Der Trainer ist richtig sauer

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Hatte nicht seinen besten Tag erwischt: Heriberto Quero fand mehr als ihm lieb war im gegnerischen Block seinen Meister. Foto: sis

Düren. Der Trainer wurde richtig laut: „So habe ich noch nie gebrüllt”, gestand Sven Anton. Hatte der Coach am Mittwochabend nach der 0:3-Niederlage in der Arena Kreis Düren gegen Generali Haching den Pressevertretern noch ruhig, aber sehr bestimmt seine Ansichten zur der indiskutablen Leistung seiner Mannschaft in den Notizblock diktiert, so las er seinen Schützlingen Minuten später in der Kabine unüberhörbar die Meinung.

Auch am Morgen danach saß der Stachel der Enttäuschung noch sehr tief. Und nicht nur bei ihm.

Evivo-Geschäftsführer Rüdiger Hein fasste seine Empfindungen angesichts der Vorführung durch die Bayern in diesen Sätzen zusammen: „Ich glaubte, die Mannschaft sei nach dem SCC-Spiel und den zwei guten Sätzen in Moers auf dem richtigen Weg, aber gegen Haching war sie vom 1. Ballwechsel an fahrig und unkonzentriert, fehlte die richtige Einstellung. Ich will jetzt keine Ausreden mehr hören. Wir müssen aufpassen, dass Volleyball in Düren nicht unattraktiv wird. Solche Spiele sind indiskutabel.”

Und so richtete sich der Blick des Trainers und des Geschäftsführers nicht nur auf die restlichen Normalrundenspiele (Anton: „ich verlange drei Siege!), sondern auch auf die kommende Saison: „Wir brauchen mehr Spielertypen!”, lautet Heins Erkenntnis.

Aber auch Spieler, die des Trainers Anweisungen umsetzen: So forderte Anton, den eigenen Angriff so aufzuziehen, dass der 2,12 Meter große Mittelblocker Armin Dewes in der Mitte des Netzes gebunden werden sollte.

Außerdem sollten Angriffe über den kleinen Zuspieler Patrick Steuerwald erfolgen, wenn der sich als Blocker versuchte. Als dies geschah zu selten, auch weil die Annahme in keiner Phase der Partie sicher stand.

Schon im ersten Satz statuierte Anton ein Exempel: Er nahm Diagonalangreifer Heriberto Quero vom Feld, ersetze ihn durch den etatmäßigen zweiten Zuspieler Sebastian Kühner: „So etwas wäre mir peinlich!”

Der Trainer, der bei den Verantwortlichen vollstes Vertrauen genießt, kritisierte an seinen Schützlingen eine mangelnde Einstellung: „Wenn ich mit dem Kopf irgendwo anders bin, fällt es mir halt schwer, mich auf das Spiel und die Taktik zu konzentrieren.”

Und er macht sich Gedanken über den Kader der kommenden Saison: „Nur bei Sebastian Kühner und Niklas Rademacher läuft der Vertrag weiter, bei Ilja Wiederschein gibt es eine beidseitige Option. Bei allen anderen laufen die Verträge aus. Sie haben die Chance zu zeigen, dass sie einen neuen Vertrag verdient haben.” Der Trainer war richtig angefressen.
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