Das Problem von Evivo

Von: Franz Sistemich
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Michael Oliemann und der Block: Der Niederländer tat sich vor den Toren Münchens schwer. Foto: Fehrmann

Düren. Fabian Kohl ist zuversichtlich: „Ich gehe doch davon aus, dass ich am Samstag wieder spielen kann”, sagte der Libero des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren am Donnerstag.

Die muskuläre Verhärtung im hinteren Oberschenkel zwang den jungen Spieler wenige Stunden vor der ersten Halbfinalpartie bei Generali Haching auf die Tribüne. „Beides ist nicht angenehm: Auf der Tribüne tatenlos zusehen zu müssen, aber auch nicht, auf dem Feld so zu verlieren”, meinte der frühere Junioren-Nationalspieler.

Warum Evivo vor nur 579 Zuschauern den Hausherren beim 0:3 so unterlegen war, die Gastgeber in jedem volleyball-spezifischen Element eine Klasse besser waren als die Rheinländern - diese Frage ist noch nicht beantwortet.

„Haching hat sehr gut gespielt, hat sein Niveau konstant hoch gehalten, während wir einfach nicht unsere Form gefunden haben”, befand Christian Dünnes und fuhr fort: „Die Verletzungen, von denen wir in dieser Saison und auch kurzfristig am Mittwoch betroffen waren, mögen eine Teilerklärung sein.”

20 Punkte pro Satz

Aber das Problem sei auch, „dass wir unser Grundniveau nicht gehalten haben.” Wenn Evivo einen gebrauchten Tag erwischt, dann kann das Team auf ein Level unterhalb eben dieses Grundniveaus fallen. Und dann gehen die Sätze zu 17, 17 und 18 aus. Dünnes: „Haching würde nicht wir 0:3, sondern nur 1:3 verlieren und doch 20 Punkte pro Satz machen.”

Außerdem müsse Evivo schon an sein Limit gehen, um gegen Generali einen Satz zu gewinnen, weil das Team von Mihai Paduretu auch ausgeglichener besetzt sei. Mit Auswechslungen versuchte Dürens Coach Sven Anton, der drohenden Niederlage entgegenzuwirken. Zum dritten Satz schickte er auch wieder Christian Dünnes als Diagonalangreifer in die Startformation. Was sich gegen Königs Wusterhausen als erfolgreiche Maßnahme erwies, Dünnes als Außenangreifer und Michael Olieman als Diagonalangreifer agieren zu lassen, blieb vor den Tore Münchens ohne Wirkung. Der Niederländer kam in der gesamten Partie nur auf drei Punkte. Dünnes war mit 16 Zählern nicht nur der fleißigste Dürener Punktesammler, sondern auch der des Spiels.

Die Verantwortung, Punkte zu erschmettern, lag bei den Hachingern nicht auf einer Schulter: Marco Liefke sowie die Mittelblocker Armin Dewes und Max Günthör kamen auf 14, 13 und zehn Punkte. Zweitbester Dürener war im Übrigen ein Spieler, der von der Aufgabenverteilung auf dem Feld nicht zu den Punktesammlern zählt: Zuspieler Sebastian Kühner verbuchte vier Block- und drei Angriffspunkte. Auch ein Indiz für Dürens Probleme und Hachings Vorteile an diesem Abend in Oberbayern: Gestützt auf eine bessere Annahme hatte Generali-Zuspieler Patrick Steuerwald die Qual der Wahl bei der Beantwortung der Frage: Wer soll denn bitteschön Punkte machen? Dürens Zuspieler dagegen hatte auch wegen der wackelnden Annahme häufig nur eine Option: eben Christian Dünnes. Und dennoch: Evivo setzt Samstag auf Sieg! Warum? Das lesen Sie morgen.
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