Aachen - Ladies-Direktor Gutgesell: „In diesem Jahr spielen wir noch schneller“

Ladies-Direktor Gutgesell: „In diesem Jahr spielen wir noch schneller“

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Stellt bereits jetzt die Weichen für die kommende Saison: Sebastian Gutgesell, Sportdirektor des Volleyball-Bundesligisten „Ladies in Black“ Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Lediglich drei Niederlagen gegen die „Großen“ Schwerin, Dresden und Stuttgart verbuchten die „Ladies in Black“ in der Hinrunde der Volleyball-Bundesliga. Mit einem Sieg im abschließenden Heimspiel am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen den VC Wiesbaden könnten die Aachenerinnen auf Tabellenplatz fünf „überwintern“.

Ein bilanzierendes Gespräch über den bisherigen Saisonverlauf führte Roman Sobierajski mit Sebastian Gutgesell, Sportdirektor der „Ladies“.

Herr Gutgesell, als Sportdirektor der „Ladies“ kann man sich doch nach dieser Hinrunde einfach nur zufrieden zurücklehnen und sich selbst auf die Schulter klopfen, oder?

Sebastian Gutgesell: Einerseits ja: Unser Konzept ist jedenfalls aufgegangen. Und mit den acht Spielerinnen, die bei uns geblieben sind, haben wir nahtlos an die Leistungen der Rückrunde angeknüpft. Andererseits bin ich gerade schon dabei, die Weichen für die kommende Saison zu stellen. Wir werden jetzt mit unseren Spielerinnen Gespräche führen, und natürlich halte ich auch nach neuen Ausschau. Wenn es noch mal so kommen sollte, dass wir so viele Spielerinnen halten können, wird das auf jeden Fall wesentlich mehr Arbeit werden als im letzten Jahr.

Sie werden sicher keine Namen nennen wollen oder können, aber in welcher Kategorie suchen Sie nach neuen Spielerinnen? Eher niederländische Talente oder doch gestandene Bundesliga-Spielerinnen?

Gutgesell: Sowohl als auch. Wir können das nicht machen wie die Topteams, die sich einen 14er-Kader mit gestandenen Spielerinnen leisten können. Wir werden weiterhin darauf angewiesen sein, auch Spielerinnen auszubilden, über zwei, drei Jahre perspektivisch zu formen.

Dass Ihre Mannschaft bereits zum Auftakt so gut eingespielt war, bedeutete sicher einen großen Vorteil. Aber die Bedeutung dieses Vorteils dürfte sicher mit zunehmendem Saisonverlauf immer weiter schrumpfen.

Gutgesell: Natürlich sind jetzt auch die anderen Teams immer besser eingespielt. Aber auch unsere Spielerinnen machen im Laufe der Saison immer noch eine Weiterentwicklung durch, auch wenn die Sprünge nicht mehr so groß sind wie im Sommer. Da haben vor allem Nicole Oude Luttikhuis und Tessa Polder von ihren Einsätzen in der niederländischen Nationalmannschaft profitiert.

Dann könnte man doch mal ein Dankesschreiben an den niederländischen Volleyballverband schicken, der dem Verein mit den gegebenen Einsatzzeiten einen Teil der Arbeit abgenommen hat.

Gutgesell (lacht): Ich denke, es liegt eher an unserer Arbeit, dass sich unsere Spielerinnen für die Nationalmannschaft angeboten haben. Ohne die Leistungen im Verein, gäbe es wohl auch keine Einladung zur Nationalmannschaft. Natürlich ist es ein Vorteil, dass diese Spielerinnen über den Sommer hinaus auf hohem Niveau weiter im Training waren. Ich möchte übrigens den Trainer des USC Münster korrigieren, der gesagt hat, unsere Spielerinnen würden vom Verband finanziert. Das machen wir schon selbst.

Dresdens Trainer Alex Waibl hat nach dem mühevollen Sieg seiner Mannschaft hier in Aachen die „Ladies“ in höchsten Tönen gelobt, wofür er nicht unbedingt bekannt ist.

Gutgesell: Das ist richtig, aber gegen Dresden haben wir auch eine Topleistung abrufen können. Wir hatten auch darüber hinaus nur wenige Spiele, in denen man mit der gezeigten Leistung nicht zufrieden sein konnte. Bemängeln könnte man, dass es uns einige Male kurz vor Satzende nicht gelungen ist, die letzten, entscheidenden Punkte zu machen. Das ist eigentlich das Letzte, was noch fehlt, um auch gegen ein Team aus den Top drei zu punkten.

Kann man trotzdem sagen, dass die Erwartungen, mit denen das Team in die Saison gegangen ist, erfüllt wurden?

Gutgesell: Das auf jeden Fall. Wir haben ja keinen festen Tabellenplatz als Saisonziel vorgegeben, sondern wir wollten uns neben Teams wie Münster und Wiesbaden hinter den Topteams etablieren. Und das ist gelungen. Hinzu kommt, dass wir eindrucksvoller gegen Mannschaften wie Erfurt oder Suhl gewonnen haben als in der Vergangenheit, wo wir uns damit manchmal etwas schwergetan haben. Nach dem Tiebreak-Sieg in Münster haben einige von einem verlorenen Punkt gesprochen. Für mich sind das eindeutig zwei gewonnene.

Hat sich im Verlauf der Hinrunde auch die Spielanlage der Mannschaft geändert? Zu Beginn war das Team sehr blockorientiert . . .

Gutgesell: . . . was immer noch eine unserer großen Stärken ist, womit wir viele Punkte erzielen. Aber man merkt auch, dass sich der Vortrag über unsere Zuspielerin Britt Bongaerts von Spiel zu Spiel noch besser einspielt, die Abstimmung immer besser wird. Ich würde sagen, dass wir im vergangenen Jahr schnell gespielt haben, jetzt spielen wir schneller.

Wann wird es die erste Liveübertragung eines Spiels aus der Neuköllner Straße geben?

Gutgesell: Sport1 blickt bislang nur auf die Topteams und sucht die 20 live übertragenen Spiele pro Saison danach aus. Vielleicht sind wir ja im nächsten Jahr dabei, wenn wir gut abschneiden. Aber das dürfte aufgrund der Hallensituation dann kein Heimspiel sein.

Das Dauerthema Hallenneubau: Gibt es denn Fortschritte?

Gutgesell: Wir sind in sehr intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Rat. Aber konkrete Schritte gibt es noch nicht.

Wird das eine Jamaika-Halle?

Gutgesell: Wie die dann heißt, ist mir eigentlich egal. Aber die Halle muss für Aachen finanzierbar und tragbar sein. Momentan gibt es noch zu viele Ideen, wie man so etwas gestalten könnte. Auch der Standort ist noch nicht klar, es sind mehrere im Gespräch. Aber selbst, wenn die Entscheidung in der kommenden Saison fallen würde, hieße das nicht, dass ein Jahr später eine Halle aus dem Boden gestampft wäre.

Der letzte Gegner der „Ladies“ ist diesem Jahr ist der VC Wiesbaden, der kurz vor Weihnachten mal eben Tabellenführer Stuttgart aus dem Pokal-Halbfinale geworfen hat. Aber jetzt in der Weihnachtszeit gehen viele Wünsche in Erfüllung.

Gutgesell: Dann würde ich mir einen Sieg gegen Wiesbaden wünschen, auch wenn das keine einfache Aufgabe werden wird. Gewinnen wir die Partie glatt, sind wir wieder bis auf einen Punkt an Münster heran. Und ich wünsche mir, dass uns die Schritte, die wir in der Hinrunde gemacht haben, auch in der Rückrunde gelingen. Und das mache ich nicht von einem konkreten Tabellenplatz abhängig.

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