Dresden - „Ladies in Black“: Finaltraum endet im dritten Halbfinale

„Ladies in Black“: Finaltraum endet im dritten Halbfinale

Von: Roman Sobierajski
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Ladies Dresden
Trauer am Ende einer furiosen Saison: Romana Stankova (v.l.), Tatjana Crkonova und Jordanne Scott. Foto: Matthias Rietschel

Dresden. Thomas de Maiziere wollte auf Nummer sicher gehen: Wie schon beim ersten Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft zwischen dem Dresdner SC und den „Ladies in Black“ Aachen vor zehn Tagen war der Bundesinnenminister zu Gast in der Margon-Arena und sah mit 2755 anderen Zuschauern den 3:2-Sieg (25:21, 23:25, 25:14, 21:25, 15:9) der Dresdnerinnen, der den Finaleinzug bedeutete.

 Für die „Ladies in Black“ ist eine traumhafte Saison beendet, die Bronzemedaille für den dritten Platz dürfte da nur ein kleiner Trost sein, auch wenn die Mannschaft von Trainer Marek Rojko dem dreifachen Vizemeister, der im Finale auf Vilsbiburg trifft, einen Kampf auf Augenhöhe geliefert zu haben. Schon zu Beginn wollten die Dresdnerinnen zeigen, wer Herr im Hause ist, beeindruckten mit konstant gutem Angriffsspiel, und gingen mit 1:0-Sätzen in Führung.

Im zweiten Durchgang bestimmten dann die Aachenerinnen das Geschehen auf dem Spielfeld, lagen zur ersten Auszeit mit satten sechs Punkten vor. Die Dresdnerinnen kämpften sich heran, machten beim Stand von 10:8 für die „Ladies“ gleich fünf Punkte in Folge. Doch wie Kapitänin Karolina Bednarova bereits angekündigt hatte, war man nicht nach Dresden gereist, um Gastgeschenke zu verteilen. Aachen lag zwar noch 13:16 bei der zweiten technischen Auszeit hinten, machte dann Punkt um Punkt, lag bei 18:17 erstmals vorn – und brachte sich fast noch um den Lohn: Bei 22:22 ging eine Dresdner Annahme zurück in die Aachener Spielhälfte, aber niemand fühlte sich für den „Danke“-Ball zuständig. Doch das 23:22 sollte der letzte DSC-Punkt in dieser Durchgang gewesen sein, der Satz ging an die „Ladies“.

Mikhailenko sorgt für Dauerdruck

Doch das Dresdner Team zeigte sich vom Satzausgleich wenig beeindruckt und brachte die „Ladies“ zum Auftakt genauso in die Bredouille: Vor allem das Problem, den Angriff auf den Boden zu bringen, sorgte für einen bequemen Vorsprung der Dresdnerinnen bei 16:10. Und Dresden drehte weiter am Gas: Kristina Mikhailenko setzte mit starken Aufschlägen die Aachener Annahme unter Dauerdruck, die überragende Lisa Izquierdo tat sich als Vollstreckerin hervor. Trainer Marek Rojko griff tief in die psychologische Trickkiste und wechselte Außenangreiferin Laura Weihenmaier gegen die zweite Libera Julia Van den Berghen aus. Der Durchgang ging klar an die Dresdnerinnen, deren erklärtes Saisonziel natürlich die Finalteilnahme ist.

Izquierdo schwer verletzt

Aachen endgültig am Boden? Keineswegs. Die Aachener Spielerinnen steckten die „Klatsche“ ebenso psychologisch weg wie den weggegebenen vierten Satz im zweiten Spiel. Die „Ladies“ kamen zurück, lagen ständig leicht vorn, bis sich beim Dresdner Ausgleich zum 14:14 Lisa Izquierdo so schwer verletzte, dass sie vom Feld musste. Der DSC seiner schärfsten Waffe beraubt, die „Ladies“ gingen mit drei Punkten in Führung, zumal Laura Weihenmaier das richtige Händchen bei den Angriffen wiederfand. Drei Punkte bis zum Satzgewinn bei 22:18 für Aachen, die „Ladies“ waren wieder auferstanden. 23:19, noch zwei Punkte. 24:20, die Chance zum Ausgleich. Karolina Bedanrova vergab die erste Chance und verwandelt die zweite. Tiebreak, finale Enscheidung auf dem Weg zum Finale.

Und genau für diesen Moment hatten sich die „Ladies“ eine Neuerung aufgespart, einen Verlauf, den es in der gesamten Saison kein einziges Mal gegeben hatte: Die „Ladies“ verloren einen Tiebreak. Dresden ging schnell mit 5:1 im Führung, legte zum 9:3 nach, hatte auch bei 11:6 die Nase vorn – und bei 13:7 alle Chancen. 14:8 - Matchball für Dresden und die Entscheidung, die „Ladies“ geschlagen. „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Mannschaft, auch wenn wir das Finale nicht erreicht haben. Wir haben die gesamte Saison auf Topniveau gespielt“, klatschte Aachens Trainer seinen Spielerinnen trotz der Niederlage Applaus.

Team und Trainer laden am heutigen Donnerstag, 20 Uhr, in das „Keins“ am Eulersweg zu einem von Hallensprecher Andre Schnitker moderierten „Meet and Greet“ mit allen Trainern und Spielerinnen. Viele der „Ladies“ werden bereits am Freitag bei ihren Nationalteams sein.

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