Aachen - Der „Hexenkessel” steht vor der Explosion

Der „Hexenkessel” steht vor der Explosion

Von: Holger Richter
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Von der Stimmung, die Fans und
Von der Stimmung, die Fans und Mannschaft in den „Hexenkessel” an der Neuköllner Straße zaubern, schwärmen mitunter sogar die Gegner. Am Mitwochabend gehts wieder los. Die Alemannia-Volleyballerinnen empfangen Allianz Stuttgart zum ersten Heimspiel der neuen Saison. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Carsten Gieren ist seiner Zeit voraus. Bereits am Dienstag sprach der Heimspielkoordinator der Alemannia-Volleyballfrauen andauernd davon, dass es am Dienstag endlich losginge. Fakt ist aber, die Volleyballerinnen der Alemannia empfangen erst am Mittwochabend um 20 Uhr die Spielerinnen von Allianz Stuttgart zum ersten Heimspiel der neuen Bundesligasaison.

„Ich kann es einfach nicht mehr erwarten”, begründet Gieren seinen Datumsdreher. Und so wie dem 40-jährigen ehrenamtlichen Alemannen geht es offenbar vielen Aachener Volleyball-Fans. „In den vergangenen sechs Monaten hat sich über die recht lange Sommerpause eine richtige Spannung aufgebaut”, berichtet Carsten Gieren. Und wegen der hochkarätigen Neuverpflichungen wie Angelina Grün, Anke Borowikow oder Barbara Dégi sei die Vorfreude in diesem Jahr so groß, wie vielleicht nie zuvor in der dreijährigen Bundesligageschichte der „Ladies in Black”.

Folglich ist Carsten Gieren fest davon überzeugt, dass die Halle an der Neuköllner Straße am Mittwochabend seinem Namen als „Hexenkessel” wieder alle Ehre machen wird, obwohl das erste Saisonspiel bei den Roten Raben in Vilsbiburg am vergangenen Samstag mit 2:3 verloren ging. „Die Halle wird explodieren - im positiven Sinne.”

Damit der „Hexenkessel” auch die nötige Temperatur aufbaut, dafür sorgt Gieren bereits Stunden vor Öffnung der Halle mit seinem rund 30-köpfigen Team. „Als Heimspielkoordinator kümmert sich mein Team um das Ticketing, den Fanshop, das Catering sowie den Auf- und Abbau in der Halle.” Kurzum: „Die Leute sind von morgens 9 Uhr bis manchmal nach Mitternacht in der Halle.” Schließlich sei am nächsten Morgen dort wieder Schulsport, „also muss alles noch am gleichen Abend wieder abgebaut werden”, so Gieren.

Doch so engagiert der 40-Jährige selbst und seine Helfer auch sind, auch sie schaffen es nicht, die Halle an der Neuköllner Straße um gute 1,50 Meter zu erhöhen. Denn die Deckenhöhe ist in der Alemannia-Heimspielstätte bekanntlich niedriger als die Vorschriften der Deutschen Volleyball Liga es vorschreiben. „Wir spielen derzeit mit einer Ausnahmegenehmingung”, erläutert der Heimspielkoordinator, der ebenso ehrenamtlich auch noch als Mannschaftsverantwortlicher den Verein gegenüber der Liga repräsentiert.

Diese Genehmigung gelte für drei Jahre und in dieser Zeit müsse nun eine Lösung gefunden werden. Doch egal, ob diese Lösung nun eine Aufstockung des „Hexenkessels” vorsieht oder einen Neubau, für Carsten Gieren ist klar: „Wir müssen die Stimmung, die wir derzeit in unserer Halle haben, erhalten. Es bringt nichts, mit übergroßen Kapazitäten zu planen, wo dann aber keine Stimmung aufkommt.”

„Übergroß” bedeutet für Gieren rund 2500 Zuschauer. Mit den 1500, die maximal in die vorhandene Aachener Halle passen, kann er indes gut leben. Gegen Stuttgart am Mittwochabend rechnet er mit einer vollen Halle, ansonsten kämen unter der Woche in der Regel rund 300 Zuschauer weniger als am Wochenende, weiß er aus Erfahrung. Überrascht hat ihn allerdings der Dauerkartenverkauf. „Wir haben uns bisher schon um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.”

In der vergangenen Saison verkaufte der Klub rund 80 Dauerkarten, nun sind es bereits knapp 150. Apropos Vorsaison: Da erreichten die „Ladies in Black” mit Rang 9 ihre bislang beste Platzierung. In diesem Jahr rechnet Carsten Gieren fest mit einer Qualifikation für die Playoffs, also Platz 8 oder besser. „Und ich hätte nichts dagegen, wenn wir im ersten Heimspiel gleich den ersten Heimsieg feiern würden.”

Zum Heimauftakt wird heute ein Busshuttle-Service angeboten

Am Mittwochabend um 20 Uhr gehts los. Die Alemannia-Volleyballfrauen empfangen Allianz Stuttgart zum ersten Bundesligaheimspiel der neuen Saison in der Halle an der Neuköllner Straße. Die Halle öffnet um 18 Uhr.

Bereits in einer Woche, am Mittwoch, 26. Oktober, findet am gleichen Ort zur gleichen Zeit das nächste Heimspiel gegen den Köpinicker SC statt.

Anschließend absolvieren die Volleyballerinnen erst im Dezember wieder Heimspiel, und zwar gegen Sinsheim (7. Dezember, 20 Uhr), Schwerin (9. Dezember, 20 Uhr), Potsdam (17. Dezember, 19 Uhr), Leverkusen (23. Dezember, 20 Uhr) und Wiesbaden (27. Dezember, 20 Uhr).

Zum heutigen Heimauftakt bietet die Alemannia einen kostenlosen Busshuttle-Service an. Vom Parkplatz des Friedhofs Hüls pendeln Busse zur Halle an der Neuköllner Straße. Diesen Shuttledienst wird es immer dann geben, wenn parallel zu einem Heimspiel Betrieb im Berufskolleg herrscht und somit an der Neuköllner Straße nur eingeschränkter Parkraum zur Verfügung steht. Also gibt es weder in der kommenden Woche wegen der Herbstferien noch bei Heimspielen am Wochenende einen Shuttle-Service.

Der Eintritt zu den Bundesligaspielen kostet neun Euro für Vollzahler, ermäßigt sechs Euro. Dauerkarten werden für 98 Euro, ermäßigt 66 Euro, angeboten.

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