlägen, standen hervorragend in der Feldabwehr – und Stoltenborg dirigierte ihre Mitspielerinnen, munterte auf, gab Tipps. Die Aachenerinnen setzten sich vor allem über die beiden Blockspielerinnen Anna Kalinovskaya und Jeanine Stoeten mit Angriffen durch die Mitte oder Überkopf-Zuspiele immer deutlicher ab und glichen ungefährdet nach Sätzen aus.

Auch im dritten Durchgang lagen die „Ladies“ zu Beginn schnell in Führung und trieben den Gegner durch perfekte Blockarbeit fast zur Verzweiflung. Doch im Mittelteil dieses hart umkämpften Satzes waren dann die Stuttgarterinnen wieder leicht überlegen, glichen den Aachener Vorsprung zum 13:13 aus und lagen bei der zweiten technischen Auszeit mit zwei Punkten vorn.

Die „Ladies“ erzielten vier Punkte in Folge, mussten den erneuten Ausgleich hinnehmen – und leisteten sich dann in der entscheidenden Satzphase zwei Unachtsamkeiten zu viel, so dass Stuttgart mit 2:1 Sätzen in Führung gehen konnte.

Im finalen Satz fighteten beide Teams um jeden Ball, die Gäste gerieten zwar mit 7:10 in Rückstand, starteten dann jedoch eine riesige Aufholjagd, die erst beim Stand von 15:11 durch einen Fehler unterbrochen wurde. Eine heiß umlämpfte lange Rallye endete zugunsten der Stuttgarterinnen, ein Flüchtigkeitsfehler brachte die Zwei-Punkte-Führung für den MTV zum 23:21.

Diagonalangreiferin Ioana Baciu konnte zwar noch ein letztes Mal verkürzen, doch dann schlugen die Stuttgarterinnen den Aachener Block an und verwandelten den ersten Matchball durch einen Angriffsschlag ins Spielfeld-Eck zum Sieg. Einziger Lohn für die besiegten „Ladies“: der stehende Applaus des fairen Publikums.

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