Aachen - Verena Klein reitet ins Reining-Finale

Verena Klein reitet ins Reining-Finale

Von: ust
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Sauber, korrekt, aggressiv und engagiert: Verena Klein und Olena Joe Cody begeisterten das Publikum und sind im Finale dabei. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die ehemalige Dressur-,,Queen“ legt sich im Westernsattel mächtig ins Zeug. Glitzernd und schillernd treibt Anky van Grunsven ihr Pferd Whizashiningwalla nach vorne.

Auf dem Zirkel darf sie die Hände nicht seitwärts bewegen, so dass offenkundig wird, dass sie ihr Pferd aktiv lenkt. Nach vorne darf sie sie allerdings strecken. Im Teamwettbewerb am Vortag hatten sich die Reiter, die für ihre jeweiligen Nationen als Mannschaftsreiter angetreten waren, vielfach tendenziell zurückgehalten – zur Vermeidung teurer Fehler. Nun, als Einzelstarter, können sie freier agieren, sehen die Reining-Manöver deutlich aggressiver aus.

In der zweiten Qualifikationsprüfung für die Einzelwertung starteten von 39, die am Vortag angetreten waren, diejenigen, die zuvor die Plätze 16 bis 35 belegt hatten. Die besten 15 waren bereits für die Einzel-Meisterschaft qualifiziert, die letzten vier mussten ihre Pferde schon verladen und nach Hause fahren.

„Diese Prüfung dient im Prinzip dazu, den Reitern, bei denen im ersten Durchgang etwas schiefgelaufen ist, die aber gute Pferde haben, noch eine Chance zu geben“, erklärt der deutsche Equipe-Chef Dr. Matthias Gräber. Dazu zählt eben auch Anky van Grunsven. Sie schaffte zuvor einen Score von 207, der Durchschnitt lag bei 210. „Für unseren Sport ist das super, dass jemand so Prominentes nun auch dabei ist. Und ihr sieht man ein, dass es ihr großen Spaß macht.“

Allerdings würde Gräber ihr raten, demnächst auf ein anderes Pferd zu setzen. Um ganz oben zu stehen, braucht es auch im Reining ein Top-Pferd. So fällt letztlich auch die Entscheidung, dass es für Anky van Grunsven nicht reicht. Sie qualifiziert sich nicht für das Einzel-Finale.

Dann reitet Verena Klein ein. Sie sieht fröhlich aus, freut sich offenkundig über den Riesenapplaus, der für die einzige deutsche Starterin losbricht. Ansonsten wirkt sie tiefenentspannt. Olena Joe Cody legt los mit dem Spin, und von den Rängen gehen wahre Begeisterungsstürme nieder. Sauber, korrekt, aggressiv und engagiert demonstriert Klein, dass sie das Einzel-Finale unbedingt auf ihrer Rechnung hat. Der erste Stop ist einen Tick wacklig, alle anderen Manöver wirken wie aus einem Guss. Die Zuschauer, die – für das Reining eher unüblich –  die Bewertung auf dem Bildschirm verfolgen können, vermitteln der Reiterin: „Du machst das klasse, weiter so!“

Verena Klein weiß, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Der letzte Sliding Stop, und sie hat es geschafft: ein Score von 216 und Siegerin des Abends! Ganz nebenbei darf sich ihr Portemonnaie über 1500 Euro freuen. „Das hat der Veranstalter organisiert, ist sonst nicht unbedingt üblich, eine tolle Sache für die besten Acht des Abends“, erklärt der Equipe-Chef.

Ins Rennen um die Einzel-Medaillen gehen am Sonntag aus Deutschland Verena Klein und die zuvor qualifizierten Elias Ernst, Grischa Ludwig, Volker Schmitt und Oliver Stein.

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