Der Taktiker neben dem Strategen: „Ladies“-Co-Trainer Hartmann

Von: Roman Sobierajski
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Analysierender Blick auf die brandaktuellen Daten: Aachens Trainer Marek Rojko (links) und Co-Trainer Manuel Hartmann machen sich ein Bild von Stärken und Schwächen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Nur drei Tage Bedenkzeit und zwei Gespräche waren nötig, dann stand für Manuel Hartmann fest, dass er das Angebot, für die „Ladies in Black“ Aachen als Co-Trainer zu arbeiten, annehmen würde. Die Vorstellungen stimmten auf beiden Seiten gut überein, so dass der bisherige Trainer der Zweiten Mannschaft des MTV Stuttgart im Ländle seine Koffer packte und nach Aachen übersiedelte.

Vom „Ersten Mann“ in der Zweiten Liga zum „Zweiten“ in der Bundesliga. Für Hartmann ein klarer Schritt nach vorn: „Ich bin ja hier in Aachen als Co-Trainer nicht als Bälleaufsammler beschäftigt, oder dafür da, die Spielerinnen vor der Partie warm zu schlagen“, erklärt der 28-Jährige erst einmal, wofür er nicht zuständig ist.

Die Aufteilung der Aufgaben beim Training, bei der Spielvorbereitung und der eigentlichen Partie ist geregelt zwischen Trainer Marek Rojko und seinem „Co“, „auch wenn die Grenzen durchaus fließend sind“. Generell lässt sich sagen, dass der Chefcoach für das Große und Ganze zuständig ist, die allgemeine Linie vorgibt und Hartmann während der Partie an den vielen kleinen taktischen Stellschrauben dreht, die ein stark statistisch gestütztes Spiel wie Volleyball fast in Echtzeit bereithält.

„Ich arbeite während des Spiels eng mit unserem Scout Kai Nicklaus zusammen, der einer der besten der gesamten Bundesliga ist“, meint Manuel Hartmann und verweist auf sein Notebook, das ihm – gefüttert vom Scout – auch während der Ballwechsel alle spielrelevanten Daten liefert. „Ich bekomme etwa alle wichtigen Informationen über unsere eigene Annahmequalität und auch die des Gegners“, beschreibt Hartmann die eigene Eingebundenheit ins Spielgeschehen. „Marek Rojko und ich entscheiden dann, wie wir unsere eigene Block-/Feldabwehr verschieben oder personell verändern können und welche gegnerische Annahmespielerin wir weiter bearbeiten wollen.“

„Live“ geliefert werden auch Informationen, welche Spielerin in der Vergangenheit wie häufig den Longline- oder den Diagonalschlag bevorzugt hat und wie der aktuelle Wert im Spiel aussieht. „Die Spielerinnen fragen in den Auszeiten, wie gut der Block steht. Die Angreiferinnen wollen wissen, ob sie den Block anschlagen sollen, lieber tippen oder entlang der Seitenlinie schlagen sollen.“

Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist natürlich auch die Vorbereitung auf den kommenden Gegner wie aktuell auf den USC Münster, der die „Ladies“ am Mittwochabend (19.30 Uhr) empfängt. „Natürlich versuchen wir zu analysieren, warum das Hinspiel so klar verloren wurde, wo unsere Schwächen und wo die Stärken des Gegners lagen“, erklärt Hartmann – und das Trainerteam muss zudem auch kurzfristig auf Änderungen reagieren. „Unser Matchplan ist stark auf jeden einzelnen Gegner zugeschnitten und berücksichtigt auch unsere eigenen Stärken. Münster spielte in der Vergangenheit immer mit drei Schnellangreiferinnen, was ungewöhnlich ist, in den letzten Partien aber mit zweien und einer Diagonalangreiferin. Das muss man im Kalkül haben.“

Bei aller Technisierung, hat die „zwölfte Spielerin“, die Hartmann im Training geben muss, als „Co“ auch ganz weiche Aufgaben: „Man ist näher dran als der Chefcoach an allen Problemen und Problemchen der Spielerinnen. Ich kann dann auch eher der Kumpel der Spielerinnen sein.“

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