Bronze für Powervolleys: Gut, aber eben nicht gut genug

Von: Franz Sistemich
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Der Moment, in dem die Saison zu Ende ist: Rudy Verhoeff und seine Dürener ziehen trotz starker Leistung den Kürzeren. Foto: Guido Jansen

Düren. Das Geburtstagsgeschenk hätte nicht aus Bronze sein müssen, es hätte zumindest aus Silber sein können, aber es hat eben nicht sollen sein: Jaromir Zachrich, der am Karfreitag 32 Jahre alt wurde, und seine Teamkollegen von den SWD Powervolleys haben am Samstag auch das zweite Halbfinalspiel gegen den VfB Friedrichshafen verloren.

Vor 2200 Zuschauern unterlagen die Rheinländer nach dem 0:3 am Bodensee in der Arena Kreis Düren 1:3 (23:25, 25:22, 21:25, 21:25). Und so gab es für die Verlierer nur die geteilte Bronzemedaille für Platz drei in der Volleyball-Bundesliga. „Ich hätte schon gerne eine andere Medaillenfarbe überreicht bekommen und natürlich bin ich traurig“, sagte Zachrich.

Der Kapitän ließ aber noch ein „aber“ folgen: „Wir haben gezeigt, dass wir hungrig waren, dass wir weiterkommen wollten. Deshalb sind wir gegen den VfB hohes Risiko gegangen, das hat leider nicht immer funktioniert.“

Im ersten Abschnitt standen die Gastgeber kurz vor dem Satzgewinn. Sie führten schon mit 23:22, doch der VfB glich aus, ging dank eines Blocks 24:23 in Front. Und dann landete auch noch Romans Sauss‘ Angriff im Aus. 25:23 für den Gast aus Baden-Württemberg.

Den Block düpiert

Die Hausherren wirkten geschockt, lagen 6:10 im zweiten Abschnitt zurück. Die Vorentscheidung für die Häfler? Nein. Aufschläge von Dürens Zuspieler Jay Blankenau, der auch gegen Friedrichshafen immer wieder unberechenbare Zuspiele auf seine Angreifer einbaute, ließen die Powervolleys wieder herankommen.

Erstmals gingen die Hausherren dank Mittelblocker Michel Andrei in Front. Dem VfB gestatteten sie bis zum 20:19 nur noch den jeweiligen Ausgleich. Dann blockte Düren zweimal die Angriffe der Gäste vom Bodensee, Andrei und Diagonalangreifer Rudy Verhoeff düpierten Friedrichshafens Block und Feldabwehr, und Sauss war mit dem letzten Angriff erfolgreicher als in Satz 1: 25:22.

Die Reaktion des VfB im dritten Satz? Er ging 10:6 in Front. Düren wankte, kämpfte sich aber heran. Mit ihren Aufschlägen setzten die Gastgeber Friedrichshafen unter Druck, die Angreifer ließen sich von Block und Feldabwehr des VfB nicht stoppen, Dürens Block packte beherzt zu, und Jay Blankenau punktete zweimal. Plötzlich stand es 16:12 für die Hausherren. Dann gelangen aber nur noch zwei Punkte, während vor allem VfB-Hauptangreifer Michal Finger auftrumpfte – die Powervolleys lagen nun 18:20 zurück.

Düren konterte noch einmal zum 20:20. Und zum wiederholten Mal meckerte VfB-Coach Vital Heynen wie ein Rohrspatz an der Seitenlinie. Der Schiedsrichter zeigte ihm Gelb. Düren war aber von der Rolle, Aufschläge landeten im Aus, eine Netzberührung kostete auch einen Punkt. Und Finger machte den 25. Punkt: 2:1 für Friedrichshafen.

Und dennoch. Die Hausherren gaben sich nicht geschlagen. Immer wieder wechselte die Führung im vierten Satz. Erst nach der zweiten Technischen Auszeit (16:17) gerieten die Gastgeber vorentscheidend 17:20 in Rückstand. So durften die Friedrichshafener den Einzug in das Finale bejubeln.

Wer dort Gegner des VfB sein wird, steht noch nicht fest: Im zweiten Halbfinale steht es nach Siegen 1:1 zwischen den Berlin Volleys und Rüsselsheim; eine Entscheidung fällt am kommenden Donnerstag, wenn sich beide Teams in Berlin im dritten Halbfinale gegenüberstehen.

Dennoch zufrieden

Goswin Caro, der Sportliche Leiter der SWD Powervolleys, zollte seinem Trainer Tommi Tiilikainen und den Spielern großen Respekt: „Ich bin traurig, weil ich dieser Mannschaft nach einer großartigen Saison das dritte Spiel gegen den VfB oder gar den Finaleinzug gegönnt hätte.“ So aber endete die Spielzeit mit der Bronzemedaille. Und auf Caro wartet nach den Feiertagen viel Arbeit: Bisher haben für die kommende Saison neben dem Trainer nur die Spieler Sauss, Andrei und Tim Broshog einen Vertrag.

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