Evivo Düren muss an sicheren Annahmen und Pässen arbeiten

Von: jan
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Ein Häufchen Elend nach der N
Ein Häufchen Elend nach der Niederlage: Joe Deimeke, Tomas Kocian, Merten Krüger, Georg Klein und Nicolai Kracht (v.l.) Foto: Guido Jansen

Düren. Der Absturz ist tief wie schon lange nicht mehr. Und vor allem kommt er für den Volleyball-Bundesligisten aus einer großen Fallhöhe. Fünf Niederlagen in Serie und Platz neun in der Bundesliga - die Mannschaft, die um den Einzug in das Halbfinale mitspielen wollte, ist im Tabellenkeller verschwunden.

„Wir brauchen Geduld”, haben Trainer Söhnke Hinz und Kapitän Jaromir Zachrich nach dem 1:3 am Sonntag beim Moerser SC für ihr Team geworben. Ist das eine leere Durchhalte-Floskeln oder einfach nur die Wahrheit? Geduld ist laut Söhnke Hinz notwendig, weil die Mannschaft unerfahren ist.

In der Startaufstellung zuletzt stand mit Georg Klein lediglich ein Spieler, der seine erste richtige Saison als Profi spielt. Alle anderen Dürener kennen die raue Luft der Liga. Aber das ist nicht der Punkt, den Söhnke Hinz meint. Denn in zwei Punkten fehlt Düren Erfahrung. Zum einen im Zuspiel. Merten Krüger ist gerade einmal 20 Jahre alt. Für einen Spielmacher ist das ungewöhnlich jung. Dass Krüger in seinen Leistungen häufiger schwankt, ist normal. Zumal er keinen „großen Bruder” an seiner Seite hat wie in der vergangenen Saison.

Christian Dünnes ist ein Meister darin, schwierige Bälle zu verwerten. Dünnes spielt mittlerweile in Unterhaching. Jetzt hat Krüger mit Matthias Böhme, Christian Fromm und Tim Elsner starke Angreifer um sich, die in Sachen Passgenauigkeit verwöhnt sind. Bisher haben sie mit routinierteren Spielmachern auf dem Feld gestanden, die ihnen die Bälle punktgenau servieren konnten. Kompensieren mussten sie selten. „Das ist genau so eine Qualität wie Passgenauigkeit beim Zuspieler”, zeigte Hinz auf, dass zu einem Angriff zwei Ballkontakte gehören. Und bei beiden hat Evivo Aufholbedarf.

Das Problem des fehlenden großen Bruders gilt auch für Dürens Angreifer. Jetzt sind sie diejenigen, die dem Gegenwind trotzen sollen. Einzig der verletzte Routinier Stefan Hübner weiß, wie sich das anfühlt. Der Rest der jungen Mannschaft muss lernen, in Stress-Situationen mehr Verantwortung zu übernehmen, wenn der Nebenmann wackelt.

Noch versucht jeder Einzelne ganz für sich, Fehler zu vermeiden. „Und genau dann, wenn du das spielst, passieren natürlich Fehler”, kennt Zachrich den Teufelskreis. Die drei jüngsten Gegner waren in der Lage, diese Verunsicherung auszunutzen. Sobald Evivo zuletzt an einer Stelle wackelte, wurden auch die anderen unsicher, anstatt mehr Verantwortung zu übernehmen.

So steht eine Mannschaft ohne ihren Leitwolf auf dem Feld, die noch viel lernen muss und gleichzeitig den Druck spürt, dem eigenen, hohen Anspruch gerecht werden zu müssen. Solche Lektionen zu lernen braucht Zeit. Viel Zeit haben die Dürener Volleyballer aber nicht mehr. Drei Wochen bleiben bis zum Heimspiel gegen den VC Gotha. In drei Wochen muss sich zeigen, wie viel die Spieler aus dem Intensivkurs mit viel Druck in den vergangenen Wochen gelernt haben.

„Die spielfreien Wochen kommen jetzt natürlich sehr gelegen. Da haben wir Zeit, um an unserem Spiel zu arbeiten”, sagte der Trainer. Es ist das letzte Mal, dass Evivo Zeit bekommt. Mit Blick auf den Spielplan in jedem Fall. Erzielt Düren nicht bald Siege, dann gerät selbst das Mindestziel Playoffs in Gefahr.
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