„Ladies in Black“: Ende einer furiosen Saison

Von: Roman Sobierajski
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Gentleman mit „Bronze-Ladies“: Karolina Bednarova (links) und Julia Van den Berghen Donnerstagabend während des Empfangs im PTSV-Bistro im Interview mit André Schnitker. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der letzte Ballwechsel im dritten Halbfinale zwischen dem Dresdner SC und den „Ladies in Black“ Aachen war gerade seit ein paar Minuten Geschichte, die Aachenerinnen hatten von den Vertretern der Deutschen Volleyball Liga die Bronzemedaillen als unterlegener Halbfinalist entgegengenommen, da klingelte das Handy von Aachens Trainer Marek Rojko.

Der 36-Jährige lehnte das Jobangebot eines anderen Volleyball-Bundesligisten höflich dankend ab, verwies auf seinen laufenden Vertrag in Aachen – und ging mit seiner Mannschaft feiern, trotz der Niederlage mit allem Grund. Die Partie in Dresden mit den Spielerinnen, dem Stab und auch den treuen Auswärtsfans dauerte ihre Zeit, das zweite Zuhause der „Ladies“ auf (mehr als) vier Rädern steuerte erst am Donnerstag um neun Uhr wieder heimische Gefilde an.

Die Art und Weise, wie sich die zu Saisonbeginn weitgehend neu zusammengestellte Mannschaft in der Spielzeit präsentiert hat, der von keinem auch nur halbwegs mit der Materie Befassten erwartete sportliche Höhenflug, hat nicht nur auf dem 81 Quadratmeter großen Spielfeld begehrliche Blicke der Konkurrenz geweckt. „Wenn mir vor dem Halbfinale jemand erzählt hätte, dass wir Dresden zweimal in den Tiebreak zwingen, hätte ich gesagt ‚Ja, ja, schöner Traum‘“, rückt Rojko die Kräfteverhältnisse zurecht. „Wir hatten unsere Chance, den Finaleinzug zu schaffen, auf der anderen Seite haben wir am Limit gespielt.“

Aufgaben für die kommende Spielzeit warten ausreichend auf den Trainer und den gesamten Stab. Während die Mannschaft die Bundesliga komplett aufgemischt hat, humpelten die restlichen Strukturen nach dem überraschend problemlos geklappten Wechsel von der Alemannia hin zum PTSV ein wenig hinterher. „Für die kommende Saison brauchen wir ein besser ausgewogenes Team“, hat sich Rojko für die Kaderzusammenstellung auf die Fahne geschrieben.

Besser ausgewogen, das heißt vor allem mehr Qualität von den Spielerinnen aus der zweiten Reihe, um je nach Spielverlauf mehr variieren zu können. Das Team blieb fast während der gesamten Saison von Verletzungen verschont, doch im Halbfinal-Spiel in Dresden bekam Diagonalangreiferin Jordanne Scott Pro-bleme an der Patellasehne. „Wir hatten zum Ende hin keine Auswechselmöglichkeiten mehr“, bewertet Aachens Trainer die Partie. „Alle Dresdner Offiziellen haben ihre Anerkennung dafür ausgedrückt, wie wir uns präsentiert haben.“

Anerkennung? „Die hatten Schiss“, drückt es Laura Weihenmaier weniger diplomatisch, aber richtig aus. Die 23-jährige Außenangreiferin ist eine der großen Gewinnerinnen der Saison, hat sich bis in den 26er-Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM vorgespielt, die endgültige Einladung flatterte Donnerstag auf den Tisch. „Ich glaube, dass ich mir das verdient habe mit meinen Auftritten in den Play-offs“, schätzt Weihenmaier selbstbewusst ein.

Kapitänin Karolina Bednarova hat dagegen nach dem ersten Frust-Shoppen nach der Halbfinal-Niederlage ihre Berufung in die Nationalmannschaft abgesagt, um sich um Ausbildung und Studium zu kümmern. Und hat schon kämpferisch das nächste Aufeinandertreffen im Blick: „Für diese Saison möchte ich einfach nur das Positive behalten. Aber für die kommende gilt: Man sieht sich immer zweimal im Leben.“

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