Da fahren die Gefühle Fünfer-Looping

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Das Spiel ist aus, der Frust sitzt tief. Foto: Guido Jansen

Halle/Düren. „Mir ist zum Heulen. Zwei zu Null führen und dann doch noch verlieren.” Guido Abels muss schlucken. Die letzte Stunde war hart. Alles klatschen, schreien und grölen hat nichts genützt. Evivo hat verloren.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Schon um 15.05 Uhr, also eine knappe halbe Stunde vor Spielbeginn tobte die Halle. „Düren, Düren”-Rufe werden laut, Kölsche Lieder vom „Spetzebötzje” auch und als um 15.18 Uhr Evivo-Busfahrer Vincenzo Sorrentino in einem alten Trikot von Sven Anton auftaucht, packen die rund 1500 Evivo-Fans zum ersten Mal ihre roten und weißen Fahnen und Bänder aus - die rote Wand aus Düren steht, das Spiel kann starten.

Es ist fünf vor halb vier, und die Fans laufen sich warm. Guido Abels strahlt und singt mit den anderen „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.” Die Stimmung könnte besser nicht sein, die Halle wird zum Hexenkessel - und das nur wegen der Fans von Evivo. Lauter ist keiner, schon gar nicht die aus Unterhaching, die übrigens auch rote T-Shirts anhaben.

Es läuft alles nach Plan. Um 15.45 Uhr geht Düren zum ersten Mal in Führung und Guido Abels steht zum ersten Mal auf. „Es läuft super”, brüllt er. „Ja, Ja, Ja.!”

16.01 Uhr: Evivo hat den ersten Satzball, drei Minuten später gibt´s kein Halten mehr: Erster Satz für Evivo! Guido Abels Hände sind knallrot vom Klatschen. Der Mann schon jetzt ein bisschen heiser. Düren führt im zweiten Satz, die Fans toben und brüllen, was sie können.

Und sie können viel. Und laut. So laut, dass der Hallensprecher trotz Mikro nicht zu hören ist. Guido Abels steht. Düren führt mit drei Punkten, Abels macht schnell ein Foto. Zwei Zähler für Unterhaching. Guido Abels kaut auf seiner Unterlippe herum. Der Mann ist total nervös. An seinen Händen treten die Knochen weiß hervor, so fest hält er seine Fahne.

Spannung pur

Dann, wenig später Gleichstand. Guido Abels guckt wahnsinnig angespannt. Und konzentriert. Er sagt kein Wort. Spannung pur.

16.34 Uhr: Guido Abels lacht wieder. Die Dürener Fans sind wieder oben aus. Evivo holt den zweiten Satz. Besser als jetzt soll die Stimmung bei den Fans nicht mehr werden. „Drei zu eins für uns. Das muss kommen.” Die Sätze drei und vier gehen an Unterhaching und zwar mehr als deutlich. Guido Abels´ Mund ist nur noch ein Strich. Ein ziemlich dünner Strich. Ab und zu schlägt er die Hände vors Gesicht. So viel Elend kann er nicht gut mit ansehen. „Jetzt geht es halt 3:2 aus.” Die Worte klingen sehr leise. Fünfter Satz.

Die Fans werden wieder lauter. Keiner setzt sich mehr hin. Die 1500 Dürener geben alles. „Evivooooooo” über alles. Der Lärm ist ohrenbetäubend. „Ich kann mein Herzklopfen kaum noch aushalten. Mann.” Guido Abels gibt alles. Sein Gesicht ist total rot, er schwitzt.

17.25 Uhr: Das Spiel ist aus. Und Guido Abels? Wahnsinnig enttäuscht. „Mir ist zum Heulen”, sagt er.
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