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Evivo Düren zerbricht an Nationalspieler Itamar Stein

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Obwohl Libero Erik Mattson und auch die Annahmespieler AJ Nally und Steven Hunt die gegnerischen Aufschläge weitestgehend neutralisierten, setzte sich Gastgeber Moerser SC gegen Evivo durch.

Düren. Die Szene des Abends sah sich Michael Mücke mehrmals auf seinem Rechner an. Den Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren beschäftigten die Sekundenbruchteile vor dem Matchpunkt des Moerser SC auch am Tag nach der 0:3-Niederlage am Niederrhein. Die letzten Ballberührungen des finalen Hinrundenspieles lösten heftige Proteste bei den Dürener Spielern und den Fans des Tabellenfünften aus.

Während die Evivo-Volleyballer die Schiedsrichter bestürmten, skandierten die Anhänger „Schieber, Schieber“. Weder die Argumente der Dürener Akteure noch die Rufe der Anhänger änderten etwas an der Entscheidung der Unparteiischen: Sie werteten das Zuspiel des Moerser Liberos vor dem 25. MSC-Punkt im dritten Satz als regelkonform.

Auch die Zeitlupenwiederholungen und die Standbilder hellten die Szene nicht unbedingt auf, zumal den Referees ja keine Zeitlupen zur Verfügung stehen. Die Entscheidung hätte folglich so der so ausfallen können, sie fiel pro Moers aus: 25:23 statt 24:24. Sieg MSC, Niederlage für Evivo.

„Wer weiß“, sagte Michael Mücke, „ob wir dann den Satz gewonnen hätten und auch im Endeffekt das Spiel noch hätten für uns entscheiden können.“

So konstatierte der Dürener Trainer nach dem ersten Heimsieg des Moerser SC in dieser Spielzeit: „Die Niederlage hat andere Gründe.“ Statistisch betrachtet, habe Evivo pro Satz drei Angriffe verschlagen, „die wir uns zuvor aus der Abwehr heraus erarbeitet haben. Wenn wir solche Chancen nicht nutzen, Moers aber konsequent und effizient diese Situationen in Punkte ummünzt, dann dürfen wir uns über das Ergebnis nicht beklagen.“

Dieses klare Ergebnis mag im Vorfeld möglicherweise niemand in beiden sportlichen Lagern auf der Rechnung gehabt haben. Und auch die ersten Spielminuten gaben ließen Hinweise auf einen für Dürener negativen Ausgang der Partie erkennen. Denn bis zum 11:8 dominierte der Gast aus dem Rheinland das Geschehen im neuen Sportpark Rheinkamp.

Dann aber kippte die Begegnung immer mehr. Der MSC gewann die Oberhand, agierte in allen Elementen besser – bis auf die Annahme. In ihr stand Düren sicherer. Auch wenn Michael Mücke seinen Annahmespielern schon mal eine schöpferische Pause gönnte, so agierten um Libero Erik Mattson die Außenangreifer Steven Hunt, AJ Nally und Matthias Pompe durchaus überzeugend, doch im Zuspiel und im Angriff wie aber auch in Block und Feldabwehr überzeugten die Hausherren.

Beispielsweise deren Neuzugang Itamar Stein. Der israelischen Nationalspieler wechselte von den RWE Volleys Bottrop nach deren Lizenzentzug in den Sportpark. In seinem ersten Pflichtspiel war der Diagonalangreifer der Akteur, an dem sich seine Mannschaft immer aufrichten konnte, wenn sie mal wie im dritten Satz in Rückstand geriet: 12:16 mussten sie auf der Anzeigentafel lesen, als der Israeli zum Aufschlag schritt. Hatte der Zugang in diesem Abschnitt mit wertvollen Punkten Dürens Vorsprung nicht zu groß werden lassen, so sorgte die Qualität seiner Aufschläge dafür, dass aus dem Vier-Punkte-Rückstand eine 17:16-Führung wurde.

Die Partie nahm endgültig einen für Düren unerfreulichen Lauf, auch wenn die letzten Spielsekunden noch einmal für Aufregung sorgten. „Man muss doch sehen“, sagte Mücke, „dass mit Stein, dem Deutschen Tim Broshog und dem Libero der spanischen Nationalmannschaft, Oscar Capel Rodriguez, drei starke Nationalspieler für Moers aufliefen. Dies muss man bei der Betrachtung der 0:3-Niederlage auch sehen.“

Das nächste Meisterschaftsspiel trägt Evivo wegen des Lizenzentzuges für Bottrop am 21. Januar gegen den TV Rottenburg aus. Jetzt stehen zunächst Testspiele an. In ihnen will Mücke sein Augenmerk auch auf den Schnellangriff legen. Denn auch bei den Angriffen über den Mittelblock haperte es am Mittwoch in Moers.

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