Evivo 2012: Die Probleme belasten auch die nächste Saison

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Besorgter Blick: Dürens Manag
Besorgter Blick: Dürens Manager Michael Overhage (links) und Geschäftsführer Rüdiger Hein haben mit Problemen zu kämpfen.
Foto: Guido Jansen

Düren. Der Volleyball-Bundesligist Evivo Düren spielt um seine Zukunft. Wenn die laufende Saison tatsächlich in einem Desaster endet, dann verspielt die Mannschaft möglicherweise jetzt die Chance, den Schaden in der kommenden Saison reparieren zu können. Verpasst Düren die Playoffs, dann fehlen dem Verein wichtige Sponsorenprämien für den Einzug in die Endrunde.

Das wäre das nächste Minus auf der Rechnung, mit der Düren die kommende Saison plant. Ein Minus zu viel. „Das wäre ein Horror-Szenario”, hat Manager Michael Overhage neulich gesagt. Die Playoff-Prämien waren vor der Saison fest im Etat eingeplant. Denn dass die Mannschaft so tief abrutschen würde - das hatte keiner der Verantwortlichen auf der Rechnung.

Die Probleme wachsen, der Erfolg schrumpft. Das ist die derzeitige Tendenz. Der Wegfall der Prämien wäre mehr als der Tropfen, der das Fass der Probleme zum Überlaufen bringen könnte. Er würde wirken wie ein großer Eimer voll Wasser. Die Gefahr droht, dass sich Düren künftig keine Mannschaft mehr leisten kann, die in der Tabelle nach oben blicken kann. So gut wie voll ist das Problem-Fass schon jetzt, weil Düren derzeit versuchen muss, Rücklagen zu bilden. Seit Jahren schon schwebt die Gefahr der Berufsgenossenschaft (BG) über Evivo und vielen anderen Profi-Vereinen.

Die Genossenschaft übernimmt die Spielergehälter, wenn ein Akteur länger als sechs Wochen ausfällt. Die BG hat sämtliche Mannschaften, die Sportler für ihre Dienste bezahlen, in eine höhere Gefahrenklasse eingestuft. Sämtliche, bis auf die, die am meisten Geld haben. Die Rede ist von den Fußballvereinen in den Ligen eins bis drei. Alle anderen sollen aus Sicht der BG 100 Prozent mehr zahlen. Die Wut bei sämtlichen Klubs in der Basketball-, Handball- und Volleyball-Bundesliga ist groß. Sie haben unter dem Dachverband der deutschen Profi-Ligen eine Sammelklage eingereicht. Die hat aber nur aufschiebende Wirkung. Sollte sich die BG durchsetzen, müsste künftig Geld in Höhe von zwei statt bisher einem höheren Spielergehalt zahlen.

Rücklagen bilden sollen alle Volleyball-Bundesligisten auch, um künftig Mittel für TV-Produktionen zur Verfügung zu haben. Die sind zwar nicht mehr so teuer wie die Produktionen zur Dürener Champions League-Zeit 2005 bis 2007. Die Kosten damals waren so hoch, dass Evivo sie heute noch abstottert. Aber auch heute müssen Volleyballer zahlen, wenn sie bewegte Bilder wollen.

Die jüngsten Heimspiele haben es gezeigt. Bei Evivo hat aufgrund des Misserfolges der Zuschauerschwund eingesetzt. Mittlerweile bleiben die Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurück. Die Nutzungsgebühren, die Evivo für die Kreis-Arena zahlen muss, werden deswegen nicht weniger. Dazu kommen nicht eingehaltene Zusagen von Sponsoren. Die betreffen Düren zwar nicht drastisch, aber sie lassen den Pegel im Fass steigen. „Man muss aber sagen, dass wir sehr treue Sponsoren haben, die auch in der schweren Zeit j zu uns stehen”, sagte Overhage.

Einen Nachteil, der eigentlich ein Vorteil ist, hat Evivo in der Volleyball-Bundesliga noch. Der Klub kalkuliert konservativ. Düren gibt kein Geld aus, das es nicht hat. In der jüngsten Vergangenheit hat es immer wieder Vereine gegeben, die risikofreudiger waren und sich Spieler geleistet haben, die Evivo auch gerne gehabt hätte. 2010 ist das Team aus Bamberg kollabiert. In dieser Saison waren es die RWE Volleys Bottrop.

Letztere spielen noch in der Liga. Allerdings mussten sie die Verträge mit ihren Leistungsträgern vorzeitig auflösen. Bottrop ist punktlos Tabellenletzter und tritt am Samstag um 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren an. Evivo muss gewinnen, um die Chance auf die fast schon überlebenswichtigen Playoffs zu wahren. Landet die Mannschaft den Sieg, dann geht es am letzten Spieltag auswärts in Gotha vermutlich um das Erreichen der Endrunde. Wie wichtig das wäre - siehe oben.
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