Eine reine Volleyball-Halle für die „Ladies in Black“?

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Die Mannschaft fest im Mittelfeld der Liga etablieren: Frank Schidlowski (links) sieht den PTSV Aachen auf einem guten Weg. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Außenangreiferin McKenzie Adams wird auch in der neuen Spielzeit in der Halle an der Neuköllner Straße aufschlagen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Meisterschaft und Pokal endeten für die „Ladies in Black“ Aachen sportlich jeweils im Viertelfinale. Zusammen mit dem PTSV-Vorsitzenden Frank Schidlowski beleuchtet Roman Sobierajski das wirtschaftliche Abschneiden des Volleyball-Bundesligisten und wirft einen Blick in die Zukunft.

Wie ist das Jahr eins nach der Insolvenz aus Ihrer Sicht gelaufen?

Schidlowski: Wir haben gerade die notwendigen Unterlagen für die wirtschaftliche Lizenzierung bei der Volleyball-Bundesliga eingereicht. Was wir im letzten Jahr gemacht haben, war völlig in Ordnung, wir haben die Spielzeit am Ende mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Nun hat es keine Nachfragen des Wirtschaftsprüfers bezüglich der kommenden Saison gegeben.

Bedeutet die schwarze Null, dass sie den Etat gesenkt oder die Einnahmen gesteigert haben?

Schidlowski: Beides: Wir haben einen weiteren Co-Sponsor dazugewonnen, zudem konnten wir durch das Modell mit den jungen und preisgünstigeren Spielerinnen die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen schließen. Daran hatte auch Sportdirektor Sebastian Gutgesell entscheidenden Anteil.

Am kommenden Wochenende findet die Bundesliga-Vollversammlung statt, bei der auch über die Abschaffung der Pre-play-offs und die Reduzierung der Play-offs auf Halbfinale und Finale abgestimmt werden soll. Wie ist Ihre Haltung dazu?

Schidlowski: Das muss auf jeden Fall noch einmal thematisiert werden. Nicht nur wir, auch andere Vereine sind dagegen. Mal sehen, wie die Abstimmung verläuft.

Sie mussten die Play-off-Begegnung gegen Schwerin in Maaseik austragen. War das ein einmaliges Erlebnis oder der Beginn einer längeren Zusammenarbeit?

Schidlowski: Wir haben von der Volleyball-Bundesliga die gleichen Auflagen bezüglich unserer Halle bekommen wie in der Vorsaison. Es kann also nicht einmalig sein, wenn wir im DVV-Pokal antreten oder die Play-offs erreichen sollten. Ob es dann wieder nach Maaseik oder doch nach Düren geht, ist allerdings noch nicht entschieden.

Maaseik als Spielort war vorbildlich. Kann man sagen, dass so etwas wie Freundschaft entstanden ist?

Schidlowski: Da sind tatsächlich freundschaftliche Bande entstanden. Für uns war das eine sehr nachhaltige Erfahrung, mit der wir uns noch intensiv beschäftigen. Ich werde selbst noch einmal nach Maaseik fahren, um zu sehen, was man von diesem Konzept auf Aachen übertragen kann, um hier eine reine Volleyballhalle zu errichten.

Dort wurde viel in Eigeninitiative geschaffen, was bei einer Halle in öffentlicher Trägerschaft kaum möglich sein dürfte. Reden wir hier von einem privat finanzierten Bau?

Schidlowski: Wir stecken noch in Vorüberlegungen. Ganz unabhängig vom Thema Volleyball bewegt uns als PTSV schon seit einiger Zeit die Idee, unser Sportstättenangebot zu erweitern. Unsere Mitgliederzahl ist in den letzten zehn Jahren von 1300 auf 3000 hochgeschnellt, das ist eine echte Erfolgsgeschichte. Als wir damals an den Eulersweg umgezogen sind, haben wir eine Fläche nicht bebaut, da wir keine weiteren Mittel mehr hatten.

Platz wäre also vorhanden, und in der aktuellen Situation macht es Sinn, sich noch einmal mit dem Thema Hallenbau konkreter zu beschäftigen. Die Stadt Aachen hat im letzten Jahr die Rahmenplanung verabschiedet, in diesem Jahr muss etwas Konkretes geschehen, um die Volleyball-Bundesliga zufriedenzustellen. Dass der Sportstättenbau in Aachen einmal missglückt ist, kann ja nicht bedeuten, dass nun für alle Zeiten nichts mehr passiert.

Haben Sie eine mittelfristige sportliche Zielsetzung?

Schidlowski: Wir wollen uns in den nächsten drei bis fünf Jahren fest im Mittelfeld der Liga etablieren. Das wird nicht immer mit einer so jungen Mannschaft wie in dieser Saison möglich sein. Wir werden also auch für den sportlichen Bereich mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Die Einnahmen wurden in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert.

Jeder Euro, den wir mehr verdienen, fließt auch in den Sport. Bereits jetzt gehen schon 70 Prozent in den Sportetat. Wir planen konkret eine Ballschule für Kinder ab drei Jahren, da muss man auch Vorbilder und Spitzensport entsprechend präsentieren können, um die Kids zu motivieren. Dazu gehört auch eine vernünftige Spielstätte.

Klingt ehrgeizig, will der PTSV die Nummer eins in Aachen werden?

Schidlowski: Wenn man von Event-Veranstaltungen wie Reitturnier oder Fußball absieht, sind wir schon die Nummer eins. Ich sehe jedenfalls keinen anderen, der besser aufgestellt ist.

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