„Der Stachel der Niederlage sitzt sehr, sehr tief”

Von: Franz Sistemich
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Die Medaille für den 2. Platz war kein Trost: Die Enttäuschung stand Jan Umlauft, Ilja Wiederschein, Christian Dünnes (v.l.) und Sebastian Kühner (kniend) nach der Finalniederlage ins Gesicht geschrieben. Foto: Steindl

Halle/Düren. Nach zwei Stunden und sechs Minuten herrschte einfach nur Frust bei allen, die am Sonntag in irgendeiner Form auf einen Pokalsieg Dürens gehofft hatten. Nach zwei Stunden und sechs Minuten stand in Halle/Westfalen fest: Titelverteidiger Generali Unterhaching hatte den Titel verteidigt.

3:2 (21:25, 23:25, 25:14, 25:14, 15:10) besiegten die Bayern vor 10200 Zuschauern die Rheinländer. Und die meisten Besucher dieses denkwürdigen Pokalfinales fragten sich: Wie konnte Evivo nach der 2:0-Führung die Partie noch aus der Hand geben?

Die Gesichter der Dürener Spieler sprachen Bände: Frust, Fassungslosigkeit. Die Blumensträuße hielten sie achtlos in den Händen, ihre traurigen Blicke suchten Halt irgendwo in der Weite des Gerry-Weber-Stadions. Da half auch der aufmunternde Applaus der Fans nichts. „Der Stachel der Niederlage sitzt sehr, sehr tief”, sagte Dürens Coach Sven Anton.

Zwei Sätze beherrschte Evivo vor seinen 1500 begeisterten Fans das Geschehen, führte folgerichtig mit 2:0. Doch mit eben jenem zweiten Satz bauten die Rheinländen den Titelverteidiger wieder auf. 18:12 lagen sie vorn, ließen die Mannschaft von Trainer Mihai Paduretu zum 19:19 ausgleichen. Obwohl Evivo den Abschnitt noch gewann, schöpften die Bayern wieder Hoffnung. Und bis auf die enge Anfangsphase im Tiebreak war Düren dann chancenlos. Und keiner wusste so richtig, warum dieser Einbruch erfolgt war.

Haching nutzte die Gunst der Stunde aus. Sven Anton: „Wir sind es selber schuld. Wir haben im zweiten Satz bei 18:12 einige falsche Entscheidungen getroffen und haben Haching wieder ins Spiel gebracht.” Ein Problem des Herausforderers lag in der Annahme. Kapitän Jan Umlauft, einer der Verantwortungsträger in Annahme und Außenangriff, entschuldigte sich dafür, dass er nicht zu seiner oft gezeigten Form gefunden hatte: „Ich muss das erst einmal realisieren.”

Wegen der Probleme in der Annahme hatten Dürens Zuspieler Ilja Wiederschein und Sebastian Kühner es auch nicht leicht, ihre Angreifer in Szene zu setzen. Die Hauptlast lag wieder auf Christian Dünnes´ Schultern. „Aber mit nur anderthalb Angreifern hast du es natürlich schwer.”

Im fünften Satz keimte kurz Hoffnung auf, Evivo steigerte sich, „aber in den entscheidenden Szenen haben wir nicht die Punkte gemacht”, analysierte Kühner. Und dann richtete der Zuspieler den Blick nach vorne: „Wir können stolz sein, dass wir uns für das Finale durch die starken Siege gegen Berlin und Friedrichshafen qualifiziert haben. Wir werden jetzt zwei, drei Tage Frust schieben, dann richten wir den Blick auf die restlichen Meisterschaftsspiele in der Normalrunde und auf die Play-offs.”
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