0:3 gegen Potsdam: „Ladies“ leisten sich ein Fehlerfestival

Von: Roman Sobierajski
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Der Teil des Plans ging auf: Die Aachenerinnen (v.l.) Simona Kosova und Miri Kuciakova blocken Potsdams Topangreiferin Saskia Hippe. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Dem Geburtstagsständchen für Saskia Hippe, Diagonalangreiferin des SC Potsdam, durch die 887 Zuschauer ließen die Spielerinnen der „Ladies in Black“ das passende Geschenk folgen.

Mit 0:3 (19:25, 17:25, 25:27) unterlagen die Aachenerinnen bei der Heimpremiere des neuen Cheftrainers Manuel Hartmann, kassierten damit die sechste Niederlage in Serie in der Bundesliga und rangieren auf Platz zehn der Tabelle.

Zumindest der Plan der „Ladies“ funktionierte, durch konzentrierte Blockarbeit die nun 25-jährige Hauptangreiferin der Brandenburgerinnen aus dem Spiel zu nehmen, spielte in der Endabrechnung aber nur eine Nebenrolle. „Potsdam hat nicht so konsequent über Saskia Hippe angegriffen, wie zu erwarten war. Und wenn sie mal gebraucht wurde, war sie dennoch da“, befand Hartmann nach der Partie – und machte auch gleich die beiden Hauptgründe für die eindeutige Niederlage seiner Mannschaft aus: „Wir waren schlecht in der Annahme, haben uns bei den Aufschlägen zu viele Fehler geleistet.“

Diese Aussage auch statistisch zu unterlegen, bereitet keine große Mühe: Den jeweils 13 Fehlern in Aufschlag und Annahme bei den „Ladies“ standen auf der Gegenseite lediglich vier beziehungsweise drei gegenüber. Allein das würde schon reichen, als zweiter Sieger vom Platz zu gehen, aber die Schwäche bei den ersten Bällen zieht sich darüber hinaus wie ein roter Faden durch alle Spielelemente, macht der Zuspielerin und den Angreiferinnen, die allesamt auch nicht ihren besten Tag erwischt hatten, bei gegnerischem Aufschlag das Leben ebenso schwer wie dem Block bei Rückschlag.

Stille und Buhrufe

Tatsächlich fanden die „Ladies“ aber noch einmal zurück in die Partie, als diese schon längst gelaufen schien: Die Aachenerinnen wehrten vier Matchbälle der Gäste aus Potsdam ab, glichen zum 24:24 und 25:25 aus, aber bezeichnenderweise waren es erneut zwei Aachener Eigenfehler im Aufschlag und im Angriff, die dann nach nur 81 Minuten endgültig für die erneute Niederlage der „Ladies“ sorgten.

Von den Tribünen kamen unterschiedliche Reaktionen, die von kurzfristiger Begeisterung über völlige Stille bis hin zu Pfiffen und Buhrufen auf der Tribüne reichten. So war Hallensprecher André Schnitker fast während der gesamten Partie gefordert, einerseits, um die notwendige Unterstützung anzukurbeln, andererseits, um den Frust von den Tribünen zu mäßigen.

„Komplettiert“ wurde dieser sicher denkwürdige Abend auch noch dadurch, dass sich vor der Partie, als die Spielerinnen sich mitten in der Vorbereitung auf das Match befanden, Ex-Trainer Marek Rojko von der Aachener Anhängerschaft verabschiedete: „Ich danke Euch für Eure Unterstützung und Loyalität“, rief der Slowake, der mit seinen Kindern als „normaler“ Zuschauer erschienen war, den Fans zu, die stehend applaudierten. „Ich bin stolz auf das, was wir hier erreicht haben.“

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