Aachen - Insolvenzverwalter sieht noch Chancen für die „Ladies“

Insolvenzverwalter sieht noch Chancen für die „Ladies“

Von: Roman Sobierajski
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Enttäuschung und Leere in den Gesichtern der Spielerinnen: Sportlich wurde der Klassenerhalt geschafft, wirtschaftlich musste die Reißleine gezogen werden. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. „Bei uns schrillen natürlich die Alarmglocken“, räumt Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga (VBL) ein, nachdem mit den „Ladies in Black“ Aachen bereits der vierte Klub im Oberhaus der Frauen in wirtschaftliche Schieflage gekommen ist.

Detaillierter konnte sich Jung am Montagmittag allerdings noch nicht äußern, denn nachdem der VBL am Freitagabend die E-Mail des PTSV-Vorsitzenden Frank Schidlowski ins Haus geflattert war, dass die Spielbetriebs-GmbH der „Ladies“ wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt habe, sei es noch nicht zu einem direkten Gespräch gekommen.

Dabei ist dieser eingeschlagene Weg ein rein vorsorglicher und kann sogar wieder zurückgenommen werden, sollte der vorläufige Insolvenzverwalter zu der Ansicht kommen, dass die Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich ist, oder ein Gönner um die Ecke kommen, der die finanzielle Lücke schließt. Zudem gibt Jung zu bedenken, dass zwar die Spielbetriebs-GmbH den Insolvenzantrag gestellt habe, der PTSV Aachen als Mutterverein aber der eigentliche Inhaber der Bundesliga-Lizenz sei und das Antragsverfahren formal weiterlaufe.

Größtes Problem: Die Frist für die Einreichung der Unterlagen zur wirtschaftlichen Lizenzierung endet am Freitag – und eine Verlängerung scheint ausgeschlossen. „Der 15. April ist Ausschlussfrist“, bestätigt Jung und zeigt sich verwundert über den Schlussstrich, der von den „Ladies“ gezogen wurde. „Nach den Schwierigkeiten im Dezember ist der Schritt nicht völlig überraschend, aber zuletzt gab es deutliche Signale, dass Aachen wieder im Boot ist.“ Dabei hatte die VBL seit Monaten Einblick in die Kassenlage, war seit Dezember über Einnahmen und Ausgaben sowie die Liquiditätslage informiert.

Diesen Einblick musste sich Martin Dreschers, der am Freitag vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden war, am Montagnachmittag erst einmal verschaffen. „Wir prüfen, ob es Fortführungsmöglichkeiten für die GmbH gibt“, fasste Dreschers seinen ersten Eindruck aus dem Zahlenwerk zusammen.

„Dazu müssen wir aber in Verhandlungen mit den anderen Beteiligten treten, mit bereits vorhandenen oder auch potenziellen Sponsoren“, spricht der vorläufige Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Seite an. „Und wir müssen mit der Volleyball-Bundesliga reden, ob noch eine Fristverlängerung möglich ist.“ Dabei hat Dreschers andere Informationen, als das von Jung benannte definitive Ende am Freitag. „Mir wurde gesagt, dass die Verlängerung zwar schwierig, aber möglich ist.“

Der Vorsitzende des PTSV Aachen hält eine „Rolle rückwärts“ nicht für wahrscheinlich: „Natürlich würde der PTSV nicht den Spielbetrieb weiterführen, sollte die Spielbetriebs-GmbH in die Insolvenz gehen müssen“, führt Frank Schidlowski zu der Tatsache an, dass der Idealverein Lizenzhalter ist, die Probleme aber bei der GmbH aufgetreten sind.

Ob aus wirtschaftlicher Sicht eine Fristverlängerung für die Einreichung der Unterlagen für das wirtschaftliche Lizenzierungsverfahren noch etwas ändern würde, ist ebenfalls fraglich: „Irgendwann muss man einsehen, dass man die letzte Türklinke geputzt hat“, sieht der 50-Jährige kein Licht am Ende des Tunnels.

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