Imponierende Leistung der Powervolleys

Von: Michael Schlepütz
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Kein Durchkommen: Rottenburgs Dirk Mehlberg scheitert am Dürener Block. Die Gäste schlagen sich ins Halbfinale durch. Foto: sport /ulmer

Tübingen. Der Moment, in dem die SWD Powervolleys Düren ihr großes Ziel erreicht hatten, war überraschend still. Die Jubelarie fiel vielleicht aus, weil Dürens Volleyballer bei diesem ultimativen Ball nicht mehr viel tun mussten.

Denn der Angriff des Viertelfinal-Gegners TV Rottenburg endete im Aus und beförderte Düren somit rein ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, zum ersten Mal seit 2011.

Sebastian Gevert hatte noch eine andere Erklärung, warum sich die Freude nicht so offensichtlich ihren Weg brach wie eine Woche zuvor, als Düren das erste Viertelfinal-Duell gegen Rottenburg Zuhause mit 3:0 gewonnen hatte. „In dem Moment hat jeder tief durch geatmet. Der Druck war hoch“, sagte Dürens wichtigster Angreifer. Schließlich ging es darum, das Ziel zu erreichen, auf das die Mannschaft seit Anfang August hin gearbeitet hat.

Die enorm konzentrierte Leistung, die Gevert und Co beim Auswärtsspiel gegen Rottenburg vor 2600 lautstarken Zuschauern gezeigt hatte, könnte der nächste Grund für den zunächst verhaltenen Jubel gewesen sein. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis dass die Spieler aus dem Tunnel der Konzentration heraus waren und sich von den jubelnden Dürener Fans auf der Tribüne animieren ließen.

Der Lohn für eines besten Spiele der Powervolleys in dieser Saison in Zahlen ausgedrückt: Düren schlägt Rottenburg zum zweiten Mal mit 3:0 – 26:24, 25:21, 25:19 lauteten die Satzergebnisse diesmal. Jetzt treffen die Powervolleys in der Halbfinalserie ab dem 2. April auf den deutschen Meister Berin Recycling Volleys.

Einen einzigen Fehler hatte die Mannschaft von Trainer Michael Mücke über die gesamte Partie im Angriff produziert, so wenig wie vermutlich noch nie. Weil Rottenburg derer gleich 14 machte, hat Düren gewonnen. Das war der Knackpunkt, vor allem in den ersten beiden Sätzen, als sich beide Teams ein spannendes und hochklassiges Kopf-an-Kopf-Rennen mit vielen wechselnden Führungen lieferten. „Wir haben ab dem 20 Punkt einfach überhaupt keine Fehler gemacht“, sagte Kapitän Jaromir Zachrich.

Nicht im Angriff, nicht im Aufschlag, nicht im Spielaufbau. Rottenburg dagegen sehr wohl. „Vielleicht liegt das daran, dass wir in dieser Saison schon viele schwierige Situationen hatten, an denen wir gewachsen sind“, mutmaßte Zachrich. Kampferprobt nennt man das wohl. Zwei Angriffsfehler der Gastgeber brachten Düren den ersten Satz.

Ein Wirkungstreffer

Am Ende von Durchgang zwei verteidigte Zachrich – als Blocker eigentlich für das Aufbauen einer Mauer vorne am Netz zuständig – zweimal stark im Hinterfeld, bereitete so die Dürener Führung vor. Aus Sicht der Rottenburger müssen das Wirkungstreffer gewesen sein, ab dem Stand von 21:20 im zweiten Satz für Düren konnten die Schwaben ihr Niveau nicht mehr halten. Zwei Fehler der Gastgeber brachten Düren Satz zwei. Und als die Powervolleys zu Beginn von Durchgang drei gleich viermal blockten durch Zachrich und dem starken Ex-Rottenburger Matthias Pompe, war der Widerstand des TVR beim Stand von 12:7 für Düren endgültig gebrochen.

Letztlich spielte Mückes Mannschaft den Sieg locker nach Hause – in einer Partie, die am Ende nicht mehr der heiße Tanz war, den Zachrich und Co erwartet und auch ein wenig befürchtet hatten. Der Grund: Düren war zu stark für Rottenburg. Das erkannte auch TVR-Trainer Hans-Peter Müller-Angstenberger an, der von einer „super Dürener Mannschaft“ sprach. Sein Dürener Gegenüber Michael Mücke wählte zunächst überraschende Worte. „Wir haben unser Saisonziel nicht erreicht. Vierter wollten wir werden“, sagte er, um dann breit zu grinsen und anzumerken, dass sein Team jetzt sicher mindestens Dritter ist.

Kein schlechtes Argument, wenn der Trainer bald wieder mit den Dürener Verantwortlichen über seinen auslaufenden Vertrag verhandelt.

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