Der Alemannia fehlt (noch) die Konstanz

Von: Max Eckstein
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Nicht zum ersten Mal wird Esther Stahl (Nr. 3) zur besten Alemannin gekürt. Links Anika Brinkmann, vorne Katja Wühler. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Es lief wie meistens. Alemannia Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen bewiesen phasenweise, dass sie auch gegen die Großen mitmischen können. Um höhere Ziele zu erreichen, um vielleicht auch einmal mehr als einen Satz - wie in Schwerin und Dresden - zu gewinnen, fehlt noch die Konstanz.

Beim 0:3 (24:26, 14:25, 20:25) gegen die Roten Raben Vilsbiburg wurde das am Samstag einmal mehr deutlich.

Mit 5:2 hatten die Gastgeberinnen im ersten Satz geführt, um dann neun Gegenpunkte in Serie zu kassieren. Uneingeschränkt für die Mannschaft spricht, dass sie sich von diesem Nackenschlag erholte. Nachdem zum 13:13 ausgeglichen worden und das anschließend noch mehrfach gelungen war, ging man bei 22:21 und 23:22 sogar selbst in Führung. Den zweiten Satzball wehrten Libera Brynn Maurer und ihre Kolleginnen dann aber nicht mehr ab.

Beginn mit einer Lehrstunde

Der zweite Abschnitt begann mit einer Lehrstunde. Beim 0:8 gab es die erste technische Auszeit, beim 6:16 die zweite. So blieb nur noch Schadensbegrenzung, die mit Abstrichen gelang. Satz Nummer 3 schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Beim 1:8 zeichnete sich ein neuerliches Desaster ab, was angesichts eines 9:16 Wirklichkeit zu werden drohte.

Das wollten die Alemanninnen den 750 Fans - unter ihnen der komplette Kader der Regionalliga-Fußballerinnen mit dem Trainerduo Alexandra Abels und Jos Hamed - aber dann doch nicht zumuten. Mit vier Punkten in Serie gelang die Resultatsverbesserung, so dass sich das Endergebnis in erträglichen Grenzen hielt. Aber dennoch war nach gerade einmal 70 Minuten der „Deckel drauf”.

„Der Gegner hatte vor allem im Aufschlag Vorteile, wobei dieses Ungleichgewicht keinesfalls nur uns betrifft”, bilanzierte Trainer Stefan Falter. „Woche für Woche bringt Vilsbiburg den Nachweis, ein Top-Team zu sein. Schon allein deshalb geht das Ergebnis in Ordnung. Schade finde ich, dass wir in den Anfangsphasen zweier Sätze derart deutlich in Rückstand geraten sind. Daran werden wir weiter arbeiten.”

Sein Kollege Guillermo Gallardo war mit Recht stolz darauf, dass der Januar mit dem achten Sieg im achten Spiel - Bundesliga und Europapokal - abgeschlossen werden konnte. „Da ist im Grunde klar, dass mein Team im Kopf ein bisschen müde ist”, zeigte der Argentinier Verständnis für die eine oder andere Unzulänglichkeit.

Zuspielerin Nadja Jenzewski, neben Mittelblockerin Sheila Shaw und der 19-jährigen Libera Lenka Dürr überragend, schlug in die gleiche Kerbe. „Natürlich gegen so viele Spiele nicht spurlos an einem vorüber”, erklärte die Kapitänin. „Wir haben nur schwer unseren Rhythmus gefunden, weil Aachen mächtig Druck gemacht hat. Deshalb war es besonders wichtig, dass wir den ersten Satz für uns entscheiden konnten.”

Zur besten Spielerin auf Alemannia-Seite wählte Vilsbiburgs Coach Esther Stahl. Die Universalspielerin, die Mitte des Jahres ihre Doktorarbeit fertigstellen will, hätte statt des Reisegutscheins lieber ein in der Tabelle sichtbares „Präsent” bekommen. Das ändert nichts daran, dass sie auch sportlich an die Zukunft denkt.

„Wenn wir die Bundesliga halten, wovon ich fest ausgehe, gibt es für mich keinen Anlass, über einen Vereinswechsel nachzudenken”, betont sie. Der Verwirklichung des Saisonziels wollen die Linkshänderin und das Team am nächsten Samstag einen Schritt näher kommen. Dann geht es zum Köpenicker SC.
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