Düren - Interview: Powervolleys wollen etwas Großes erreichen

Interview: Powervolleys wollen etwas Großes erreichen

Von: jan
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Emotionaler Einpeitscher: Tommi Tiilikainen bereitet seine Mannschaft auf das erste Play-off-Spiel am Sonntag gegen Lüneburg in der Arena Kreis Düren vor. Foto: Guido Jansen

Düren. Düren zählt zu den positiven Überraschungen in der Volleyball-Bundesliga in diesem Jahr. Mit dem neuen Trainer Tommi Tiilikainen, 29, haben die SWD Powervolleys den Sprung zurück in die Spitze der Liga geschafft. Unter dem jungen Coach ist Düren zur Mannschaft mit den meisten Varianten im Angriff geworden.

Das alles müssen der Finne und seine Spieler in der wichtigsten Phase der Saison jetzt bestätigen: in den Play-offs. Am kommenden Sonntag um 18 Uhr startet Düren als Tabellenvierter mit einem Heimspiel in das Viertelfinale gegen den Fünften Lüneburg. „Jetzt ist Showtime“, sagt Tiilikainen im Interview mit Guido Jansen.

Was sagt Ihnen die Tatsache, dass die Powervolleys Lüneburg in dieser Saison zweimal geschlagen haben?

Tiilikainen: Nicht viel, ehrlich gesagt. Natürlich wissen wir, dass wir gute Ergebnisse erzielen, wenn wir gut spielen. Aber die Ligaspiele gegen Lüneburg sind Vergangenheit. Die Play-offs sind wie ein frischer Start, wie eine neue Saison.

Sie haben vom ersten Training an gesagt, dass Sie die Mannschaft auf das Finale vorbereiten. Zählen die Viertelfinalspiele gegen Lüneburg auch zu dieser Vorbereitung?

Tiilikainen: Alles, woran wir bisher gearbeitet haben, hatte den Sinn, dass wir am Ende so gut wie möglich sind. Wenn wir das Halbfinale erreichen wollen, dann müssen wir gut spielen, wenn wir ins Finale wollen, dann müssen wir großartig spielen.

Sie haben zweimal gegen Lüneburg gespielt. Was können Sie über den Viertelfinal-Gegner sagen?

Tiilikainen: Für mich geht es weniger um die Gegner, sondern um uns. Was ich sagen kann: Vor allem auswärts war es für uns richtig schwer. Sie spielen gutes Volleyball, sind Fünfter in der Liga, knapp hinter uns. Das wird eine enge Entscheidung. Ein Team kommt weiter, das andere freut sich nicht drüber, in den Urlaub geschickt zu werden.

Ist der Heimvorteil für Lüneburg im Rückspiel nicht mehr so groß, weil sie die Play-offs nicht mehr in ihrer kleinen Halle spielen dürfen, sondern nach Hamburg ausweichen müssen?

Tiilikainen: Ich sehe das so: Ich habe jetzt einen Heimvorteil, weil meine Schwester in Hamburg gespielt hat (lacht). Ich hoffe einfach auf einen harten, packenden Kampf, der gut ist für das Volleyball. Egal wo.

In der ersten Hälfte der Saison hat Ihr Team sehr viele ungewöhnliche Kombinationen im Angriff gezeigt, in den vergangenen Wochen war das Spiel weniger ungewöhnlich. Warum?

Tiilikainen: In der Hinrunde haben wir viele Dinge entwickelt. Vielleicht glaubt man dann, dass das immer so weitergeht mit neuen Varianten. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir eine ziemlich gute Idee haben, wie wir variieren können und in den Play-offs spielen wollen.

Hat das auch damit zu tun, dass die Gegner die neuen Varianten mittlerweile auf dem Zettel haben?

Tiilikainen: Ja, durchaus. Trotzdem ist das ein netter Vorteil für uns. Wir können auf verschiedene Weisen spielen und unsere Haut ziemlich schnell erneuern. Wir haben viele verschiedene Stärken, aus denen man ein interessantes Puzzle zusammensetzen kann. Das ist jetzt meine Aufgabe, für jede Aufgabe die Teile zu finden, die am besten passen.

Das Duell des Vierten gegen den Fünften ist meistens das spannendste in den Play-offs, bei den anderen Paarungen ist der Abstand in der Tabelle größer. Ist der Druck auf Düren besonders hoch?

Tiilikainen: Jetzt ist Showtime. Daran haben wir bis hierhin gearbeitet. Wir haben ein gutes Team zusammen. Im Sommer werden Spieler gehen, andere dazukommen. In unserem Team hat jeder verstanden, dass jetzt die Zeit ist, um mit dieser Gruppe etwas zu schaffen, an das er sich später erinnert. Wenn wir frei sind und nicht an das Ergebnis denken, sondern aufs Feld gehen und uns die Seele aus dem Leib spielen, dann ist viel möglich.

Gibt es eine Sache im Spiel Ihrer Mannschaft, von der Sie sagen: Wenn das passt, dann können wir es in Play-offs weit bringen?

Tiilikainen: Aufschlag und Annahme der gegnerischen Aufschläge. Wenn wir da spielen, wie wir uns das vorstellen, dann schaffen wir es auch, die Magie auf das Spielfeld zu bringen, die wir in dieser Saison schon häufiger gezeigt haben.

Sollten Sie es mit Ihrem Team ins Halbfinale schaffen, dann wäre der Gegner höchstwahrscheinlich der VfB Friedrichshafen. Was sagt Ihnen die Tatsache, dass Düren das einzige Team ist, das den Tabellenführer in dieser Saison geschlagen hat?

Tiilikainen: Wir haben von Tag eins der Vorbereitung an gesagt, dass wir Großes erreichen wollen. Dafür müssen wir uns auf heute konzentrieren. Jetzt geht es darum, dass wir gegen Lüneburg so stark wie möglich sind. Was auch immer danach kommt – es kommt erst danach. Die Vision, dass etwas Großes möglich ist, ist jeden Tag da. Aber der Fokus liegt auf dem Moment.

Hinter den Kulissen läuft die Planung für die nächste Saison schon länger. Sie reden da an vorderster Stelle mit. Wie stehen die Chancen, dass das Team zusammenbleibt?

Tiilikainen: Ich bin zufrieden damit, wie wir dieses Team zusammengestellt haben. Wir haben großartige Jungs in unserer Mannschaft. Die Realität ist aber, dass es Veränderungen geben wird. Wenn du eine erfolgreiche Saison spielst wie wir das tun, dann ist es unwahrscheinlich, dass alle Spieler bleiben. Es sei denn, du hast sehr, sehr viel Geld. Dann kann das klappen. Wer bleibt, wer geht – gerade haben wir wichtigere Themen, die Play-offs nämlich. Was die Dinge danach angeht: Gute Entscheidungen brauchen schon mal Zeit.

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