Düren - Auch Till Lieber kann Evivo nicht retten

Auch Till Lieber kann Evivo nicht retten

Von: Franz Sistemich und Jörg Abels
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Dürens Christian Dünnes scheitert an der Hachinger Wand: Der Block der Oberbayern hatte über weite Strecken leichtes Spiel. Foto: Fehrmann

Düren. Schnell musste am Mittwochmorgen alles gehen. Der Notfall war eingetreten - wie bereits so oft bei Evivo Düren in dieser vom Verletzungspech geprägten Saison. Fabian Kohl musste beim Vormittagstraining in Haching passen.

Eine Zerrung in der Kniekehle zwang Evivos Libero zur Absage. Nur wenige Stunden vor dem ersten Halbfinalspiel bei Generali Haching fiel den Rheinländern der wichtigste Annahme- und Abwehrspieler aus. Was tun?

Im Flieger nach München

Die Antwort lautete: Till Lieber. Der langjährige Libero Evivos und der deutschen Nationalmannschaft setzte sich in Köln in den nächsten Flieger nach München und düste mit einem Mietauto nach Haching. Rechtzeitig vor dem Anpfiff erreichte er die Unterhachinger Sportarena. „Der macht das schon”, war sich Helli Schmitz sicher.

Der Evivo-Gesellschafter und Ober-Moskito erinnerte an das Heimspiel gegen die Franken aus Bamberg. Ende Januar war Kohl kurzfristig erkrankt, kurzfristig sprang auch damals Lieber ein. Und meisterte die Aufgabe mit Bravour: „Bei den ersten Bällen hat er noch gewackelt, dann stand seine Annahme fast wie früher”, stellte damals nicht nur Helmut Schmitz fest. Und so war sich der Birkesdorfer sicher: „Wir gewinnen heute in Haching!”

Ganz so euphorisch waren nicht alle der rund 100 erneut im Clubheim des DTV zusammengekommen Fans. „Die Tagesform wird entscheiden”, orakelten die Geschwister Gabriele und Thomas Pütz. Und die Frage, wie sich die Hachinger auf den Niederländer Michael Oliemann einstellen würden, den sie bislang nur vom Videostudium her kennen. „Nicht, dass sie sich nun in der Annahme auf Christian Dünnes einschießen”, fürchtete Gabriele Pütz.

Schon in Halle hatte Hachings Trainerfuchs Mihai Paduretu nach 0:2-Satzrückstand die richtigen Antworten parat, erinnerte sich Franz Heimbach, der die Bayern allein schon aufgrund der größeren Erfahrung ihres Trainers im Vorteil wähnt. „Entweder wir bekommen heute eine 3:0-Klatsche oder wir gewinnen 3:2.”

Und Heimbachs schlimmste Befürchtungen sollten sich bewahrheiten - weil Dürens Annahme nicht funktionierte. Doch weder „Feuermann” Till Lieber noch der gewohnt stark angreifende Christian Dünnes waren die Schwachstelle. Wie beim Pokalfinale in Halle vor Monatsfrist schoss sich Haching auf Dürens Kapitän Jan Umlauft ein, den Sven Anton schon beim Stand von 6:13 im ersten Satz durch Niklas Rademacher ersetzte.

Dürens Probleme in der Annahme machten Zuspieler Sebastian Kühner die Arbeit äußerst schwer, so dass der Hachinger Block kaum Mühe gegen die Dürener Angreifer hatte. Die Stimmung im DTV-Heim sank rapide, zumal sich nach verlorenem ersten Satz auch im zweiten Durchgang keine Besserung im Dürener Spiel einstellte. „Es ist einfach kein Wille erkennbar”, analysierten die Geschwister Pütz vor der großen Leinwand die Körpersprache der Dürener Spieler. „Die Einstellung fehlt”, stellte auch Franz Heimbach fest.

Nur einmal keimte unter den gut 100 Fans noch Hoffnung auf - als Evivo im dritten Durchgang vier Punkte in Folge erzielte und zum 15:15 ausglich. Doch die ersehnte Wende blieb aus. Mehr als ein kurzes Aufbäumen gelang Evivo nicht: Nach 75 Minuten war der Spuk beendet und die Fans nach dem enttäuschenden 0:3 bedient.

Schon vor der Partie hatte Heimbach geunkt: „Wenn Evivo heute glatt verliert, überstehen wir das Halbfinale nicht.” Ganz so düster sehen Gabriele und Thomas Pütz die Lage jedoch noch nicht: „Es bleibt alles offen, wir müssen nur unsere beiden Heimspiele gewinnen.” Da sind die Geschwister und Heimbach zuversichtlich: „Das Team will es sich und den Fans zeigen. Auch bei der zweiten Vizemeisterschaft haben wir in Friedrichshafen klar verloren und hier zweimal gewonnen.”

Der erste Gesprächspartner des Geschäftsführers ist Trainer Sven Anton

Der Vertrag des Trainers soll verlängert werden. Deshalb ist Sven Anton der erste Gesprächspartner von Evivo-Geschäftsführer Rüdiger Hein. Dem Übungsleiter soll wieder ein Co-Trainer und Berater zur Seite gestellt werden, da Keith Hansen nach Kanada zurückkehrt, wie auch Außenangreifer Tim Gourlay.

Keine Gespräche braucht Evivo mit Ilja Wiederschein, Fabian Kohl und Christian Dünnes zu führen, da ihre Verträge auch für die neue Saison gelten.

Mit den übrigen zehn Akteuren besteht Gesprächsbedarf. Unabhängig davon, wie die Vorstellungen der Spieler sind - Jan Umlauft überlegt, sein Mathematik-Studium zu intensivieren, Alex Mayer hat in Ostdeutschland einen Medizin-Studienplatz bekommen -, macht sich Evivo natürlich auch Gedanken.


Es steht fest: Der Kader wird nicht wieder 14 Spieler umfassen. Es wird Veränderungen geben. Die können auch die Mittelblocker, die nicht zu den größten der Liga zählen, betreffen wie auch den Annahmebereich, der nicht immer sicher stand.

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