Für Alemannias Bundesliga-Volleyballerinnen tickt die Uhr

Von: Roman Sobierajski
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Ein endgültiger Abschied vom Aachener Volleyball-Publikum? Der Abteilung läuft die Zeit davon, das Präsidium sieht noch unerledigte Hausaufgaben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Noch sieben Werktage stehen bis zum Osterfest bevor. Aus Sicht der Bundesliga-Volleyballerinnen von Alemannia Aachen noch sieben Tage, um fristgerecht die Lizenzanträge bei der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) für die kommende Saison einzureichen.

Nur nach heutigem Stand ist es lediglich bedingt wahrscheinlich, dass dann auch der Name Alemannia Aachen auf den Unterlagen auftaucht. Nach Informationen unserer Zeitung will nämlich der Alemannia-Vorstand zum jetzigen Zeitpunkt die notwendige Unterschrift weder für die Erste Liga, in der man trotz des sportlichen Abstiegs auch in der Saison 2013/14 spielen könnte, wenn kein qualifizierter Zweitligist sein Aufstiegsrecht wahrnimmt und die DVL dem Verbleib der „Ladies in Black“ zustimmt, noch für die Zweite Liga leisten. Was im Klartext bedeuten würde: Profi-Volleyball ade.

Alemannias Vize-Präsident Helmut Kutsch war auf Nachfrage nicht bereit, diesen Sachverhalt zu bestätigen: „Es werden noch letzte Gespräche geführt. Von beiden Seiten sind noch einige Hausaufgaben zu machen.“ Zum aktuellen Stand der – von den Volleyballern angestrebten – Ausgliederung des Bundesliga-Spielbetriebs wollte sich Kutsch ebenfalls nicht äußern. „Auch darüber wird beraten, alles muss rechtlich sicher sein“, meint Kutsch und spricht kurz vor Ostern von „noch ungelegten Eiern“. Klingt, als habe man aus den leidvollen Erfahrungen der letzten Jahre gelernt und will aus Gremien-Sicht nicht auf allzu glattes Terrain geraten.

Für die Volleyball-Verantwortlichen sind dagegen alle formalen Hürden aus dem Weg geräumt: Ein juristisches Gutachten habe ergeben, dass zur Gründung einer Spielbetriebsgesellschaft unter dem Markenzeichen „Ladies in Black“ keine Entscheidung der Mitgliederversammlung notwendig sei, da der Idealverein – anders als bei den Fußballern – nicht Gesellschafter der GmbH wäre. Der Verein käme also nicht in Haftungsverpflichtungen, sollten sich finanzielle Engpässe ergeben. Zudem drohten der Alemannia auch keine Vermögensverluste, da sämtliche Gehälter, Mieten und andere finanzielle Verpflichtungen durch die GmbH getragen würden.

„Wir würden natürlich gerne für die Erste Liga melden“, erklärt Ralph Kranzhoff, im Volleyball-Team zuständig für Marketing und Sponsoring. „Alle Unterlagen liegen seit Wochen bereit, aber bislang haben wir von Vorstandsseite noch kein grünes Licht bekommen. Sollte der Vorstand der Alemannia nicht unterschreiben, müssen wir uns schnell überlegen, was wir machen können.“

Sollten die notwendigen Unterschriften für die Lizenzanträge nicht vorliegen, wird wohl spätestens ab Donnerstagabend die Gründung eines neuen Vereins vorangetrieben, der dann mit der Bundesliga-Lizenz der Alemannia um den Verbleib im Volleyball-Oberhaus kämpft.

Fraglich ist allerdings, ob „Grün-Gelb Rothe Erde“ oder der „VC Sief“ auf ein ähnliches Entgegenkommen der DVL-Verantwortlichen hoffen können, wie das bundesweit geschätzte Stimmungs-Markenzeichen Alemannia Aachen. Ungewiss ist zudem, welche Gesichter dann in der nächsten Saison den Bundesliga-Volleyball in Aachen repräsentieren. „Wir müssen bis nächste Woche die Lizenz beantragt haben“, hört Kranzhoff die imaginäre Uhr ticken. „Und je länger man mit der Entscheidung wartet, desto länger lässt man auch die Spielerinnen in der Luft hängen.“

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