Femke Stoltenborg soll für mehr Balance sorgen

Von: Roman Sobierajski
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Rückkehr nach Aachen: Femke Stoltenborg vergrößert die niederländische Fraktion bei den „Ladies in Black“. Foto: Verein

Aachen. Ein geflügeltes Wort im Sport ist, dass man wirklich erst weiß, wie gut man ist, wenn man schlecht ist. Das Phänomen der „Ladies in Black“ in der ersten Saisonhälfte in der Volleyball-Bundesliga stellt sich so dar: Waren die Aachenerinnen gut, dann waren sie richtig gut – und waren sie schlecht, dann kamen solche Auftritte zustande wie die letzten beiden Sätze gegen Münster.

Zu brav, zu unerfahren, keine Führungsspielerin auf dem Platz, lauteten die gängigen Urteile, und so kehrt eine Spielerin in den „Hexenkessel“ zurück, die schon in der Saison 2013/14 gezeigt hat, dass sie alle Hilfsaspekte in ihrer Person vereinigt: Bis zum Ende der Saison zieht Femke Stoltenborg auf der Zuspielposition wieder die Fäden im Spiel der „Ladies“.

„Die Mannschaft hat bereits riesen Fortschritte gemacht“, schätzt Aachens Trainerin Saskia van Hintum ein. „Manchmal glaube ich selbst nicht, dass wir erst seit vier Monaten zusammenarbeiten. Aber wir haben viele unerfahrene und introvertierte Spielerinnen in der Mannschaft, die besonders auf den Schlüsselpositionen mit sich selbst beschäftigt sind, wenn es wackelig wird. Wir hoffen, dass Femke mit ihrer großen Erfahrung mehr Balance in die Mannschaft bringen wird und vielleicht den Unterschied macht, wenn es eng wird. Sie war ja leider verfügbar“, sagt van Hintum auch mit Blick auf das Team Oranje.

„Leider verfügbar“ bedeutet, dass die 25-Jährige, die zuletzt in der Bundesliga beim MTV Stuttgart spielte, eigentlich zu einem russischen Topklub wechseln wollte, doch der ursprünglich als fix angesehene Kontrakt zerschlug sich. Stoltenborg, neben Laura Dijkema Zuspielerin und Führungsspielerin des niederländischen Nationalteams, war also vereinslos und hielt sich im niederländischen Talentstützpunkt in Papendal beim Arnheim fit – der Kontakt zu den „Ladies“ war schnell wieder geknüpft.

Die 1,90 Meter große Zuspielerin, auch als Blockspielerin eine echte Waffe, ist eventuell schon am kommenden Samstag bei der Begegnung in Wiesbaden spielberechtigt. „Sportlich ist dies eine echte Bereicherung“, schätzt Sportdirektor Sebastian Gutgesell die „neue, alte“ Aachenerin ein. „Wichtig war für uns auch, dass wir mit dieser Verpflichtung keinerlei finanzielle Risiken eingehen mussten.“ Stoltenborg, die mit den „Ladies“ Dritte der Meisterschaft wurde und zwischenzeitlich mehr als 160 Länderspiele absolviert hat, erhält einen Vertrag bis Saisonende.

Erste Trainingseinheit absolviert

Bereits am Dienstagnachmittag absolvierte Stoltenborg die erste Trainingseinheit mit ihren neuen Mannschaftskolleginnen. „Wir werden jetzt im Verlauf der Woche schauen, wie schnell wir Femke in die Mannschaft integrieren können. Aber bei ihrer Erfahrung mache ich mir da keine großen Sorgen“, hofft van Hintum auf schnelle Einsetzbarkeit des „Winterzugangs“.

Bei der ersten Trainingseinheit „ist alles super gelaufen, ich bin toll aufgenommen worden“, sagte Stoltenborg, nachdem sie ihre neuen Mitspielerinnen kennengelernt hatte – wobei nicht alle gänzlich unbekannt sind: „Mit Kirsten Knip und Jeanine Stoeten haben ich bereits früher schon in einer Mannschaft gespielt.“

Dass die Rückkehr nach Aachen für die 25-Jährige, die bei den Olympischen Spielen in Rio in allen Begegnungen Einsatzzeiten für die Niederlande hatte, auch sportlich einen Schritt zurück bedeutet, stellt für Stoltenborg kein Problem dar: „Ich habe mich schon beim ersten Mal hier in Aachen unglaublich wohl gefühlt.

Das hat es mir natürlich auch einfacher gemacht, mich noch einmal für Aachen zu entscheiden. Zudem gab es zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr viele Möglichkeiten zur Auswahl“, sagt die Zuspielerin und fügt noch ein weiteres Argument an: „Zudem kenne ich Saskia van Hintum bereits als Trainerin, ich weiß, wie sie ist und wie sie trainiert.“

Starallüren sind jedenfalls nicht angesagt, wenn Stoltenborg sagt „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft schnell weiterhelfen kann.“

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