Düren - Evivo: Bodenständig trotz Tabellenführung

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Evivo: Bodenständig trotz Tabellenführung

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Mit starken Blockaktionen und einer sehr guten Feldabwehr raubten die Spieler von Evivo Düren ihren Gastgebern oft den Nerv. Foto: Rudi Bartgens

Düren. Die Volleyballer haben ein Bier trinken dürfen. Michael Mücke, der Trainer des Erstligisten Evivo Düren, genehmigte sich zusätzlich ein Radler. Auf der Rückfahrt von Dresden feierten die Rheinländer ein wenig. Sie hatten gar mehrfachen Grund anzustoßen.

Der 3:1-Erfolg beim VC Dresden, der fünfte Sieg im fünften Saisonspiel, war einer. Die Verteidigung der Tabellenführung der zweite. Und dann wurde Helmut Schmitz ein Jahr älter. Evivos Hallensprecher, Mannschaftsbetreuer, überhaupt Mädchen für alles beim Bundesligisten, wurde am Montag ein Jahr älter. Und deshalb war nicht mehr als logisch, dass Spieler und Trainer Helmut Schmitz Punkt 0 Uhr hochleben ließen und ihn auch beschenkten.

Das vielleicht schönste Präsent hatten ihm die Spieler Stunden zuvor gemacht. Über den Sieg in vier Sätzen freute sich Schmitz gar überschwänglich: „Die Jungs sind teilweise super konzentriert zur Sache gegangen und haben sich mit diesem Sieg die Tabellenführung weiter mehr als verdient.“

Die Tabellenführung nach der fünften Partie Evivos – insgesamt hat die Liga schon sechs Spieltage hinter sich – verleitet bei Düren auch vor dem Spitzenspiel gegen den härtesten Verfolger VfB Friedrichshafen am Mittwoch niemandem zu einem Schweben über den Wolken. Im Gegenteil: „Platz 1 ist nur eine Momentaufnahme. Er bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt aber auch gar nichts“, ordnet Michael Mücke Platz 1 ein. Genossen werden darf der Platz an der Sonne aber dennoch: „Es macht doch riesig Spaß, dort oben zu stehen.“

100 Prozent

Der Sieg an der Elbe war verdient, er zeigte aber auch: Evivo Düren muss immer 100 Prozent konzentriert zur Sache gehen. Wie im ersten Satz: Die Blockspieler leisteten ganz Arbeit, die Feldabwehr stand da, wo sie stehen musste. Im Verbund brachten beide wie auch im vierten Abschnitt den Gastgeber zur Verzweiflung. „Das nervt den Gegner gewaltig, wenn er einen Angriff nach dem anderen zurückbekommt und dann auch noch sein Kontrahent schließlich punktet“, sagte Michael Mücke.

So waren angesichts der Dürener Dominanz in der Defensive auch schnelle und hohe Führungen im ersten und vierten Satz die logische Konsequenz. Dresden hatte aber zuvor im Pokalspiel bei RWE Volleys Bottrop unter Beweis gestellt, dass es sich nicht so leicht geschlagen gibt. Im Ruhrgebiet drehte der VC einen deutlichen Rückstand im dritten Satz und vor allem im Tiebreak (6:13) noch zu seinen Gunsten. Und so kämpften sich die Hausherren am Sonntag auch gegen Düren ins Spiel zurück.

Dass sie Satz für sich entschieden, lag aber auch daran, dass sich die Rheinländer vor allem in der Schlussphase zwei Angriffsfehler und drei Annahmeschwächen leisteten: „Sonst hätten wir auch diesen Abschnitt gewonnen“, konstatierte Mücke.

Große Möglichkeiten zu wechseln gab es für Mücke aber nicht. In der Annahme mussten Steve Hunt und Matthias Pompe auf die Zäune beißen und wieder zu konstanter Form finden. Es gelang ihnen, wie dem gesamten Team in den beiden folgenden Sätzen. Und weil Düren die Nerven behielt, der eingewechselte Jelle Hilarius mit einem Block das 24:24 erzwang, durfte Steve Hunt weiter aufschlagen. Und seine Flatteraufschläge setzten Dresden so unter Druck, dass den Hausherren zwei Angriffsfehler unterliefen.

Satz 3 ging an Düren, Satz 4 war Formsache, weil Dresdens Widerstand gebrochen war. Und dennoch zollte Dürens Coach der Mannschaft der 250-fachen deutschen Nationalspielerin Sylvia Roll großen Respekt: „Man muss Dresden ein Kompliment machen. Der VC hat sich deutlich gesteigert.“ Wie aber auch Düren gegenüber der vergangenen Saison.

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