„Ladies in Black“ kämpfen mit Finanzproblemen

Von: Roman Sobierajski
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Die Hände zum Himmel: Die Aktion „Klenkes hoch“ der „Ladies in Black“ soll die drohende Krise abwenden. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der erste sportliche Erfolg der „Ladies in Black“ Aachen in dieser Saison ist eingefahren, doch die finanzielle Situation beim Volleyball-Bundesligisten erscheint dermaßen angespannt, dass die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten Fans, Sponsoren und Unterstützer schon zum ersten Heimspiel am kommenden Samstag gegen Vilsbiburg zu einer breit angelegten Solidaritäts- und Unterstützungsaktion auffordern, um die neue Saison überhaupt zu Ende spielen zu können.

„Klenkes hoch – für eine Zukunft der Ladies“ ist der Name der Aktion, der dem Team das sportliche Überleben sichern soll.

Das verbleibende Zeitfenster zur Rettung ist allerdings recht klein: „Wir wollen bis zur Transferperiode, die in Deutschland am 2. Januar endet, Klarheit haben, ob wir die Saison zu Ende spielen können“, sagt Bastian Heckert, Geschäftsführer der Ladies in Black Spielbetriebs GmbH. „Auch um unseren Spielerinnen zu ermöglichen, sich einen neuen Verein zu suchen, falls wir mit unseren Bemühungen keinen Erfolg haben sollten.“ Eine genaue Summe will Heckert nicht nennen, nennt die Lage aber dramatisch. „Und ich würde nicht von einer dramatischen Lage sprechen, wenn es hier nur um 50 oder um 50.000 Euro gehen würde.“

Trotz der sportlichen Erfolge der „Ladies“ in den letzten beiden Jahren – Platz 3 in der Meisterschaft der Saison 2012/13 und das Erreichen des Pokalfinales in der abgelaufenen Spielzeit – hielten die zusätzlich erzielten Einnahmen nicht mit den steigenden Ausgaben mit, die auch durch die Erfüllung des Masterplans der Volleyball Bundesliga auf die Vereine zukommt.

Kleines Beispiel: Allein der linienfreie Spielboden, der ab der nächsten Saison unabdingbar werden soll, schlägt mit Anschaffungskosten von 20.000 Euro zu Buche. Der Boden muss irgendwo gelagert und mindestens zwölf Stunden vor den Spielen in der Halle ausgerollt werden. Schon bei Samstagsspielen ein echtes Problem – bei Spielen in der Woche in einer Schulturnhalle wie der an der Neuköllner Straße eine unlösbare Aufgabe.

Erschwerend hinzu kommen für die Aachenerinnen die Auflagen für die Play-off-Spiele und die Pokalpartien ab dem Halbfinale, die ab dieser Saison wegen der nicht ausreichenden Deckenhöhe nicht mehr an der Neuköllner Straße stattfinden dürfen, sondern in der Arena Kreis Düren ausgetragen werden müssen. Resultat: Statt hoher vierstelliger Einnahmen pro Partie fallen nun für jede Begegnung fünfstellige Kosten an.

Zu den höheren Kosten und wegbrechenden Einnahmen gesellen sich noch Altlasten aus den vergangenen beiden Spielzeiten, wie sie nicht wenige Volleyball-Bundesligisten mit sich herumschleppen. „Wir hatten in der Saison vor zwei Jahren bereits ein Defizit, in der vergangenen Spielzeit hat sich die Lücke noch einmal vergrößert“, sagt Heckert, „und die Schulden müssen nun auch irgendwann bedient werden.“

Einen Weg aus dem aktuellen Dilemma soll die Unterstützung der Fans, der Sponsoren und auch von prominenten Aachenern aus anderen Bereichen bringen. „Für Spenden werden, abhängig von der Höhe, symbolische Belohnungen wie Anstecknadeln vergeben“, hofft Heckert von der Fanseite auf viele kleine Beiträge. Über Beiträge in den Social-Media-Auftritten anderer Vereinigungen und Institutionen soll die Aktion zudem auf eine möglichst breite Basis gestellt werden, Videoaufrufe Prominenter für weitere Unterstützung der Kampagne „Klenkes hoch“ sorgen.

Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht, um eines der sportlichen Aushängeschilder Aachens zu retten: Zwischen dem ersten Heimspiel und dem Ende der Transferfrist in Deutschland liegen gerade einmal zehn Wochen.

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