„Ladies in Black“: Finaler Kampf um die dritte Kommastelle

Von: Roman Sobierajski
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Können die „Ladies in Black“ Aachen auch nach der Partie gegen den Dresdner SC jubeln, wie hier nach dem Heimsieg über Köpenick? Bereits ein gewonnener Satz könnte die Rettung bedeuten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bei heißen Ballwechseln oder engen Punkteständen in den Spielen der „Ladies in Black“ Aachen lässt sich Hallensprecher André Schnitker gerne zu dem Spruch „Alfred Hitchcock ist eine Pappnase“ hinreißen.

Aber wenn am Samstagabend (19.30 Uhr) der Dresdner SC in Aachen zum letzten Hauptrundenspiel der Volleyball-Bundesliga antritt, kann man nur sagen „André Schnitker ist eine Pappnase“, denn unerträglich spannender und knapper kann ein Saisonfinale eigentlich nicht sein – zumal der eigentliche Gegner auch noch rund 650 Kilometer entfernt spielt und Köpenicker SC heißt.

Seit Mittwochabend, 21.33 Uhr, sind die Aachenerinnen durch den Punktgewinn des Aufsteigers aus Straubing gegen Vilsbiburg auf den 11. Tabellenplatz und damit auf den ersten Abstiegsrang abgerutscht. Mit ebenfalls 28 Punkten und neun Siegen – die ersten beiden Kriterien für die Reihenfolge in der Tabelle – rangiert der Köpenicker SC auf Tabellenplatz 10 vor den „Ladies“.

Die Aachenerinnen haben zwar beide Aufeinandertreffen mit Köpenick für sich entschieden (3:2 und 3:1), doch der direkte Vergleich ist nachrangig gegenüber dem Quotienten aus gewonnenen und verlorenen Sätzen.

Spätestens hier lohnt es sich, den Taschenrechner rauszukramen: Mit aktuell 39:51 Sätzen kommt der Köpenicker SC auf einen Quotienten von 0,76, Aachen rangiert mit 36:48 Sätzen (Quotient 0,75) einen Wimpernschlag dahinter. Wenn es den „Ladies in Black“ nun gelingen sollte, den favorisierten Dresdnerinnen einen einzigen Satz abzunehmen und Köpenick gleichzeitig gegen den MTV Stuttgart ohne Erfolgserlebnis bliebe, hätten sich die Verhältnisse gedreht – bei der dritten Stelle hinter dem Komma!

Aachen würde mit einem Satzquotienten von 0,7254 auf den zehnten Platz, der zugleich die Teilnahme an den Pre-play-offs bedeutet, vorrücken, Köpenick hätte mit 0,72222 das Nachsehen.

„Solange wir die Chance haben, selbst den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, werden wir alles unternehmen“, kündigt Aachens Trainer Manuel Hartmann einen heißen Tanz für die Partie gegen Dresden an. „Am Samstag muss von uns noch einmal alles reingelegt werden. Wir spielen mit allem, was wir haben.“

Für die Heimmannschaft spricht die kleine, dunkle Halle und das euphorische Publikum; dagegen, dass es für Dresden um die Verteidigung der Spitzenposition in der Liga geht. „Wir haben keine extrovertierte Mannschaft, sondern viele junge Spielerinnen, die sehr auf sich und ihre Leistung fixiert sind“, hofft Hartmann auf lautstarke Unterstützung von den Rängen und dass seine Spielerinnen angesichts der ernsten Lage noch einmal das volle Leistungsvermögen abrufen können. Und wenn alles klappt, kann dann André Schnitker am Ende des Abend die Pappnase an Alfred Hitchcock zurückgeben.

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