„Ladies in Black“ haben die besseren Nerven

Von: Roman Sobierajski
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Yvon Belien (hinten) im Angriff, doch Wiesbadens Ksenija Ivanovic hält dagegen. Foto: Jan Huebner

Aachen. Es war das erwartete Nervenspiel beim Auftritt der „Ladies in Black“ Aachen beim souveränen Tabellenführer VC Wiesbaden in der Volleyball-Bundesliga: „Unser Team zeigt schon wieder sein Auswärtsgesicht“, ärgerte sich Bundesliga-Koordinator Reinhard Strauch nach dem ersten – verlorenen – Satz.

Bis zur ersten technischen Auszeit hatte die Mannschaft von Trainer Marek Rojko auf Augenhöhe mithalten können, um sich dann von der früheren Aachener Diagonalangreiferin Karine Muijlwijk förmlich abschießen zu lassen.

Doch dann rissen sich die Spielerinnen um Kapitänin Karolina Bednarova selbst am Schopf aus dem Sumpf und schafften ein fast schon sensationelles Comeback.

Vor allem gelang es, den Angriffen der im ersten Durchgang beeindruckend auftrumpfenden Karine Mujlwijk mehr und mehr einen Riegel vorzuschieben. Zudem funktionierte auch das Zuspiel durch Femke Stoltenborg und Ron Ponte wesentlich besser, was die Angreiferinnen in bessere Abschlusspositionen brachte.

Der mit 25:21 gewonnene zweite Satz war ein erster Fingerzeig. Dass auch der dritte Durchgang mit dem selben Ergebnis ebenfalls an die Gäste ging, ließ den Aachener Anhang jubeln, denn zumindest ein Punkt war den „Ladies“ nach der neuen Dreipunkte-Regel bereits sicher.

Doch dann schlug Wiesbaden umso erbarmungsloser zurück: Den Aachenerinnen gelangen im vierten Durchgang gerade einmal 13 Punkte, der Tabellenführer brachte den vierten Satz nach Hause – und der Tiebreak musste entscheiden.

Hier sahen die Zuschauer einen nervenzerfetzenden Kampf: Die Hausherrinnen setzten sich über 13:7 auf 14:10 ab und hatten alle Trümpfe in der Hand, den Abend doch noch erfolgreich zu gestalten. Was dann folgte, war eine unglaubliche Aufschlagserie von Karolina Bednarova. Die „Ladies“ kämpften sich Punkt für Punkt in fast schon aussichtsloser Lage heran und schafften schließlich den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich zum 14:14.

Wer an dieser Stelle glaubte, die Spannung war nicht mehr zu steigern, der musste sich eines Besseren belehren lassen: Aachen legte zum 15:14 vor – und vergab den ersten Matchball. Aachen legte zum 16:15 vor – und ließ den zweiten Matchball aus. Dann gingen die „Ladies in Black“ erneut in Führung – und ließen sich diesmal den Sieg nicht mehr nehmen.

„Ich habe erst gedacht, dass unsere Spielerinnen nicht den Mut haben, die Partie zu beenden. Doch als wir immer mehr aufgeholt und sogar den Ausgleich geschafft haben, wurde mir klar, dass es die Wiesbadenerinnen waren, die Kieselchen in der Hose stecken hatten“, freute sich Reinhard Strauch nach der Sensation.

 


 

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