Evivo: Hinz will die Chance nutzen, wenn sie kommt

Von: Franz Sistemich
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Evivo Dürens Merten Krüger,
Evivo Dürens Merten Krüger, Tibor Filo und Christian Fromm stemmen sich Milos Vemic vom VfB Friedrichshafen entgegen. Foto: Conny Kurth

Düren. Eine Reise des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren nach Friedrichshafen erfolgt eigentlich immer nach dem gleichen Muster: Auf der Anreise an den Bodensee kommt irgendwann ein Stau, der die Busfahrt verlängert. Beim VfB gibt es eine Niederlage. In der Regel erfolgt sie in drei Sätzen.

Die Rückfahrt an die Rur geht meistens schneller von statten, da sie nachts erfolgt und in diesen Stunden die Autobahnen meistens frei sind. Und wenn sich dann auch noch zwei Busfahrer abwechseln können, beenden Trainer und Spieler und Physiotherapeuten noch früher ihre Stippvisite bei den Häfler.

Sonntag erreichte der kleine Tross Evivos nach dem ersten Viertelfinalspiel der Play-off-Runde gegen 4:30 Uhr die Stadtgrenzen Dürens. Im Gepäck: eine 0:3-Niederlage (18:25, 19:25, 18:25). Die nahmen die Dürener aber angesichts der personellen Probleme gelassen hin, fehlten doch mit Libero Fabian Kohl, Mittelblocker und Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich und Außenangreifer Tim Elsner gleich drei Spieler, die eigentlich zum Stamm Evivos gehören.

„Es war schon ein komisches Bild, das sich den Zuschauern beim Aufwärmen bot”, meinte Dürens Coach Söhne Hinz. Auf der einen Seite, bei den Häflern, tummelten sich 14 Spieler, auf der Dürener Seite des Spielfeldes neun Volleyballer. „Der VfB hat halt auch mit Blick auf die Champions League alle Positionen zweifach besetzt, hat auch vier statt drei Mittelblocker”, stellte Hinz nüchtern fest.

Da fällt ein Ausfall von Mittelblocker Marcus Böhme, der wegen eines grippalen Infektes geschont wurde, nicht so ins Gewicht. Der VfB kann auch zwei Liberos aufbieten. Wenn bei Düren Fabian Kohl ausfällt, muss der Trainer überlegen, ob Joe Deimeke oder Nicolai Kracht die spezielle Defensivaufgaben übernehmen muss.

Am Bodensee agierte Kracht zum ersten Mal in seinem Volleyball-Leben auf dieser Position. „Er hat seine Aufgabe anständig erfüllt”, schrieb Hinz in das Zeugnis seines Aushilfs-Liberos, der allerdings auch nicht unter Dauerbeschuss bei den Aufschlägen der Friedrichshafener stand: Die haben ihre Aufgaben schon gleich mäßig auf unseren Annahmeriegel verteilt”, stellte der Trainer fest.

Den Gast zwingen

So deutlich die Niederlage am Bodensee auch ausfiel: Trotz der Überlegenheit der Mannen von Trainer Stelian Moculescu verzagen die Dürener nicht vor dem zweiten Viertelfinalspiel am morgigen Mittwoch. Söhnke Hinz: „Fabian und Jaromir werden wieder mit von der Partie sein. Wir wollen besonders mit Blick auf unsere treuen Fans ein gutes Spiel liefern, um den VfB zu zwingen, in Düren noch einen Zahn zuzulegen.”

Friedrichshafen, der Deutsche Pokalsieger und Viertelfinalist der Champions League, sei zwar der große Favorit, „aber wir wollen zunächst einmal alles aus uns rausholen, was wir können”, fuhr Hinz fort. Vordringliche Aufgabe sei es, mit Leidenschaft die Aufgabe anzugehen, um jeden Ball zu kämpfen - und eventuell bereits zu sein, wenn der Gast vom Bodensee schwächeln sollte.

Mit einem Sieg würde Düren das Entscheidungsspiel am Samstag beim VfB erzwingen. Hinz erinnert an die Meisterschaftsspiele gegen Berlin. Zum Auftakt der Saison siegten die Dürener überraschend, im Rückspiel boten sie für ihren Trainer die beste Saisonleistung, mussten sich allerdings geschlagen geben. „Wir müssen versuchen, gegen die Top-Teams unsere Chancen nutzen, wenn sie sich bietet.”

Vor allem gilt: Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die morgige Partie das letzte Pflichtspiel Evivos in dieser Saison. Deshalb ist es wichtig, sich mit der bestmöglichen Leistung von den treuen Fans für ein halbes Jahr zu verabschieden.
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