Valegro lässt keinen Zweifel zu

Valegro lässt keinen Zweifel zu

Von: rau
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Die Frauen beherrschen den Wettbewerb: Kristina Bröring-Sprehe freut sich über die Silbermedaille auf Desperados. Foto: Thomas Rubel
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Den Titel holte die Favoritin Charlotte Dujardin auf Valegro. Foto: Thomas Rubel

Der jubelnde Beifall für Desperados und Kristina Bröring-Sprehe war gerade erst verklungen. Und einen Moment hoffte wohl die Mehrheit im Stadion, dass kein Duo diese Leistung übertreffen könnte. Dann tanzte Valegro, und die nationale Brille rutschte in Lichtgeschwindigkeit von der Nase.

Leichtfüßig absolvierte der 13-Jährige unter Charlotte Dujardin (Großbritannien) seinen Grand Prix Spécial. Und trotz eines schwächeren Übergangs und eines Fehlers in den Einerwechseln gab es nicht den geringsten Zweifel: Die alten Europameister sind auch die neuen, siegten mit 87,577 Prozentpunkten – das ist EM-Rekord – vor Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage; 83,067) auf Desperados und dem Niederländer Hans Peter Minderhoud (79,034) auf Johnson.

„Ich habe Kristinas Bewertung gesehen, ich war nicht ängstlich, aber ich bin noch energischer geritten“, strahlte Charlotte Dujardin nach der Titelverteidigung. „Wir hatten zwar wieder einige Fehler, aber waren definitiv besser als im Grand Prix.“ Das traf auch auf Desperados zu: „Desperados ist toll gegangen. Heute war es leichter zu reiten, der Druck war nicht so groß wie im Grand Prix“, freute sich Bröring-Sprehe über Silber.

Ein aufgekratztes Pferd

Die dritte Einzelmedaille war für Edward Gal, Zweiter im Grand Prix, reserviert gewesen. Doch schon beim Einreiten war Undercover aufgekratzt, kam beim Gruß nicht zum Stehen, sondern piaffierte: 2,3 gab es dafür. Die Aufholjagd lief, doch nach der ersten Piaffe läutete der Chefrichter das Paar ab: Der Rappe blutete im Maul. „Undercover hat sich auf die Zunge gebissen“, bedauerte Gal. So ging Bronze an Minderhoud. Der war die ganze Nacht krank gewesen. „Meine Beine waren wie Spaghetti, ich konnte meinen Ritt gar nicht genießen. Erst als ich die Noten sah, war ich glücklich“, kommentierte Minderhoud schlapp, aber glücklich.

Knapp an einer Medaille ritt die Spanierin Beatriz-Ferrer Salat (77,479) auf Delgado vorbei. Die „Quasi-Lokalmatadorin“ hatte ihren Trainer, den Aachener Ton de Ridder, am Morgen schockiert. Als sie mit ihrem Fuchs zum Training ins große Viereck durfte, war Delgado gestolpert und hatte sich samt seiner Reiterin überschlagen. „Ohne jeden ersichtlichen Grund, ganz plötzlich. Zum Glück ist Pferd und Reiterin absolut nichts passiert“, sagte der Dressurausbilder, der zudem die Schweizerin Marcela Krinke-Susmelj auf Platz 16 führte. „Bea–triz ist daher zu Beginn des Spècials ein Stück weit vorsichtiger geritten, hat meiner Meinung nach aber auch da etwas wenig Punkte bekommen.“

Gleich nach dem Schlussgruß schlug sich Isabell Werth (Rheinberg) lachend vor den Zylinder. Unterwegs im Viereck hätte die 46-Jährige beinahe die falsche Richtung eingeschlagen. „Da haben sich bei mir wohl kurzfristig ein paar Gehirnzellen weggeschaltet“, grinste sie, denn ihr gelang ein blitzschneller Richtungswechsel in die Trabtraversale hinein. „Ich habe schneller korrigiert, als der Richter mich abläuten konnte“, so Werth. Es blieb die einzige Ecke im Spécial, ansonsten präsentierte sich ihr Don Johnson sehr stark. 75,924 Prozentpunkte brachten das Duo auf Rang sieben und in die heutige Kür. „Es war vielleicht der beste Spécial, den Johnny bisher gegangen ist. Ich bin sehr zufrieden. Was kann er auch dafür, dass er eine Blondine oben im Sattel hat?“, kam seine Reiterin aus dem Lachen über sich selbst kaum heraus.

74,790 Prozentpunkte waren es bei Jessica von Bredow-Werndl – und schuld waren die Galoppwechsel. „Wir hatten eine geniale Trabtour, lagen zwischenzeitlich bei 77 Prozent,“ analysierte sie ihren Ritt. Doch dann: Fehler in den Zweierwechseln, „und ich habe gedacht, jetzt musst du es in den Einern knallen lassen“, so von Bredow-Werndl – doch erneut machte ihr Hengst Fehler. „Da gab es ein Kommunikationsproblem zwischen Unee und mir. Schade, ich bin schon etwas enttäuscht.“ Platz acht war aber die sichere Qualifikation für die Kür der besten 15 Reiter am Sonntag.

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