Evivo relativiert den Erfolg über den Primus

Von: Peter Leuchter und Franz Sistemich
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Berlins Trainer Michael Warm wunderte sich: „Es ist für mich ein absolutes Phänomen, dass Evivo und Heriberto Quero speziell gegen den SCC Berlin immer so gut spielen.” Dürens Diagonalangreifer aus Venezuela bekam der Berliner Block nie in den Griff. Foto: Sistemich

Düren. Sven Anton gestikulierte wie wild mit den Armen. Er spürte: Seine Mannschaft braucht die Hilfe der Fans. Und die Zuschauer halfen, feuerten ihre Spieler frenetisch an. Erfolgreich: Nach 105 Minuten hatte Evivo Düren den Spitzenreiter gestürzt, mit dem 3:1 den SCC Berlin auf den dritten Rang verwiesen. Und erstmals in dieser Spielzeit eines der ersten fünf Teams bezwungen. „Das Niveau, das die Zuschauer gesehen haben, ist das Level, das wir spielen können”, freute sich Anton, dass die Mannschaft die 55-Minuten-Niederlage in Friedrichshafen weggesteckt und ihr ohne Zweifel vorhandenes Potenzial abgerufen hat.

Mit dem Sieg erfüllte der Tabellensechste eine Erwartung seines Geschäftsführers. Rüdiger Hein forderte im Vorfeld der Begegnungen gegen Berlin, in Moers und gegen Haching: „Ich erwarte, dass eines dieser Teams geschlagen wird.” Schließlich hat der Evivo-Verantwortliche das Ziel Halbfinale nicht aus den Augen verloren. Und deshalb, um das Selbstvertrauen zu stärken, tut ein Sieg gegen eine Spitzenmannschaft nicht nur den Spielern gut.

Die sahen den Erfolg teilweise nicht so euphorisch. Dürens bester Mann Ilja Wiederschein: „Wir haben zwar sehr gut gespielt, aber es war nicht unsere beste Begegnung. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben uns sehr wenige Durchhänger geleistet.” Wenn es doch kritisch wurde, schritt der Zuspieler selbst zur Tat.

Mit seinen Sprungflatteraufschlägen bereitete er den Berlinern enorme Probleme. Zu Beginn der Partie hatte der frühere SCC-Akteur mit knallharten Sprungaufgaben versucht, die SSC-Annahme unter Druck zu setzen. Doch als die Effektivität zu wünschen übrig ließ, stellte Wiederschein um: „Ich merkte, dass die Berliner bei den Flatteraufschlägen schwächelten, also bin ich dabei geblieben.”

Seine Mitspieler machten es ihm nach, und so stellte Sven Anton erfreut fest: „Da hat sich unser intensives Training ausgezahlt.” Von Freude konnte bei Antons Widerpart nicht die Rede sein: „Wir haben katastrophal aufgeschlagen und kaum Druck auf Düren entfalten können. Zudem hatten wir erhebliche Probleme in der Abstimmung beim Angriff”, monierte Warm, der aber auch eine Grippewelle nach dem Moerser Spiel als eine Erklärung für die Niederlagen gegen Haching und Düren anführte. Sven Anton nannte aber auch noch einen anderen Grund: „Sie hatten sich unseren Libero Jeff Weiler ausgeguckt, der aber hat jeden Ball zurückgebracht. Warum sie sich dann nicht einen anderen unserer Annahmespieler herauspickten oder die Aufschlagart gewechselt haben, verstehe ich nicht.”

Evivo hat das erste Ausrufezeichen gesetzt und will das nächste Montag in Moers hinzufügen. „Das ist ein Vier-Punkte-Spiel! Gewinnen wir, beträgt der Abstand zum 5. Platz und dem MSC nur noch zwei Zähler”, weist Anton auf die Bedeutung der Partie hin - und hofft, dass die Zuschauer von der ersten Minute wie ein Mann hinter Evivo stehen und selbst merken, wann Anfeuerung dringend benötigt wird.

Evivo reist am Montag, 2. März, zum Spiel nach Moers. Anpfiff beim MSC ist um 20.15 Uhr. In dieser Saison muss der Gastgeber seine Spiele an neuer Stätte austragen. Die Sporthalle des Adolfinum-Gymnasiums gleicht der Turnhalle des Burgau-Gymnasiums bzw. der der Kaufmännischen Schulen. Die Anschrift lautet: Wilhelm-Schröder-Straße 4 in Moers.

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