„Ladies in Black“: Beflügelt von der Erinnerung ans Finale

Von: Roman Sobierajski
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Den Klenkes hoch auf die Herausforderung im DVV-Pokal: Die „Ladies in Black“ treffen im Viertelfinale auf Aurubis Hamburg. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Eigentlich ist alles so wie vor rund einem Jahr – und eigentlich ist alles anders. Wie schon in der Vorsaison treffen die „Ladies in Black“ Aachen im Viertelfinale des DVV-Pokals erneut auf Aurubis Hamburg. Damals ging das Team von Aachens Trainer Marek Rojko etwas überraschend mit 3:1 in Hamburg als Sieger vom Platz.

Die weitere Geschichte ist bekannt: Dem 3:0 über Vilsbiburg folgte die knappe Niederlage der „Ladies“ im Finale gegen Stuttgart.

Im aktuellen Wettbewerb haben die Aachenerinnen am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) diesmal Heimrecht, und ein Sieg über die runderneuerten Hamburgerinnen – nur noch Mittelblockerin Nina Braak ist aus der vergangenen Saison dabei, elf Spielerinnen kamen neu – wäre nicht mehr die ganz große Überraschung. Wenn man den Hamburgern glaubt, die vor dem Aufeinandertreffen kleine Pokalbrötchen backen: Die „Ladies“ plage „die Last des Gewinnenmüssens“, während das eigene Team von „der Leichtigkeit des Gewinnendürfens“ beflügelt wird.

Soweit die Poesie. Tatsächlich laufen im Kopf von Bastian Heckert, Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, schon die Planspiele für die Widrigkeiten des „Gewonnenhabens“ ab. Denn das Halbfinale müsste, so den „Ladies“ denn Heimrecht zugelost würde, nach den Auflagen der Volleyball-Bundesliga in der Arena Kreis Düren ausgetragen werden. Und das mit den entsprechenden Kosten angesichts der angespannten finanziellen Situation. „Diese eine Partie kriegten wir schon irgendwie gestemmt“, meint Heckert, für den ein freiwilliger Verzicht auf das Heimrecht keine Alternative wäre. „Das wäre nicht fair unseren Sponsoren gegenüber.“

Und dann bleibt – gewinnen müssen oder dürfen – immer noch die sportliche Herausforderung. Zumal die Hamburgerinnen mit einer fast komplett neuen Mannschaft antreten, darunter die frühere Aachener Außenangreiferin Jana-Franziska Poll (davor Schweriner SC) und die Ex-“Lady“ und Diagonalangreiferin Karine Muijlwijk (davor VC Wiesbaden). In der Liga ist das Team aus dem Stadtteil Fischbek nach zwei Siegen aus sieben Partien zwar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, für Aachens Coach Marek Rojko aber kein Grund, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: „Hamburg hat mit Poll und Muijlwijk zwei sehr starke Angreiferinnen, die wir unter Kontrolle bringen müssen, wenn wir unser eigenes Spiel durchbringen wollen.“

Aber auch wenn die „Ladies“ in der vergangenen Spielzeit dreimal über Hamburg triumphierten – im Pokal und zweimal in der Liga mit einem 31:29 im dritten Satz des Rückspiels –, lassen diese Ergebnisse für Aachens Tatiana Crkonova keine Rückschlüsse auf den Ausgang der Partie zu. „Da steht mittlerweile eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld“, meint die 23-Jährige, die im letzten Jahr noch als Mittelblockerin agierte, seit Saisonbeginn aber als Diagonalangreiferin eingesetzt wird. „Das ist zwar eine andere Aufgabe, aber ich mag sie schon gerne. Ich habe auf dieser Position auch schon in der Nationalmannschaft gespielt, und es war nicht so übel.“

Crkonova, die bereits seit 2013 das schwarze Trikot trägt und somit zu den „älteren Ladies“ in der Mannschaft gehört, fiebert dem erneuten Kräftemessen mit Aurubis entgegen: „Der Sieg gegen Hamburg war der Ausgangspunkt für unseren Weg bis ins Finale nach Halle. Das ist eine riesige Motivation für uns alle, besonders für die Spielerinnen, die in der vergangenen Saison auch dabei waren. Das waren Momente, die man nicht vergisst.“

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