Evivo fehlen nur zwei Punkte zum Sieg über den Favoriten

Von: tob
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Evivo am Boden: Trotz einer sehr guten Leistung gegen Recycling Volleys Berlin unterlagen Dürens Volleyballer denkbar knapp im Tiebreak. Auf dem Bild haben sich Jaromir Zachrich (Nummer 14), Christian Fromm (2), Matthias Böhme (8) und Merten Krüger (Hintergrund) vergeblich nach einem Ball gestreckt. Foto: Röber

Düren. Mit so einem Krimi haben nicht viele gerechnet. Warum auch? Zu durchwachsen sind die Leistungen des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren in dieser Saison. Warum soll also ausgerechnet gegen den Tabellendritten Berlin Recycling Volleys ein Sieg gelingen?

Ganz einfach: Weil die Mannschaft von Söhnke Hinz mit den Topteams mithalten kann. Nach der unglücklichen 2:3-Niederlage am Samstagabend (22:25, 25:23, 15:25, 25:18, 15:13) bleibt jedoch nur diese Erkenntnis. Düren hängt nach dem Zwei-Stunden-Krimi auf Tabellenplatz 9 fest. Die 1200 Zuschauer kommen nach dieser Leistung aber sicher gerne wieder.

Satz 1: Evivo kommt gut aus den Startlöchern. Einen 3:4-Rückstand dreht Evivo in ein 7:4. Matthias Böhme, der an diesem Abend 34 Punkte erzielt, bringt sein Team kurz darauf mit 9:8 in Führung. Es ist das letzte Mal, dass Evivo in Satz 1 vorne ist. Der Favorit baut die Führung kontinuierlich bis zum 23:17 aus. Aber die Mannschaft von Söhnke Hinz bleibt dran. Das Team kämpft, das enthusiastische Publikum nimmt langsam Fahrt auf. Als „Matze” Böhme das 22:24 markiert, ist der Glaube an den Satzgewinn wieder da. Aber nur kurz. Berlin macht den Sack zu. Mit 25:22 geht der Durchgang an die Hauptstädter.

Satz 2: Evivo nimmt den Schwung aus dem Endspurt des ersten Satzes mit. Die Führung wechselt ständig. Ab Mitte des Satzes liegt Berlin immer leicht vorne. Vor allem Matthias Böhme hält Evivo im Spiel, aber auch Christian Fromm läuft langsam heiß. Der Favorit bleibt aber eiskalt. Beim 23:21 fehlen den Recycling Volleys nur noch zwei Punkte zur 2:0-Satzführung. Und wieder drehen Kapitän Jaromir Zachrich und sein Team zum Satzende auf. Böhme gleicht zum 23:23 aus, Christian Fromm besorgt mit Gefühl statt brachialer Gewalt den Satzball. Dann hat Evivo Glück. Die Schiedsrichter entscheiden auf Übertritt eines Berliners. 25:23, Satzausgleich, und ein Großteil der 1200 Zuschauer ist außer Rand und Band.

Satz 3: Aus Evivo-Sicht kann dieser Durchgang schnell gestrichen werden. Nach dem 1:1-Ausgleich zieht Berlin davon. Über 2:7, 6:11, 11:19 bis zum 15:25. Es ist jetzt stiller in der Halle, bei den Moskitos ist Ernüchterung eingekehrt. Lassen auch die Spieler die Köpfe hängen?

Satz 4: Wer denkt, dass die Partie gelaufen ist, sieht sich getäuscht. Christian Fromm bringt Evivo mit 2:0 in Führung. Vor allem das 1:0 ist ein spektakulärer Punkt. Zweimal Fußabwehr, und als die Berliner schon zum Jubeln ansetzen, spielt Joe Deimeke den Ball in der Not mit dem Fuß über das Netz. Deimeke spielt in den nächsten Minuten eine entscheidende Rolle. Nach seiner Einwechslung läuft er gleich heiß und erzielt die Punkte zum 5:3 und 7:4. Matthias Böhme bekommt mehr Unterstützung. Georg Klein punktet, Zachrich blockt, Merten Krüger steuert Zähler bei. Die Moskitos sind aus dem Häuschen, der Lärmpegel steigt von Minute zu Minute. Die Fans stehen wie ein Mann hinter dem Team, die Dürener Blocks scheinen in Satz 4 unüberwindbar. Evivo zieht davon und holt sich den Durchgang mit 25:18.

Tiebreak: Von einer Sekunde auf die andere ist es in der Arena mucksmäuschenstill. Im Grunde sieht Evivo wie der sichere Sieger aus. Nach einem Fehler von Fromm zum 3:4 liegt Evivo meist vorne. Als Fromm das 11:8 markiert, sitzt keiner der 1200 Zuschauer mehr. Nach einer Auszeit gleicht Berlin zum 11:11 aus. Böhme zum 12:11, dann macht er einen Aufschlagfehler zum 12:12. Berlin wackelt ebenfalls beim Aufschlag: 13:12 für Evivo. Dann bringt sich Evivo selbst um den Lohn der couragierten Leistung. Nach dem 13:13 schmettert Matthias Böhme ins Aus, dann landet die Annahme von Christian Fromm beim Gegner, der sich die Chance nicht entgehen lässt.

Fazit: Trainer Söhnke Hinz spricht immer wieder von den „Kleinigkeiten”, die den Unterschied ausmachen. Gegen Berlin wurden diese kleinen Nachlässigkeiten deutlich reduziert. Nur am Ende nicht. Zwei, drei Unkonzentriertheiten kosteten Punkte und den Sieg, der nach dieser Leistung verdient gewesen wäre.

Dennoch lässt die Leistung hoffen. Gegen viele andere Mannschaften reicht sie zum Sieg. Die nächste Chance gibt es am Dienstag im Europapokalrückspiel gegen Fonte Bastardo Azores.
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