Evivo: Trainer und Verantwortliche analysieren das Viertelfinal-Aus

Von: Franz Sistemich
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Versöhnlicher Abschluss einer
Versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison: Die treuesten Fans von Evivo Düren und Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich trinken einen kleinen Schluck in der Hoffnung auf eine bessere Spielezit 12/13. Foto: Sistemich

Düren. Das letzte Meisterschaftsspiel der Saison drohte zu einem Fiasko zu werden: 9:25 endete der erste Satz des Viertelfinalrückspiels. Der VfB Friedrichshafen demonstrierte seine Überlegenheit in allen Volleyball-Elementen.

1300 Zuschauern schwante Böses: „Das kann gegen den VfB passieren. Aber es ist natürlich nicht schön, so seine Grenzen aufgezeigt zu bekommen”, bekannte Söhnke Hinz, der Trainer der Dürener Volleyballer.

Die wehrten sich im zweiten Satz und stimmten die Fans wieder versöhnlich: Trotz der 0:3-Niederlage gegen den Branchenprimus und dem Ausscheiden aus der Play-off-Runde spendeten die Zuschauer den Spielern nach dem letzten Ballwechsel gar reichlich Beifall. Wie üblich wurde abgeklatscht.

Obermoskito Stefan Kriebs öffnete eine große Bierflasche. Die organisierten Fans tranken mit Dürener Volleyballern, die noch ein zweites Mal den Weg zu ihren Anhängern gefunden hatten, einen Schluck aus dem Plastikbecher. Und auch Trainer Söhnke Hinz wurde mit Beifall von den treuesten Fans empfangen.

Andere Fans sehen den Nachfolger von Sven Anton sehr kritisch. Ihnen missfällt beispielsweise die ruhige Art und Weise, mit denen der frühere Trainer der Junioren-Nationalmannschaft an der Seitenlinie die Spiele verfolgte und seine Mannschaft coachte.

„Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich in meinem ersten Jahr als Trainer im Profibereich alles richtig machen werde. Und gerade in einer Saison wie dieser, in der es nicht läuft, ist man nicht davor gefeit, auch falsche Entscheidungen zu treffen”, sagt Hinz offen. Seine Erfahrungen hat er in der Spielzeit 2011/2012 gemacht, sagt, dass er seine Schlüsse aus ihnen gezogen hat und ziehen wird.

Beispielsweise in der Mannschaftsführung: Sie werde eine andere werden, sagte er. Kritiker bemängeln, Hinz habe erwartet, dass Spieler mit derselben Einstellung der Profession Volleyball nachgingen wie er. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Auch dadurch seien Probleme entstanden. „Wichtig ist aber, dass ich aus dieser Spielzeit, die auch ein wenig anders hätte verlaufen können, die richtigen Schlüsse ziehe.”

Die Verletzung von Stefan Hübner beraubte der Mannschaft ihrer Stütze. Im jungen Kader gab es keinen Spieler, der diese Autoritätsperson ersetzen konnte. Und auch wegen anderer Verletzungen und Erkrankungen fehlten Hinz in dem einen oder anderen Spiel wichtige Akteure: Matthias Böhme gegen Bühl, Fabian Kohl gegen Mitteldeutschland. Beide Partien gingen verloren, Düren rettete sich so gerade in die Play-off-Runde.

Und auch deshalb spricht der Mannschaftskapitän „von einer schwierigen Saison mit sehr vielen Niederlagen, weshalb es schwierig war, das Team aufrecht zu halten.” Die Saison, sagte Zachrich weiter, habe sehr viel Kraft gekostet, auch wegen der Niederlagen, die sehr viel Unruhe verursacht hätten. Der Mittelblocker gehört zu den Spielern, deren Verträge mit dem Ende der Saison auslaufen. Nur Merten Krüger, Christian Fromm, Tim Elsner und Georg Klein haben noch einen Vertrag.

Zachrich würde weiter in Düren spielen und in Köln studieren wollen. Er ist gespannt, mit welchem Konzept Düren in die neue Saison gehen. Einen Gesprächstermin mit den Evivo-Verantwortlichen hat er noch nicht. Wohl aber Söhnke Hinz: Heute findet die erste Zusammenkunft statt, in der die Saison schonungslos analysiert wird. Diese knallharte Diskussion hatte Geschäftsführer Rüdiger Hein bereits vor Wochen angekündigt angesichts des Saisonverlaufs mit vielen Tiefen und wenigen Höhen.

Alles solle auf den Prüfstand gestellt werden: der Trainer und die Spieler, aber auch ihre eigenen Entscheidungen wollten Rüdiger Hein und seine führenden Mitstreiter hinterfragen.
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