Kommentiert: Kehrtwende gefragt

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Kommentiert: Kehrtwende gefragt

Ein Kommentar von Roman Sobierajski

Die „Ladies in Black“ sind dem sportlichen Tod in allerletzter Sekunde von der Schippe gesprungen, treten auch weiterhin im Volleyball-Oberhaus an. Alles andere wäre angesichts der bundesweit hohen Sympathiewerte, der Fankultur und Fairness sowie des Stellenwerts als sportliches Aachener Aushängeschild auch schwer verdaulich gewesen.

Festhalten muss man aber auch: Profi-Volleyball ist und bleibt ein Zuschussgeschäft, abhängig von Sponsorentum. Zudem noch schwierig an den Mann zu bringen, denn die Vermarkter werben zu Jahresbeginn für ein Produkt, das man erst im Oktober sehen kann und dessen Erfolg nicht prognostizierbar ist. Allerdings wird sich die Volleyball-Bundesliga bei der nächsten Versammlung auch kritische Fragen der Vereine gefallen lassen müssen. Der Mittelfluss ist eine Einbahnstraße.

Die Klubs finanzieren den Verband, der Ertrag in die Gegenrichtung besteht bislang aus einem neuen Logo, dem Slogan „Wir punkten mit Respekt“ und dem Masterplan. Ein Leitfaden zur Professionalisierung, der den Vereinen immer höhere Standards und somit Aufwendungen vorschreibt, die nicht in sportliche Qualität gesteckt werden können. Stand des Lizenzierungsverfahrens: Nur sechs von 24 Profivereinen haben die Spielberechtigung ohne Auflagen erhalten – ein Viertel.

Drei Teams müssen „moderate“ Bedingungen erfüllen, zehn weitere „umfangreiche“, drei müssen in der Nachlizenzierung nachsitzen. Eine Entwicklung, zu der Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Liga, meinte: „Damit können wir nicht zu 100 Prozent zufrieden sein.“ Besser ausgedrückt wäre die Lage wohl mit: Alle Alarmglocken müssen läuten und auch ein neuer Weg gefunden werden, sollen die beiden Volleyball-Bundesligen nicht zu exklusiven Skatrunden mit sechs Teilnehmern „gesund“-schrumpfen.

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