Die „Ladies“ sind ein Team ohne Stars

Von: Roman Sobierajski
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Die Startsechs für die Partie gegen Erfurt? Erst am Samstag will Aachens Trainerin Saskia van Hintum das Geheimnis lüften. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die letzten Einheiten hat Aachens Trainerin Saskia van Hintum für Freitag angesetzt, bevor die runderneuerten „Ladies in Black“ Aachen dann am Samstag (19 Uhr) gegen Aufsteiger Erfurt ihrem ersten Auftritt in der Volleyball-Bundesliga entgegensehen.

Individualtraining am Vormittag, anschließend Videostudium des Gegners, nachdem am Donnerstag neben Kraftraum auch noch drei Stunden Mannschaftstraining auf dem Wochenplan gestanden hatten. „Natürlich werden wir die Spielerinnen auf Erfurt einstellen, aber wir sind auch sehr auf unser eigenes Spiel fokussiert.“

Der Gegner, auf den die „Ladies“ vier Tage später im Achtelfinale des Pokals erneut treffen werden, dürfte seinerseits wenig aus dem Videostudium der Aachenerinnen schließen können. Im letzten Testspiel gegen Wiesbaden – gespielt wurden fünf Sätze, Aachen unterlag mit 2:3 – wurde erneut komplett durchgewechselt. „Wir haben keine Stars in der Mannschaft, keine feste Anfangsformation“, sagt die 46-jährige Niederländerin, „ich kann alle meine Spielerinnen einsetzen“.

Gesetzt sein dürfte also lediglich Libera Kirsten Knip, da sie die einzige Spezialistin im Kader für diese Position ist. Aber auch das ist nicht in Stein gemeißelt: „Als Kirsten Knip am Fuß verletzt war, haben alle Außenangreiferinnen als Libera gespielt, das hat auch funktioniert“, baut van Hintum auf die Flexibilität ihrer Spielerinnen.

„Manchmal bin ich mir eigentlich sicher, wen ich bringen möchte, manchmal kommt mir mittwochs eine neue Idee, und ich baue in Gedanken die Mannschaft noch einmal um, wenn sich eine Spielerin aufgedrängt hat“, gibt die Trainerin der „Ladies“ Einblicke in ihre Überlegungen. Ein Überblick über die einzelnen Mannschaftsteile.

Zuspiel

Dass Lindsay Dowd zur Kapitänin berufen wurde, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch erste Zuspielerin ist. „Ich habe vor allem jemanden gesucht, der gut innerhalb der Mannschaft kommunizieren kann“, begründet van Hintum ihre Entscheidung.

Dowd und Kimmy Whitson pflegen einen leicht unterschiedlichen Stil, wenn sie zum Angriff servieren, und haben auch in der Defensive unterschiedliche Qualitäten: „Kimmy ist stärker im Block, Lindsay hat vor allem ihre Stärken in der Abwehr“, verrät die „Chef-Lady“. Wer zum Einsatz kommt, könnte sich also durchaus nach den Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegners richten.

Mittelblock

Wenn Aachens „schwarzer Block“ aufsteigt, wird es für den gegnerischen Angriff dunkel: Tessa Polder ist mit 1,89 Meter Körpergröße die „Kleinste“, Anna Kalinovskaya misst 1,90 Meter, und Jeanine Stoeten bringt es auf stolze 1,93 Meter. Vor allem die Niederländerin hat sich in den Vorbereitungspartien als eifrige Sammlerin von Blockpunkten gezeigt.

„Sie ist ein echtes Arbeitspferd“, kommt das aufrichtige Lob von Kapitänin Lindsay Dowd. „Sie hält als Blockerin nicht nur Einiges von der Abwehr weg, sie ist auch enorm wichtig für den eigenen Aufbau“, meint die US-Amerikanerin. „Angesichts der Größe und der Beweglichkeit unserer Spielerin sollten wir ausreichend Punkte im Block machen“, meint auch ihre Trainerin.

Außenangriff/Annahme

Auch hier ist das Rennen durchaus offen. Nika Daalderop, die erst Ende November ihren 18. Geburtstag feiert, gilt nicht weniger als das größte niederländische Nachwuchsversprechen. Aber auch Nicole Oude Luttikhuis (1,91 Meter) und die spät zum Team gestoßene McKenzie Adams (1,90 Meter) dürften ihre regelmäßigen Einsatzzeiten bekommen.

Diagonalangriff

Das größte Wunder in der Aachener Tüte: Frauke Neuhaus, die von MTV Stuttgart II kam, hat den Sprung auf Bundesliga-Niveau schnell geschafft. Ioana Baciu, die mit dem rumänischen Nationalteam erst im Golden Set die Qualifikation für die Europameisterschaft gegen Ungarn verpasste, ist bekannt dafür, dass sie humorlos Löcher in die gegnerische Hälfte des Feldes schlägt. „Mit unserem Kampfgeist werden wir es jedem Gegner an jedem Wochenende schwer machen“, verspricht Saskia van Hintum.

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