Kollektives Durchatmen nach dem Volleyball-Krimi

Von: Guido Jansen
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Starke Partie in Block und Angriff: Jaromir Zachrich (links) hatten allen Grund zur Freude. Kollege Zonzon jubelt mit. Foto: Guido Jansen

Düren. Durchatmen war angesagt. Ganz tief. „Mit platzt der Kopf”, sagte Sven Anton. „Ich habe so viel gebrüllt”, sagte er mit leiser, angeschlagener Stimme. Mit dem Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren atmeten am Samstag noch rund 1800 andere Menschen tief durch.

Die meisten von ihnen, weil sie Zuschauer bei einem spannenden und intensiven Volleyball-Krimi über 135 Minuten waren. Sie hatten nicht weniger gebrüllt, geklatscht und getrommelt.

Am Ende jubelten alle befreit, weil Evivo die RWE Volleys Bottrop in einem Schlüsselspiel nieder gekämpft hat. 3:2 (25:21, 19:25, 20:25, 25:21, 15:7) lautete das Ergebnis. Und während die Menschen in der Halle ihrer Freude noch lautstark Ausdruck verliehen, atmete Sven Anton am Hintereingang der Arena tief durch.

„Gott sei Dank”, sagte der 40-Jährige. „Wenn wir das Ding verloren hätten, dann wäre die Saison im Eimer gewesen.” Deswegen hat der Trainer so viel gebrüllt. Hätte Evivo verloren, dann wäre die Chance, die bisher so wechselhafte Saison noch in gute Bahnen zu lenken, weg gewesen. Dürens Volleyballer hätten bis zum Beginn der Playoffs maximal noch Sechster werden können und hätten damit im Viertelfinale ein ganz schweres Los gehabt. Jetzt ist vielleicht sogar noch Platz vier möglich.

Bange Momente

Jaromir Zachrich schnaufte nach der Partie ebenfalls laut durch. „Wir haben es geschafft, uns selbst aus dem Schlamassel heraus zu ziehen”, sprach er von den bangen Momenten in der Mitte der Partie. Die Sätze zwei und drei gingen an die starken Gäste aus Bottrop.

Auch Durchgang vier lag das Team um den Ex-Dürener Tim Elsner vorne. Im Gegensatz zum Heimspiel gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen Ende Dezember wurde das Publikum aber nicht unruhig. Kein Pfiffe gegen die eigene Mannschaft, sondern immer lauter werdende Unterstützung. „Die Jungs kämpfen wie die Stiere. Das Publikum merkt das”, bescheinigte Anton seiner Mannschaft die richtige Einstellung. Der Trainer atmete noch einmal durch, weil seine Spieler es in einer Stress-Situation wieder geschafft hatten, nicht den Kopf zu verlieren. Das war im alten Jahr zu häufig passiert.

Offenbar hat die Mannschaft dieses Problem im alten Jahr gelassen. Denn Evivo packte nicht die Brechstange aus, sondern blieb geduldig und wurde dafür belohnt. Fünf Fehler im Aufschlag und vier in der Annahme der gegnerischen Aufschläge - das ist für ein Spiel über fünf Sätze sehr wenig. Dazu kam der Vorteil, dass die Gastgeber im entscheidenden fünften Satz eindeutig besseren Nerven hatten.

Auf Dünnes ist Verlass

Das nächste tiefe Durchatmen war angesagt, weil Christian Dünnes, Evivos wichtigster Angreifer, die Partie unbeschadet überstanden hat. Die Schulter macht dem 26-Jährigen derzeit Probleme. Eigentlich sollte er geschont werden. Im dritten Satz musste der 2,07-Meter dann doch ran. „Wenn er auf dem Feld steht, dann ist das Spiel für alle Anderen viel einfacher”, erklärte der Trainer.

Der Gegner konzentriert sich automatisch auf Dünnes. Und dann hat es beispielsweise der Pole Kamil Kacprzak einfacher, sich im Angriff durchzusetzen. „Kamil wird von Spiel zu Spiel besser”, lobte Anton den jüngsten Neuzugang.

Am Samstag geht´s weiter

Eine volle Trainingswoche steht Evivo nun zur Verfügung. Zeit, um die neuen Spieler weiter einzubauen und die zahlreichen Wehwechen auszukurieren. Erst am kommenden Samstag geht´s weiter mit dem Heimspiel gegen den CV Mitteldeutschland. Dann wird´s wieder ernst, denn eine Niederlage kann sich Evivo genau so wenig leisten wie gegen Bottrop.
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