Abwehrchef Blair Bann: „Was Großes auf die Beine stellen“

Letzte Aktualisierung:
15411589.jpg
Sorgt auch in der kommenden Saison im Allianz-Trikot für Stabilität im Dürener Spiel: Abwehrchef Blair Bann. Foto: Jansen
15411587.jpg
Der Moment, in dem die Kanadier Bronze feierten: Nach dem Sieg über die USA ist der Jubel bei den kanadischen Spielern um ihren Abwehrchef Blair Bann (Nummer 19) groß. Foto: FIVB

Düren. Keine Frage, Blair Bann, Abwehrchef des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren, hat im Sommer große Schlagzeilen geschrieben. Anfang Juli belegte der Kanadier mit seiner Nationalmannschaft Platz drei in der Weltliga. Außerdem wurde der 29-Jährige beim Finalturnier der Weltliga in Brasilien zum besten Libero gewählt. Eine solche Ehre ist noch keinem Dürener Spieler zuteil geworden.

Im Interview blickt Blair Bann auf einen aufregenden Sommer zurück und voraus in die neue Saison.

Wie hat sich das angefühlt, als bester Libero 2017 ausgezeichnet zu werden und bei dieser Ehrung auf dem Podium neben so großen Stars wie Wallace (Brasilien) oder Earvin Ngapeth (Frankreich) zu stehen?

Blair Bann: Naja, das sollte man die fragen, wie es sich angefühlt hat, neben mir zu stehen. Im Ernst: Das war ein großartiges Gefühl, die Anerkennung als bester Libero bei diesem großen Wettbewerb wie dem Finalturnier der Weltliga zu erhalten. Diese Spieler sind alle Superstars. Aber wir messen uns mit der Nationalmannschaft schon seit einigen Jahren mit ihnen und das wird auch in Zukunft so sein.

Waren Sie überrascht über die Auszeichnung als bester Libero?

Blair Bann: Ich habe 2011 schon einmal einen solchen Preis erhalten und stand damals auch auf dem Podium mit Wallace oder Leon (Kuba). Ich kannte das Gefühl schon. Aber trotzdem erwarte ich nie, einen solchen Preis zu gewinnen. Ich konzentriere mich darauf, mein Bestes zu geben und zu schauen, für was das reicht. Vor dem Spiel um Bronze war mir klar, dass ich bis dahin gut gespielt hatte und dann war das Spiel um Platz drei gegen die USA vermutlich mein bestes im ganzen Turnier. Ich hatte damit gerechnet, eine Chance zu haben. Am Ende, als mein Name aufgerufen wurde, war das für mich trotzdem eine sehr bewegende Überraschung.

2016 bei den Olympischen Spielen ins Viertelfinale, jetzt Platz drei in der Weltliga – was ist das Geheimnis hinter Team Kanada?

Blair Bann: Ich würde gar nicht sagen, dass wir ein Geheimnis haben. Wir haben jetzt zwar Bronze geholt, aber immer noch vieles, an dem wir arbeiten müssen. Uns ist es jetzt gelungen, eine gute Mischung aus jungen Talenten zu finden, die bei Olympia noch nicht dabei waren, und Spielern, die zwar schon etwas mehr Erfahrung haben, aber immer noch recht jung sind. Unser neuer Trainer Stephane Antiga hilft uns sehr, wir wollen dazulernen und uns verbessern. Das ist nicht wirklich ein Geheimnis, aber es klappt sehr gut.

Bleibt angesichts der vielen Turniere und Erfolge überhaupt noch Motivation für die Bundesliga und Düren übrig?

Blair Bann: Ich finde diese Frage ziemlich albern. Ich bin immer motiviert, für die Dürener Farben zu kämpfen und hart für unseren Erfolg zu arbeiten. Wir wollten in der vergangenen Saison das Finale erreichen und haben das nicht geschafft. Das motiviert mich um so mehr. Wir haben ein neues Team, einen neuen Trainer und ich bin mir sicher, dass wir was Großes auf die Beine stellen.

Sie sind gerade erst nach Düren zurückgekommen. Kannten Sie die neuen Spieler vorher?

Blair Bann: Mit ein paar der Spieler hab ich schon vor meiner Rückkehr nach Düren gesprochen. Beispielsweise kurz mit unserem neuen Zuspieler Stijn d‘Hulst, als wir in der Weltliga gegen ihn und Belgien gespielt haben. Ich habe bisher nur Gutes über ihn gehört. Über die meisten anderen neuen Spieler weiß ich nicht viel. Aber ich bin mir sicher, dass sie alle heiß darauf sind, mit Düren eine großartige Saison zu spielen. So wie ich das sehe haben wir wieder viel Talent. Außerdem sind wir eine körperlich sehr starke Mannschaft geworden.

Was können Sie sonst noch über das neue Team sagen?

Blair Bann: Wir haben ein paar wichtige Puzzlestücke aus der vergangenen Saison behalten. Mit den neuen Spielern und unserem neuen Trainer sollte das eine tolle Mischung werden. Wir müssen die Kultur weiter entwickeln, die wir in der vergangenen Saison unter Tommi Tiilikainen angelegt haben, wenn wir erfolgreich sein wollen. Ich habe gehört, dass es in der neuen Saison viele starke Teams geben wird. Ich freue mich darauf, gegen alle Vollgas zu geben und die Liga zu rocken. Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Trainer Stefan Falter genau den richtigen Mann dafür haben.

Wie sieht das bei Ihnen aus? Olympia-Qualifikation, Olympische Spiele, Bundesliga, Weltliga – und im Herbst startet die Bundesliga schon wieder. Sie hatten seit über 20 Monaten keine echte Pause. Ist das nicht ein bisschen viel?

Blair Bann: Naja, ich bin im Moment etwas müde. Aber wenn du erfolgreich bist, dann merkst du das nicht. Vor mir liegt noch jede Menge Volleyball, erst mit der Nationalmannschaft, dann geht es in Düren direkt weiter. Ich bin mir sicher, dass der Trainer und die Betreuer das im Blick haben und sicherstellen, dass es mir gut geht. Mal ganz unabhängig davon: Wie könnte man es nicht lieben, zwölf Monate im Jahr Volleyball zu spielen? Für meinen Teil weiß ich, dass ich genau das tue.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert