In der Niederlage stark gespielt: Evivo unterliegt im Tie-Break

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
evivo düren
In der Volleyball-Bundesliga hat Evivo Düren den Klassiker gegen die Berlin Recycling Volleys mit 2:3 verloren. Nach großem Kampf musste sich Düren dem Meisterschaftsanwärter mit mit 22:25, 25:23, 15:25, 25:18, 13:15 beugen.

Düren. Auf der Auswechselbank kauern und das Gesicht vor lauter Enttäuschung in den Händen vergraben - das darf Söhnke Hinz nicht machen. Irgendwie muss der Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren seinen Spielern signalisieren, dass sie trotz Niederlage ein großes Spiel abgeliefert haben.

Deswegen geht er zu seinen Mannen, klopft auf die breiten Schultern und verteilt ein paar aufmunternde Worte.

Die dramatisch knappe 2:3-Niederlage (22:25, 25:23, 15:25, 25:18, 13:15) im Heimspiel gegen das Spitzenteam Berlin Recycling Volleys hat die Dürener Spieler tief getroffen. Den Trainer auch. Aber der zeigt das nur in einem stillen Moment mit einem kurzen Kopfschütteln. Des Deutschen Lieblingswort rutscht ihm dabei leise über die Lippen - das, welches mit Sch beginnt.

Die neuerliche Niederlage war ein Tiefschlag für das junge Dürener Volleyball-Team. 11:8 hatte Düren im Tie-Break schon geführt und trotzdem verloren. Ein Rückschlag stellt das Spiel allerdings nicht dar. Im Gegenteil: Es war ein riesiger Fortschritt.

Zwei beeindruckend starke Sätze hatte Düren gezeigt und diese auch gewonnen. Die zwei nicht eingeplanten Punkte hätten bedeutet, dass Evivo den Anschluss an das Mittelfeld geschafft und sogar die obere Tabellenhälfte im Blick behalten hätte. Letzteres Ziel bleibt erst einmal weit entfernt. Bitter, weil Düren sich seit mehreren Spielen kontinuierlich steigert und trotzdem die dritte Niederlage in Folge kassiert hat. „In zweiten Satz haben wir stark gespielt, im vierten wirklich großartig”, lobte Söhnke Hinz.

Mentale Stärke

Und genau da liegt der Fortschritt. In Durchgang zwei zeigte Evivo mentale Stärke und ließ sich von der Tatsache, dass es bis zum Satzfinale immer einem knappen Rückstand hinter laufen musste, nicht entmutigen. Die letzten drei Punkte gingen auf das Evivo-Konto und waren der Lohn für eine Nervenstärke, die die Mannschaft vor einigen Woche nicht hatte. Satz vier war das beste, was die Dürener Fans in dieser Saison bisher zu sehen bekommen haben.

Am Ende profitierte Berlin von seinem deutlichen Plus an Erfahrung. Reserve-Hauptangreifer Aleksandar Spirovski, auf dessen Gehaltsabrechnung eine höhere Zahl steht als die Summe der Gehälter von Dürens Nummer eins und zwei zusammen, servierte starke Aufschläge und brachte die Gäste wieder ran. Dann schlug Berlins Tomas Kmet ebenfalls stark auf und sicherte seinem Team den Sieg.

Apropos stark: Aus einer durch die Bank guten Mannschaft ragte Angreifer Matthias Böhme heraus, den die Berliner fünf Sätze lang nicht den Griff bekamen. „Wir haben endlich wieder gemerkt, wie gut wir Volleyball spielen können”, erklärte Abwehrchef Fabian Kohl, warum die Niederlage trotzdem einen Fortschritt darstellt.

Ruft Düren morgen um 19.30 Uhr eine ähnliche Leistung ab, dann ist im Europapokal noch einiges möglich. Der portugiesische Meister Fonte Bastardo Azores ist in Düren zu Gast. Nach der Niederlage auf den Azoren muss Evivo erst die Partie und dann den Entscheidungssatz gewinnen, um die nächste Runde zu erreichen.

Was den Zuschauerzuspruch angeht, war das Berlin-Spiel ein Tiefpunkt. Knapp 1000 Menschen wollten das Spiel sehen. Das Doppelte ist ansonsten normal, wenn sich diese beiden Teams gegenüberstehen. Mit dem Spiel gegen Berlin hat Evivo den Abwesenden vielleicht das Gefühl gegeben, etwas verpasst zu haben.
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