Für die „Ladies in Black“ ticken die Uhren unerbittlich

Von: Roman Sobierajski
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Ladies in Black Symbol Ladys PTSV Volleyball Volleyballerinnen „Ladies in Black“ Foto Steindl
Spielen die „Ladies in Black“ künftig weiterhin in der ersten Bundesliga? Die Fans würde es sicherlich freuen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Uhren ticken unerbittlich, und spätestens am Dienstag wird sich entscheiden, ob es in der kommenden Saison noch Profi-Volleyball in Aachen geben wird – oder eben nicht. Zieht der PTSV Aachen den Lizenzantrag für die „Ladies in Black“ Aachen noch am Montag zurück, wird eine Strafe von 5500 Euro fällig, ab dem 1. Juni wären dann bereits 16.000 Euro zu berappen.

Fristverlängerung ist nicht möglich, da bereits am kommenden Wochenende im Rahmen der Bundesliga-Versammlung der Spielplan für die Saison 2016/17 verabschiedet werden soll.

Anfang April hatte die Spielbetriebs-GmbH der „Ladies in Black“ Insolvenzantrag gestellt, sich aber dennoch am Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison beteiligt. Die Volleyball-Bundesliga war dann offenkundig mit dem vorgelegten Zahlenwerk zur wirtschaftlichen Lizenzierung nicht ganz zufrieden und machte den „Ladies“ – ebenso wie dem USC Münster – Auflagen für das Nachlizenzierungsverfahren – zumindest im Aachener Fall erhebliche Auflagen.

So verlangt die Liga unter anderem, dass die „Ladies in Black“ bis zum 31. August eine Bankbürgschaft über 200.000 Euro beibringen müssen. Eine Forderung, die sämtliche Bemühungen der letzten Wochen, einen gesicherten Etat auf die Beine zu stellen, ad absurdum führen würde. Darüber hinaus soll der Volleyball-Bundesligist 20.000 bis 30.000 Euro Fremdmittel zur Abwicklung des Insolvenzplanverfahrens nachweisen und zudem bis Ende Juni 80 Prozent der erwarteten Sponsorenzuwendungen schriftlich nachweist, die komplette Summe schließlich bis Ende August.

„Wir können sogar jetzt schon 92 Prozent der anvisierten Sponsorenerlöse nachweisen“, sagt Bastian Heckert, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH. „Nicht darstellbar ist für uns allerdings die Bankbürgschaft, und hier spielt die Höhe überhaupt keine Rolle. Das hängt einfach damit zusammen, dass sich unsere GmbH im Insolvenzverfahren befindet.“

Eine Einschätzung, die auch der vorläufige Insolvenzverwalter Professor Dr. Martin Dreschers teilt: „Es wäre schade, wenn die Bemühungen der letzten Zeit nicht von der Volleyball-Bundesliga (VBL) belohnt werden würden. Ich sehe weiterhin gute Chancen, eine Akzeptanz eines Insolvenzplans zu erreichen. Wir sind auf einem guten Weg.“

Aus Berlin, dem Sitz der VBL, war keine Stellungnahme zu dem Thema zu erhalten. So wurde auch nicht bestätigt, dass die „Ladies in Black“ in einem Schreiben an VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung vor allem die Forderung nach einer Bankbürgschaft in sechsstelliger Höhe als nicht erfüllbar dargestellt hat und die Rücknahme des Lizenzantrages angekündigt hat, für den Fall, dass die VBL auf Erfüllung dieser Forderung bestehen, die sich nicht in den Liga-Statuten wiederfindet. „Wir können das nicht kommunizieren, denn der Vorgang ist eine nicht-öffentliche Sache“, wollte sich VBL-Sprecher Frank Bleydorn nicht äußern.

Für Frank Schidlowski, den Vorsitzenden des PTSV Aachen, ist die Situation hingegen eindeutig: „Sollte die VBL nicht von ihrer Position abrücken, müssen wir ganz klar sagen, dass wir am Dienstag den Antrag auf Erteilung einer Lizenz für die erste Volleyballbundesliga zurückziehen werden, um nicht eine noch höhere Strafe entrichten zu müssen.“

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